Kultur

Krieg in der Ukraine: Berichte von der Front

Die Themen der "Kulturzeit" vom 24.02.2026: Doku "2000 Meter bis Andriiwka", Kriegserlebnisse einer ukrainischen Soldatin als Performance, Roman "Nelka", Bargeld, Rapperin NENDA.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2024
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 24.02.2027

Die Themen der Sendung:

Kriegsdoku "2000 Meter bis Andriiwka"

2000 Meter müssen die Soldaten der 3. ukrainischen Sturmbrigade zurücklegen, um das russisch besetzte Dorf Andriiwka nahe Bachmut zu befreien. Der Film des oscarprämierten ukrainischen Dokumentarfilmers Mstyslav Tschernov zeigt den Alltag der Soldaten an vorderster Front - auch mit Bodycam-Aufnahmen. Nah und schonungslos. Die Doku ist im ZDF zu sehen.

Performance "She stands in the middle of the battlefield"

Die polnische Regisseurin Magda Szpecht verarbeitet die Kriegserlebnisse einer ukrainischen Freundin in einer Performance. Als ihre Freundin entschied, in den Krieg zu ziehen, habe sie versucht, sie davon abzuhalten. Die Kultur müsse doch auch weiterleben, ihre Kunst könne genauso eine Waffe sein im Kampf gegen diesen Wahnsinn. So habe sie auf sie eingeredet, als sie ihren Entschluss mitteilte. "Das war an ihrem Geburtstag", erinnert sich Magda Szpecht. "Und sie hatte den Vertrag mit der ukrainischen Armee bereits unterschrieben." Das ist drei Jahre her, die Freundin ist mittlerweile Offizierin. Aus den Texten und Nachrichten der Freundin hat die polnische Regisseurin Magda Szpecht nun die Performance "She stands in the middle of the battlefield“ inszeniert, die im Frankfurter Mousonturm Deutschlandpremiere feierte. Unter anderem fragt sie auch, wie es den Frauen im patriarchalen, teilweise noch sowjetisch geprägten System der ukrainischen Armee ergeht.

Mehr zum Krieg in der Ukraine

Svenja Leibers Roman "Nelka"

Es ist ein großes Unrecht: Während des Zweiten Weltkriegs wurden Millionen Menschen aus besetzten Ländern zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Auch in der Landwirtschaft ersetzten sie fehlende Arbeitskräfte, arbeiteten unter harten Bedingungen und ohne Rechte. Viele litten unter Gewalt, Hunger und schlechter Behandlung. Die Schriftstellerin Svenja Leiber erzählt in ihrem neuen Roman "Nelka" von einem 16-jährigen Mädchen, das 1941 aus dem damaligen Lemberg nach Schleswig-Holstein verschleppt wird und auf einem Gutshof arbeiten muss und sogar Opfer sexueller Gewalt wird. Jahrzehnte später kehrt sie an den Ort zurück und trifft ihren einstigen Peiniger.

Bleibt das Bargeld?

Die Blütezeit des Bargeldes scheint vorüberzuziehen. Im digitalen Zeitalter ist Geld nur noch selten greifbar. Regisseur Hercli Bundi hat für seinen Film "Unser Geld" dieses unter die Lupe genommen. Er hat seine Interviewpartner, vom Bänker bis zum Bankräuber, aufgefordert, sich ihre Währung einmal genauer anzusehen. Gerade noch jeder dritte Einkauf wird in der Schweiz noch bar abgewickelt. Nur halb so viele wie etwas in Österreich. Dennoch, oder gerade deshalb, wollen die Befürworter einer Volksinitiative das Bargeld schützen.

Rapperin NENDA

Sie rappt über Alltagsrassismus, aber auch über Bergziegen: NENDA aus Tirol. Bereits mit ihrer ersten Single "Mixed Feelings" gelang ihr vor fünf Jahren in Österreich der Durchbruch. Nun folgt endlich das erste Album und NENDA geht auch in Deutschland auf Tour. Sie spielt permanent mit den Sprachen, rappt auf Englisch und Tirolerisch. Ihre Songs sind politisch und gleichzeitig voller Schmäh, alles fließt ineinander über: das Patriarchat und der Krampus, die Liebe und der Tod.

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