Kultur
Ungarn nach der Wahl
Die Themen der "Kulturzeit" vom 13.04.2026: Ungarn - Gespräch mit Pál Dániel Rényi, Buchenwald-Gedenken, Eva Redecker analysiert den neuen Faschismus, Band Black Sea Dahu, Ballettabend in Detmold.
- Produktionsland und -jahr:
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Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 13.04.2026
- 19:22 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Ungarn nach der Wahl - Gespräch mit Pál Dániel Rényi
Der ungarische Oppositionsführer Peter Magyar hat nach dem deutlichen Sieg seiner Partei Tisza bei der Parlamentswahl eine Zeitenwende für sein Land beschworen. Seine Wähler hätten die ungarische Geschichte neu geschrieben, erklärte Magyar in seiner Siegesrede vor Zehntausenden jubelnden Anhängern an der Donau.
Großes Aufatmen in Brüssel: Zahlreiche EU-Funktionäre und Europaabgeordnete taten ihre Erleichterung über die Abwahl des notorischen Europa-Saboteurs Viktor Orban kund. "Heute Abend schlägt das Herz Europas in Ungarn stärker", begeisterte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Wahlabend. Dabei ist noch unklar, ob Orbans voraussichtlicher Nachfolger Peter Magyar die von Brüssel in ihn gesetzten Hoffnungen auch erfüllen wird. Was ist von Peter Magyar zu erwarten? Wir sprechen mit dem Journalisten Pál Dániel Rényi.
Buchenwald-Gedenken - Zwischenrufe, aber kein Eklat
Es gab gleich mehrere Kontroversen im Vorfeld - und war am Ende dann doch ein größtenteils stilles Gedenken: Ungestört von zuvor angekündigten propalästinensischen Protesten ist der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar vor 81 Jahren gedacht worden. Hauptredner Hape Kerkeling berichtete dabei in eindringlichen Worten über das Leid seines in Buchenwald inhaftierten Großvaters. Erstmals seit Jahrzehnten sprach hingegen kein Überlebender bei dem Festakt. Hintergrund waren Einschränkungen des Flugverkehrs aus Israel. Laut wurde es bei der Rede von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer - der sich auch inhaltliche Kritik gefallen lassen musste.
Analyse des neuen Faschismus: "Dieser Drang nach Härte"
Ein Rechtsruck geht um die Welt – überall gewinnen autoritäre Kräfte an Macht und Einfluss. In der Folge werden Minderheiten ausgegrenzt oder körperlich angegriffen. Aber welche Entwicklungen in der Gesellschaft begünstigen dies? Der Faschismus der Gegenwart ist nicht mit dem der Vergangenheit zu vergleichen, er hat eine neue Gestalt, die nicht leicht zu erkennen und noch schwerer zu erklären ist. Mit "Dieser Drang nach Härte" hat die Philosophin Eva von Redecker eine Analyse des neuen Faschismus vorgelegt, der hilft, ihn zu entschlüsseln und Strategien der Gegenwehr zu entwickeln.
Black Sea Dahu: Echt bleiben im harten Musikgeschäft
Sie sind eine der wenigen Schweizer Indie-Bands, die es geschafft haben. Janine Cathrein schreibt Songs, die hypnotisieren und zu veritablen Hits werden. Doch hinter dem Erfolg von Black Sea Dahu steckt sehr harte Arbeit: viele Konzerte spielen, eigene Merchandise-Produkte herstellen und Social Media bedienen. Zeit zum Songschreiben bleibt dabei kaum mehr, sagt Frontfrau Janine Cathrein. Hinter ihr liegen schwierige Jahre. Ihr Vater starb vor drei Jahren plötzlich, was ihre Beziehung zur Musik veränderte. Und doch hadert Cathrein damit, wie es weitergehen kann. Lohnt sich all die Arbeit überhaupt?
Habgierig: "Vom Fischer und seiner Frau" als Tanzabend in Detmold
Sie ist unersättlich, möchte erst eine Hütte, dann ein Schloss, König, Kaiser und Papst werden. Alles Wünsche, die Ilsebills Mann an einen Butt richten soll. Im Märchen "Vom Fischer und seiner Frau" werden all ihre Wünsche erfüllt, bis sie so werden möchte wie Gott, dann ist der schöne Traum vorbei, sie lebt wieder in ihrem alten Leben. Das Landestheater Detmold hat diese Parabel über Habgier und Unmäßigkeit als Ballettabend in Auftrag gegeben. Choreografin Katharina Torwesten und Komponist Robert Lillinger haben ein Werk geschaffen, das musikalische Raffinesse mit psychologisch durchdachten Choreografien vereint.