Kultur
"Kulturzeit" vom 15.01.2026: René Girard, Peter Thiel und der Antichrist
Die Themen der Sendung: "Control. Alt. Delete" - Teil 2: René Girard, was kommt 2026? - Gespräch mit Armin Nassehi, 25 Jahre Wikipedia, Sleaford Mods im Interview.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 15.01.2028
Die Themen der Sendung:
"Control. Alt. Delete" - Teil 2: René Girard
Die Reihe "Control. Alt. Delete" widmet sich drei Vordenkern, deren Ideen den Einfluss der Tech-Branche auf die US-Politik und den fortschreitenden Abbau demokratischer Strukturen maßgeblich geprägt haben: Ayn Rand, René Girard und Curtis Yarvin. Der Literaturwissenschaftler und Stanford-Professor René Girard erklärt mit seiner Theorie des mimetischen Begehrens, wie Nachahmung Konflikte und Rivalitäten antreibt.
Reihe: "Control. Alt. Delete"
Was erwartet uns 2026? - Gespräch mit Armin Nassehi
Der Anfang des Jahres 2026 ist nicht gerade vielversprechend: US-Präsident Donald Trump will Grönland annektieren, im Netz kursieren brutale Videos der US-Einwanderungsbehörde ICE, die Tragödie von Crans-Montana erschüttert uns und Russlands Ex-Präsident Dmitrij Medwedew spekuliert nach der Festnahme von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro durch die USA über eine Entführung des deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Was da wohl 2026 noch auf uns zukommt? Wir wagen dennoch einen Blick in die Glaskugel, gemeinsam mit dem Soziologen Armin Nassehi.
25 Jahre Wikipedia
Am 15. Januar vor 25 Jahren gründeten der Internet-Unternehmer Jimmy Wales und der Philosoph und Autor Larry Sanger in den USA Wikipedia. Die Wissensfundgrube stieg schnell in die Top Ten der weltweit meistgenutzten Internetseiten auf und hält diesen Rang bis heute. Der Begriff "wiki" stammt aus Hawaii und bedeutet so viel wie "schnell". Nach Angaben von Wikipedia gibt es rund 65 Millionen enzyklopädische Artikel in mehr als 300 Sprachen. Mehr als 7,1 Millionen Einträge sind auf Englisch verfasst, deutsche Artikel kommen mit fast 3,1 Millionen auf den zweiten Platz.
Wikipedia basiert auf dem Prinzip der Schwarmintelligenz. Das Online-Lexikon lebt von fast 250.000 Freiwilligen, die Wikipedia aktualisieren und Zitate und Quellen einfügen. Die Zahl der fest Beschäftigten ist dagegen verschwindend gering. Außerdem finanziert sich Wikipedia fast ausschließlich über Spenden. Mit der jüngsten Kampagne nahm die gemeinnützige Wikimedia-Stiftung im Dezember 2025 rund acht Millionen Euro ein. Daneben gibt es ein kommerzielles Produkt namens Wikimedia Enterprise, das Unternehmen maßgeschneiderte Daten liefert.
Ob die Schwarmintelligenz verlässlich ist, wird oft hinterfragt. Viele Schulen und Hochschulen akzeptieren Wikipedia nicht als Quelle beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Die Wikipedia-Macher argumentieren, Fehler würden in der Regel sofort von aufmerksamen Nutzern korrigiert. Ob Wikipedia aber auf Dauer der KI trotzen kann, darüber diskutieren die Mitarbeiter seit Jahren. In der englischsprachigen Wikipedia gibt es ein Team Ehrenamtlicher, das KI-erzeugte Inhalte aufspürt, korrigiert oder notfalls sogar löscht. Solche Artikel sind laut Wikipedia allerdings noch in der Minderheit. Ein größeres Problem ist laut Jimmy Wales, dass Chatbots Wikipedia für ihre Antworten auf Nutzerfragen ausschlachten, ohne die Quelle zu kennzeichnen oder dafür zu zahlen.
Sleaford Mods im Interview
Seit 15 Jahren seziert das Elektropunk-Duo Sleaford Mods die englische Gesellschaft. Auf ihrem neuen Album "The Demise of Planet X" beschreiben sie das gestörte Verhältnis von Individuum und Gesellschaft. Die Oscar-prämierte britische Filmregisseurin Andrea Arnold hat das Video zum Song "No Touch" inszeniert. Darin bleiben die Menschen, die Band und Gastsängerin Sue Tompkins alle für sich. Bizarr und immer am Rand eines Albtraums. Lillian Moschen hat mit Sleaford Mods über ihr neues Album gesprochen.