Kultur
"Kulturzeit" vom 02.02.2026: Grammys - Protest gegen Trump
Die Themen der Sendung: Protest bei Grammy-Verleihung - Gespräch mit Klaus Brinkbäumer, Oper "Monster's Paradise", Farbe des Jahres - "Cloud Dancer", David Lynch-Ausstellung, Villa Beer.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Sendetermin
- 02.02.2026
- 19:22 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Grammy-Verleihung: politisch wie nie - Gespräch mit Klaus Brinkbäumer
Quelle: Sphinx
Latino-Rapstar Bad Bunny ist bei der Grammy-Verleihung eine Sensation gelungen: Mit seinem Album "Debí tirar más fotos" wurde erstmals ein spanischsprachiges Album mit dem wichtigsten US-Musikpreis für das Album des Jahres ausgezeichnet. Weitere Preise gingen bei der Gala am Abend des 1. Februar an US-Rapper Kendrick Lamar und Popstar Billie Eilish. Bad Bunny, Billie Eilish und viele andere Stars nutzten ihre Auftritte für Proteste gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE und die Regierung von Präsident Donald Trump. Der aus Puerto Rico stammende Bad Bunny thematisiert auf "Debí tirar más fotos" (auf Deutsch: "Ich hätte mehr Fotos machen sollen") zu traditionellen Rhythmen aus seiner Heimat die Kolonisierung der Karibikinsel, die seit mehr als hundert Jahren zu den USA gehört. Der Rapper hielt seine Dankesrede größtenteils auf Spanisch und widmete seinen Preis allen Menschen, "die ihr Land verlassen mussten, um ihren Träumen zu folgen".
Die Gala in Los Angeles war geprägt vom Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE. In seiner Dankesrede für den Preis für das beste Música-Urbana-Album sagte Bad Bunny: "Bevor ich Gott danke, werde ich 'ICE out' ('ICE raus') sagen." Der Rapper, der vom Publikum tosenden Beifall bekam, fügte hinzu: "Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Fremden: Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner. "Mehrere Prominente, darunter Billie Eilish, ihr Bruder Finnegan und die kanadische Musikerin Joni Mitchell, trugen bei der Grammy-Verleihung außerdem Anstecker mit den Worten "ICE OUT", um ihre Kritik an den Razzien kundzutun. Wir sprechen mit dem Journalisten Klaus Brinkbäumer, dessen Buch "Der amerikanische Albtraum" Ende März erscheint, über die Situation in den USA.
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