Kultur
Ungarn: Amtsantritt der Regierung Magyar
Die Themen der "Kulturzeit" vom 11.05.2026: Neue Regierung in Ungarn, Doku "Innere Emigranten", Koyo Kouoh, Ludwig-Börne-Preis für Christopher Clark, Nachruf auf Bruno Bischofberger, Lucerne Festival.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 11.08.2026
Die Themen der Sendung:
Ungarn: Amtsantritt der neuen Regierung
Während Ungarns 16 Jahre amtierender Ministerpräsident Victor Orban seinen Parlamentssitz aufgegeben hat, um für unbestimmte Zeit in die USA zu ziehen und die um ihn versammelten Oligarchen Milliarden gestohlener Steuergelder ins Ausland transferieren, hat sein Nachfolger Peter Magyar bereits sein Kabinett zusammengestellt - Spezialisten über die Parteigrenzen hinweg, die unter anderem so anspruchsvolle Aufgaben vor sich haben, wie den unter Orban zu einer Propaganda-Maschine umfunktionierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk inklusive Personal zu restrukturieren, die Korruption aufzuarbeiten, das Verhältnis zur EU zu reparieren, oder Akten aus der sozialistischen Diktatur für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Am 9. Mai ist die neue Regierung in Kraft getreten.
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Dokumentarfilm "Innere Emigranten"
Die Dokumentarfilmerin Lena Karbe hat heimlich über einen längeren Zeitraum drei Psychologen in Moskau begleitet, die ehrenamtlich eine Krisenhotline betreiben. "Innere Emigranten" heißt ihr Dokumentarfilm, der am 14. Mai in die Kinos kommt. Diese Krisenhotline besteht seit Beginn des militärischen Überfalls Russlands auf die Ukraine. Der Film ist das Psychogramm einer Gesellschaft von Menschen, die angesichts des autoritären Drucks versuchen, ihr Seelenheil im Privaten zu finden. Es rufen Menschen an, die entweder einen Angehörigen im Ukrainekrieg verloren haben oder bei denen beim Thema Putin ein Riss durch ihre Familien geht. Die Psychologen versuchen, den Anrufenden hilfreich und neutral beizustehen, aber nicht selten fällt es ihnen schwer, objektiv zu bleiben und persönliche Ansichten zurückzuhalten.
Koyo Kouoh - die verstorbene Kuratorin der Biennale von Venedig
Mit der diesjährigen Ausgabe der Biennale jährt sich der Tod von Koyo Kouoh zum ersten Mal. Die schweizerisch-kamerunische Kuratorin hätte als erste schwarze Frau die Biennale von Venedig leiten sollen – doch Koyo Kouoh verstarb völlig unerwartet inmitten der Vorbereitungen im Alter von nur 57 Jahren. Ihre Vision aber bleibt. Ihr Team hat Kouoh’s Vermächtnis weitergeführt und die Biennale ohne sie, aber in ihrem Sinne eröffnet.
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Christopher Clark mit Ludwig-Börne-Preis geehrt
Der in Großbritannien lebende australische Historiker Christopher Clark hat bei einem Festakt in der Paulskirche in Frankfurt am Main den Ludwig-Börne-Preis im Bereich Essay und Kritik entgegen genommen. Der von der Ludwig-Börne-Stiftung benannte Preisrichter Reinhard Müller, leitender Redakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", würdigte Clark als Historiker, der einem breiten Publikum neue Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg und die europäischen Revolutionen eröffnet habe. Christopher Clark sei ein mitreißender Erzähler von Geschichte, "der uns unbefangen erklärt, wie wir wurden, was wir sind", heißt es weiter in der Begründung.
Isländische Prominenz beim Lucerne-Festival
Zur Eröffnung des Lucerne Festival Pulse, das Vikingur Olafsson für drei Jahre kuratieren wird, gestaltet er gemeinsam mit seinem Landsmann, dem gefeierten bildenden Künstler Olafur Eliasson, Bachs Goldberg-Variationen als Gesamtkunstwerk aus Klang und Lichtprojektion. Es findet in einer Kirche in Meggen statt.
Zum Tod von Galerist Bruno Bischofberger
Der Schweizer Kunsthändler Bruno Bischofberger ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Bischofberger war einer der ersten, die Werke von bekannten Pop-Art-Künstlern aus den USA nach Europa brachten. Mit dem 1987 verstorbenen Andy Warhol verband ihn neben einer Geschäftsbeziehung auch eine langjährige Freundschaft. 1984 schlug der Schweizer eine künstlerische Zusammenarbeit zwischen Warhol und Jean-Michel Basquiat vor, aus der mehrere Werke entstanden, die heute als grundlegend für die Geschichte der zeitgenössischen Kunst gelten.