Kultur
"Washington Post" - Journalismus unter Druck
Die Themen der "Kulturzeit" vom 09.02.2026: "Washington Post" - Gespräch mit David Graham, Social Media, Roman "Trag das Feuer weiter", Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Sendetermin
- 09.02.2026
- 19:23 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Kommt jetzt das Ende von Social Media?
Weniger Posts, sinkende Interaktion, wachsende Unzufriedenheit – vieles deutet darauf hin, dass soziale Medien an Bedeutung verlieren. Seit rund zwei Jahren steigt die Nutzungsdauer nur noch bei Älteren und stagniert in den meisten Altersgruppen. Ausgerechnet 16- bis 24-Jährige wenden sich ab. Statt Austausch dominieren KI-generierte Inhalte und Werbung. Immer mehr Staaten fordern Regulierungen: nach Australien könnte Frankreich bald das zweite Land sein, in dem es eine Altersbeschränkung für Social Media gilt. Haben soziale Medien ihren Höhepunkt überschritten? Und: Wäre ein Ende der Plattformen eher ein Verlust oder eine Entlastung für gesellschaftliche Diskurse? Zu Wort kommen der New Yorker Sozialpsychologe und Autor Jonathan Haidt ("Generation Angst"), der maßgeblich die Politik der Regulierung von Social Media für Jugendliche angestoßen hat, der Soziologe Armin Nassehi und der junge Youtuber Robin Fübbeker, dessen Video über die Löschung seines Instagram-Accounts knapp eine Million Aufrufe hat.
"Trag das Feuer weiter" von Leïla Slimani
Die franko-marokkanische Bestsellerautorin Leïla Slimani hat gerade ihren bislang persönlichsten Roman "Trag das Feuer weiter" veröffentlicht. Es ist das Ende ihrer Trilogie über ihre marokkanische Familie und eine Geschichte über Identität, Freiheit und weibliche Selbstbestimmung.
Wenn das Leben die Kunst ist - Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch im Dresdner Albertinum
Pünktlich zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker am 8. Februar eröffneten die Dresdner Kunstsammlungen eine opulente Ausstellung zweier Vorläufer der Moderne. Gemeinsam werden die in Dresden geborene Modersohn-Becker und der Norweger Edvard Munch zu den Wegbereitern des Expressionismus gezählt. Während Modersohn-Becker ihr Künstlerinnensein sehr erkämpfen musste und mit 31 Jahren starb, erreichte Munch (1863-1944) in diesen Jahren durch einen Skandal 1892 den ersten Schritt in seiner Karriere. Über das "Expressive" hinaus ist in der Dresdner Doppel-Ausstellung zu erleben, wie die beiden - auf sehr unterschiedliche Weise - den Zeitgeist und die Hauptthemen der Kunst dieser immer als sehr "nervös" wahrgenommenen Zeit um die Jahrhundertwende und danach spiegelten: Zum Beispiel die Lebenseuphorie, die Lebensreformbewegungen, die eine große Rolle im Albertinum spielen, oder der unbedingte Wille, als Künstlerin und Künstler wahrhaftig und echt zu sein - und damit gegen das gesamte Establishment sein eigenes Ich zu behaupten. Aus allen Werkbereichen sind Beispiele zu sehen: Landschaft, Akt, Selbstbildnis und auch Munchs schmerzvolle Seelenbilder.