Kultur
"Kulturzeit" vom 26.01.2026: Wie Künstler in den USA Widerstand leisten
Die Themen der Sendung: US-Künstler gegen Trump, wenn der Protest kippt, Mirna Funks Roman "Balagan", Cézanne-Ausstellung.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 22.05.2026
Die Themen der Sendung:
Wie Künstler in den USA Widerstand leisten
Seit Beginn des Jahres hält die Trump-Regierung die Welt in Atem. Unter US-Künstlern formiert sich zunehmend Widerstand. "Fall of Freedom" ist eine neu gegründete Protestbewegung, die landesweit zum kreativen Widerstand gegen die Repressionen und zur Verteidigung der Demokratie aufruft. Initiiert wurde sie von Dread Scott und Lynn Nottage. Bekannte Künstlerinnen und Künstler wie John Legend, Michael Moore, Robert Longo, Marilyn Minter und Laura Poitras sind Teil der Bewegung.
Mehr zur USA
Wenn der Protest kippt - Ökologie, Moral und Gewalt
Der Anschlag auf die Energie-Infrastruktur in Berlin zwingt zu einer Frage, die lange vermieden wurde: Radikalisiert sich ein Teil des ökologischen Protests – und wo liegen die Grenzen legitimen Widerstands? Zehntausende Menschen waren in Berlin Zehlendorf und Lichterfelde von einem Stromausfall betroffen, ausgelöst durch einen gezielten Anschlag auf kritische Infrastruktur. Kurz darauf tauchte ein Bekennerschreiben auf, das sich auf den Klimaschutz berief. Was als Kampf für die Zukunft legitimiert wurde, traf im Hier und Jetzt eine bürgerliche Wohngegend – Familien, ältere Menschen, kulturelle Einrichtungen, kurzum das kulturelle und soziale Gefüge eines Stadtteils.
Während ziviler Ungehorsam – Blockaden, Aktionen, Störungen – sichtbar und gesellschaftlich umstritten bleibt, verschiebt sich ein kleiner Teil der Bewegung in den Untergrund. Sabotage, Brandanschläge, Angriffe auf Infrastruktur – nicht aus persönlicher Bereicherung, sondern im Namen einer moralischen Notlage. Ermittler sprechen von einer neuen Qualität, Beobachter von einer ideologischen Verhärtung. Dabei ist die Geschichte nicht neu. Schon in den 1970er- und 1980er-Jahren radikalisierten sich Teile der Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung. Auch im deutschsprachigen Raum sahen militante Gruppen Gewalt als legitimes Mittel gegen einen Staat, der aus ihrer Sicht Leben und Natur gefährdete. Neu ist der Kontext: Klimakrise, politische Blockaden, das Gefühl, dass demokratische Prozesse zu langsam sind – und dass Zeit fehlt. Aber wo endet legitimer Widerstand und wo beginnt Terror?
Mirna Funks Roman "Balagan"
Amira entdeckt nach dem Tod ihres Großvaters die verschollen geglaubte Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie und steht vor dem Dilemma: Spenden? Verkaufen? Behalten? Und auf welchem Weg sind die im Krieg verschollenen Kunstwerke eigentlich zu ihrem Großvater zurückgekommen? War da alles legal? Mirna Funks Urgroßeltern waren das Sammler-und Mäzenenpaar David und Lola Leder, befreundet unter anderem mit Max Liebermann und Lovis Corinth, die beide auch Portraits von Lola und David malten. Während der Nazizeit verloren die beiden verfolgungsbedingt ihre Sammlung - Teile davon sind in Chemnitz ausgestellt. Wir haben mit Mirna Funk über ihren Weg durch das deutsch-jüdische Dickicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart gesprochen.
Fondation Beyeler zeigt Paul Cézanne in 80 Bildern
Zum ersten Mal präsentiert die Fondation Beyeler eine Einzelausstellung zu Paul Cézanne (1839-1906). In seinem Spätwerk lief der französische Meister und Pionier der modernen Malerei zur Hochform auf. In Riehen bei Basel sind jetzt 80 Werke aus seiner letzten Schaffensphase in der Provence zu sehen.