Kultur
Trump gegen CNN & Co.
Die Themen der "Kulturzeit" vom 22.09.2026: Trump vs. US-Medien - Gespräch mit Cathryn Clüver Ashbrook, Kennedy Center, Salzburger Festspiele, Svenja Post über Bildungsungerechtigkeit, "KitKatClub".
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 23.09.2026
- 06:20 - 07:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Streik der US-Medien: Trump startet eigenen Sender - Gespräch mit Cathryn Clüver Ahsbrook
Der Pressepool des Weißen Hauses ist zum Schauplatz eines Streits zwischen US-Präsident Donald Trump und den Medien über die Pressefreiheit geworden. Im Kern geht es um die Frage, ob der Präsident - oder irgendjemand sonst - bestimmen darf, welche Medien Zugang erhalten und damit, welche Inhalte über seine Amtsführung verbreitet werden. Am 20. September 2026 landete der Konflikt vor Gericht: CNN, MS Now und "Politico" verklagten die Regierung, nachdem ihnen der Zugang zum Weißen Haus verwehrt worden war. In Folge stoppten die Sender die engmaschige TV-Begleitung auf Terminen und Reisen Trumps, die über ein Rotationsprinzip großer Fernsehsender geregelt ist - als Protestaktion, weil CNN Teil dieses Pools ist. Mitten in diesem Streit ging das Weiße Haus nun mit einem eigenen Online-Kanal auf Sendung. Der Stream namens "Trump TV" zeigte zunächst Reden des Präsidenten sowie Übungen der US-Streitkräfte, deren Schlagkraft gepriesen wurde. Wir sprechen mit der Politologin und Autorin Cathryn Clüver Ashbrook.
Machtkampf um das Kennedy Center
Rund um das Kennedy Center in Washington DC gibt es einen eskalierenden Machtkampf zwischen der US-Regierung und der Justiz. Nachdem ein Gericht den Versuch Donald
Trumps untersagt hatte, das Kulturzentrum umzubenennen und seinen Namen an der Fassade anzubringen, ordnete das von Trump neu besetzte Kuratorium überraschend die Schließung an. Als Begründung wurden Sicherheitsbedenken, eine drohende Insolvenz sowie dringend notwendige Renovierungsarbeiten angeführt. Die Regierung droht sogar mit einem möglichen Abriss des Gebäudes, falls ihre Pläne scheitern. Nun hat ein Bundesrichter jedoch erneut eingegriffen und überstürzte Baumaßnahmen vorerst per Auflage gestoppt.
Mehr zur USA
Bildungsgerechtigkeit - Gespräch mit Svenja Post
Der Bildungserfolg in Deutschland hängt nach wie vor stark vom sozioökonomischen Hintergrund des Elternhauses ab. Angesichts historisch schlechter Ergebnisse im Pisa-Schülertest stellt sich die Frage, wie kann eine bessere Bildung und Chancengleichheit für Kinder erzielt werden. Wir sprechen mit Svenja Post, Lehrerin für Deutsch und Biologie an einem Gymnasium, auch bekannt als Tante Kante.
Svenja Post über Bildungsgerechtigkeit
Wie können Kinder gleiche Bildungschancen, unabhängig vom familiären Hintergrund, erhalten? Wir sprechen mit der Lehrerin Svenja Post.
Turbulenzen – Quo vadis Salzburger Festspiele
Frei nach William Shakespeare – "Es ist was faul im Lande Salzburg". Denn die kulturpolitischen Turbulenzen scheinen sich auch nach dem unrühmlichen Abgang von Intendant Markus Hinterhäuser fortzusetzen. Dem Abgesetzten folgt nun der Belgier Peter de Caluwe, den die u. a. mit Ex-Bundestheater-General Christian Kircher und Stardirigent Franz Welser-Möst hochkarätig besetzte Findungskommission allerdings nicht erstgereiht hatte. Denn die Kommission hatte eine Doppelführung mit der Amsterdamer Opernchefin Sophie de Lint und dem australischen Regisseur Barrie Kosky dem Kuratorium vorgeschlagen, wie wohlinformierte Insider auch schon in diversen Blättern kolportierten. Offiziell wurde diese Konstellation nie bestätigt und ist kurzfristig geplatzt. Am 25. September wird das Kuratorium unter der Leitung von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler den lachenden Dritten bei einer Pressekonferenz in Salzburg vorstellen. In der Opernwelt ist Peter de Caluwe längst kein unbeschriebenes Blatt. Caluwe wurde 1963 in Ostflandern geboren und leitete fast 20 Jahre lang höchst erfolgreich die Brüsseler Oper "La Monnaie". 2025 wurde dieses mit dem "OPER! AWARD" zum besten Opernhaus des Jahres gekürt. Auch die Festspielpräsidentschaft soll am 25. September bekannt gegeben werden. Laut Austria Presse Agentur soll der Vertrag der bisherigen Präsidentin Kristina Hammer um weitere fünf Jahre verlängert werden. Am 17. September platzte in all diese Drehungen und Wendungen das Gerücht, dass der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz möglicherweise abgeht. Sein Vertrag läuft mit März 2027 aus. Wir berichten über die jüngsten Entwicklungen der Salzburger Festspiele.
Doku "KitKatClub – Kinks of Berlin"
Die Dokumentation verspricht den Blick in eine Welt, die vielen verschlossen bleibt: die Fetischnächte im legendären Berliner KitKatClub. Doch Regisseur Philipp Fussenegger gelingt auch ein Film abseits der voyeuristischen Lust. Er schafft einfühlsame Porträts der Menschen, die das KitKat besuchen, zwischen deren Alltag und den rauschenden Nächten. Die Doku läuft jetzt in den deutschen Kinos.
Die Van-Gogh-Sammlung im Kröller-Müller Museum
Sonnenblumen und Sternenhimmel: Selbst wer nie ein Original gesehen hat, kennt die Werke von Vincent van Gogh. Heute ist er einer der populärsten Künstler überhaupt, zu Lebzeiten aber war er wenig erfolgreich. Nach seinem frühen Tod 1890 stieg der Ruhm rasch an, eine der ersten Sammlerinnen war Helene Kröller-Müller. Zwischen 1908 und 1922 erwarb sie 88 Gemälde und 172 Papierarbeiten. In der Regel sind nur 30 bis 40 der Gemälde im Kröller-Müller Museum, das mitten im niederländischen Nationalpark De Hoge Veluwe liegt, zu sehen, in der Ausstellung "Van Gogh, All our Paintings" werden bis zum 3. Januar 2027 alle 88 zugleich gezeigt.