Kultur
Trump: Brutale Kämpfe zum 80. Geburtstag
Die Themen der "Kulturzeit" vom 15.06.2026: Käfig-Kämpfe vor Weißem Haus, Podcaster Aurel Merz, Maria Revas "Königreich für eine Schnecke" - Literaturgespräch mit Miriam Zeh, Künstlerin Gabriele Stötzer.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 06.12.2026
Die Themen der Sendung:
Donald Trump feiert seinen 80. mit Käfig-Kämpfen vor dem Weißen Haus
Donald Trump wurde am 14. Juni 80 Jahre alt und schenkte sich und der Welt blutige Schaukämpfe. Vor dem Weißen Haus wurde ein riesiger Käfig errichtet, in dem Marcial Arts Größen gegeneinander antraten. Denn so ein Geburtstag ist bigger than life. Interessanterweise hat Trump die Sause zu seinen Ehren kurzerhand zum Teil eines viel bedeutenderen Geburtstags erklärt: den der gesamten Nation. Seine Kampf-Party soll Auftakt der Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum der USA sein. Nur ein Fall von Größenwahn? Oder bewusste Setzung eines Narrativs? Was sagt das über eine Nation aus, wenn sie ihren großen Geburtstag mit martialischen Kämpfen begeht? Ist das Amerika? - ist man versucht zu fragen. Brot und Spiele? Schon länger fällt auf, dass das männlichkeitstrunkene Lager der MAGA-Leute sich gerne mit der römischen Antike vergleicht, wo echte Männer noch als Gladiatoren um Leben und Tod kämpften. Wieviel Rom steckt also in der MAGA-Ideologie? Und wieso?
Aurel Mertz' Buch "Alpha Boys"
Scheitern die Männer am Ideal der Männlichkeit? Neue Fälle von sexualisierter Gewalt und Deepfakes in Deutschland und Frankreich erschüttern die Öffentlichkeit. Die Manosphere auf Social Media schürt frauenfeindliche Fantasien. Denken Männer selbst über ihre aktuelle Rolle nach? Was wollen sie verändern?
In seinem Buch "Alpha Boys" wirft Comedian und Podcaster Aurel Mertz einen satirischen Blick auf die neue Hypermaskulinität. Für seine Recherchen reiste er bis nach Asien in ein Männer-Camp.
Maria Revas "Königreich für eine Schnecke" - Literaturgespräch mit Miriam Zeh
In Maria Revas Romandebüt suchen westliche Junggesellen in der Ukraine die Liebe fürs Leben. Die Hauptrolle in diesem Booker-Preis-nominierten Roman spielt allerdings eine Frau. Jewa ist Schneckenforscherin und will aussterbende Arten retten, Geld verdient sie als ein Art Escort-Dame für eben jene westlichen Männer auf Brautschau. Dabei lernt sie die Schwestern Nastia und Sol kennen, zwei Aktivistinnen, die die Heiratstouristen in Jewas Forschungs-Mobil kidnappen und aufmerksamkeitsträchtig im Wald aussetzen wollen, um danach vom Aussterben bedrohte Schnecken zu retten. Am Ende läuft alles schief, weil die Russen gerade in diesem Moment ihr Land überfallen. Wir sprechen mit Literaturkritikerin Miriam Zeh über das abgründig-komische Road-Movie.
Ausstellung: "Gabriele Stötzer: Dabei sein und nicht schweigen" in Berlin
Gabriele Stötzer setzt sich seit fünf Jahrzehnten als Künstlerin und Schriftstellerin mit ihrem Körper, mit Selbstbestimmung und Gerechtigkeit auseinander - gegen alle Widerstände und Normen. Sie saß in der DDR im Gefängnis, war an der Erstürmung der Erfurter Stasi-Zentrale beteiligt. Später wurde sie Dozentin, bekam das Bundesverdienstkreuz. Jetzt bekommt sie erstmals eine große Einzelausstellung im Gropius Bau in Berlin, der all ihre Facetten, von Fotografie über Literatur und Film, bis Textilkunst und Performance zeigt. Zu sehen ist die Schau vom 19. Juni bis 6. Dezember.