Kultur
Daniel Cohn-Bendit über den 7. Oktober
Die Themen der Sendung vom 07.10.2026: Israel vor den Wahlen, Daniel Cohn-Bendit im Gespräch über jüdisches Selbstverständnis und Schülerproteste in Frankreich, Buchmessenflash.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 07.10.2026
- 19:22 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Israel: Der 7. Oktober und die Wahlen
Es war abzusehen, auch wenn Israels Premier Benjamin Netanjahu es nicht wahrhaben wollte: Die Wahlen am 27. Oktober sind ein Referendum über den 7. Oktober. Für Netanjahu, der bis heute jede Verantwortung für das Massaker weit von sich weist, könnte der Wahltag der Payday sein, dem er drei Jahre lang entgangen war. Der investigative Bericht der "Haaretz"-Journalisten Shlomi Eldar und Ruth Yuval, der nahelegt, dass Netanjahu Wochen vor dem Massaker von Sheikh Mohammed bin Zayed Al Nahyan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, ausdrücklich gewarnt worden war, könnte Netanjahus politisches Ende bedeuten. Netanjahus Mantra, man habe ihn am 7. Oktober nicht rechtzeitig geweckt, wird angesichts der "Haaretz"-Enthüllungen zunehmend unglaubwürdiger. Geweckt worden, so seine Gegner jetzt, sei er Wochen vorher.
Der Wahlkampf, der bislang vor allem seitens der Netanjahu-Gegner aus leeren Slogans bestand, wird zunehmend schärfer. Beobachter und aktive Player wie Eliad Shraga vom "Movement for the Quality of Government" sehen in den Wahlen die Chance, die Regierung zur Verantwortung zu ziehen und endlich eine unabhängige Untersuchungskommission ins Leben zu rufen, die Netanjahu bis heute verweigert. Wir haben mit israelischen Kulturschaffenden und Intellektuellen über die Bedeutung des 7. Oktober für die Wahlen gesprochen.
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Jüdisches Selbstverständnis nach dem 7. Oktober - Gespräch mit Daniel Cohn-Bendit
Wie hat sich das Selbstverständnis von Jüdinnen und Juden in Deutschland nach dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 verändert? Wir haben den Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann, dessen jüdischer Vater Dagobert Biermann in Auschwitz ermordet wurde, und den Pianisten Igor Levit um Statements gebeten und sprechen mit Daniel Cohn-Bendit, Sohn von Holocaust-Überlebenden und Autor des Buches "Erinnerungen eines Staatenlosen".
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Schülerproteste in Paris - Gespräch mit Daniel Cohn Bendit
Seit Tagen gehen Frankreichs Schüler auf die Straße, um gegen Unterrichtsausfall, marode Gebäude und ungleiche Bildungschancen zu protestieren. Sie werden unterstützt von Lehrergewerkschaften und von Studierendenvereinigungen. Seit Beginn der Proteste wurden nach offiziellen Angaben bereits 215 Schülerinnen und Schüler, 700 Sicherheitskräfte und rund 100 Schulbeschäftigte verletzt. Zudem gab es rund 6000 Festnahmen, in erster Linie Minderjährige. Immer wieder wurden Schulen und Direktoren Opfer von ungezügelter Gewalt. Dahinter scheinen häufig schulfremde Täter zu stecken. Das betonen Schulleiter ebenso wie der Bildungsminister Édouard Geffray.
Wir sprechen mit dem deutsch-französischen Politiker und Publizisten Daniel Cohn-Bendit, der selbst 1968 , als die Studenten in Paris auf die Barrikaden gingen zu ihrem Sprachrohr und schlagartig bekannt wurde. Später trat er den Grünen und den französischen Les Verts bei und war von 1994 bis 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments.
Buchmessenflash: Debüts
Die Buchmesse hat ihre Tore erst mal für das Fachpublikum geöffnet. Frankfurt liest - und sie haben beeindruckenden Stoff dafür geliefert: Şeyda Kurt mit "Zeit der Monster", Louise Böhm mit "Kaskaden", Evelyn Bubich mit "All These Pretty Girls". Drei Romandebüts, drei Schreib-Perspektiven.