Ein älterer Mann im dunklen Anzug mit roter Krawatte spricht in ein Mikrofon.

Kultur

"Kulturzeit" vom 21.01.2026: Donald Trump in Davos

Die Themen der Sendung: Donald Trumps Auftritt in Davos - Gespräch mit James Davis, Architektur von Rechenzentren, KI für gemeinwohlorientierte Produkte, neues Album von Naked Lunch.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2025
Datum:
Sendetermin
21.01.2026
19:22 - 20:00 Uhr

Die Themen der Sendung:

Donald Trumps Auftritt in Davos - Gespräch mit James Davis

US-Präsident Donald Trump hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vor allem seine isolationistische Politik angepriesen. Zum Schutz der Welt müsse Grönland von den USA übernommen werden, behauptete Trump erneut. Gewalt werde er dafür aber nicht anwenden, sagte er. Er forderte stattdessen "sofortige Verhandlungen" - mit wem, sagte er nicht. Dänemark, zu dem Grönland gehört, und weitere europäische Staaten wie Deutschland hatten stets bekräftigt, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Nur die USA könnten "dieses riesige Stück Land" verteidigen, sagte Trump. "Wir brauchen es für die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit."

An den europäischen Staaten arbeitete sich der US-Präsident an mehreren Stellen seiner langen Rede ab. Europa entwickle sich nicht "in die richtige Richtung", sagte er. Bestimmte Länder seien nicht wiedererkennbar, das meine er nicht im positiven Sinne, sondern "sehr negativ", sagte Trump, der Bundeskanzler Friedrich Merz aber lobend erwähnte. Deutschland generiere derzeit gut ein Fünftel weniger Strom als noch 2017, sagte Trump, doch das sei nicht die Schuld des CDU-Politikers. "Er löst das Problem. Er wird großartige Arbeit leisten", so Trump. Den französischen Präsidenten Emmanuel Macron kritisierte der US-Präsident dagegen.

Erneut zweifelte Trump zudem Sinn und Zweck der Nato an. "Das Problem" mit der Nato sei, "dass wir zu 100 Prozent für sie da sein werden, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie für uns da sein werden, wenn wir sie rufen", sagte er und sprach von einem Szenario, in dem die USA "von dieser und jener Nation" angegriffen und um Hilfe bitten würden. "Ich weiß, dass wir für sie da wären, aber ich weiß nicht, ob sie für uns da wären", sagte er. Die Zukunft des Bündnisses ist wegen der Grönland-Krise derzeit eines der größten weltweiten Reizthemen.

Zum Krieg in der Ukraine äußerte sich Trump knapp. Allein im vergangenen Monat seien 31.000 Menschen getötet worden. "Es ist ein Blutbad dort, und ich will, dass es endet", sagte Trump und kündigte ein Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj noch am gleichen Tag an. Wir sprechen mit dem Politikwissenschaftler James Davis von der Universität St. Gallen über Trumps Auftritt in Davos.

Neue Orte der Macht: über die Architektur von Rechenzentren

Rechenzentren sind die Kathedralen der Gegenwart. Unter ihren Dächern materialisiert sich, was wir "die Cloud" nennen: ein Begriff, dessen sanfte Wolkigkeit verbirgt, welche realen Ressourcen diese Bauten ihrer Umwelt entziehen. Denn ihre Existenz hat massive ökologische, urbane und politische Auswirkungen. Einige Architektinnen und Architekten, darunter Marina Otero Verzier von der Universität Harvard und Niklas Maak sowie Damjan Kokalevski vom Architekturmuseum der TU München fordern: Wir müssen die physische Erscheinungsform des Internets aus architektonischer und städtebaulicher Sicht neu denken.

"AI to Amplify" - KI für das Gemeinwohl

Künstliche Intelligenz ist eines der präsentesten Themen der letzten Jahre. Für die einen ist sie ein Heilsversprechen für die Automatisierung der Industrie, Vermehrung von Reichtum oder sogar für die Lösung der Klimakrise. Für Andere ist KI die Bedrohung der künstlerischen Freiheit, von Jobs und eventuell der gesamten Menschheit. So manchem schwant, dass sich die Geschichte wiederholt und eine gute Idee durch Gier zu einer ziemlich schlechten werden könnte. Wegen diesem großen Spannungsfeld hat sich das Goethe-Institut das Projekt "AI to Amplify" ausgedacht. Hier werden Künstler, Programmierer und Aktivisten aus dem globalen Norden und Süden zusammengebracht, um KI-Apps zu entwickeln, die dem Gemeinwohl dienen und das weltweit. Wir haben uns in Bangladesch, Kenia und Europa die Entwicklungen mit einer sozialeren Künstlichen Intelligenz genauer angeschaut.

Schwermütiger: Oliver Welter & seine Naked Lunch on Tour

Der Kärntner Oliver Welter stellt den Maximalanspruch an seine Musik und hat damit Popgeschichte geschrieben: Seine Band Naked Lunch genießt internationalen Kult-Status. Der hohe Anspruch hat seinen Preis: lange Pausen vergehen zwischen den einzelnen Alben. Jetzt, nach zwölf Jahren, haben Welter und Naked Lunch eine neue Platte herausgebracht und sind damit in Österreich und Deutschland auf Tour.

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