Kultur
Nobelpreisträgerin Mohammadi in Lebensgefahr
Die Themen der "Kulturzeit" vom 06.05.2026: Narges Mohammadi, Film "Roya", ein Jahr Wolfram Weimer - Gespräch mit Olaf Zimmermann, Epochenwechsel im Mäzenatentum, Sänger und Podcaster Plumes.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 06.05.2026
- 19:20 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Anwältin: Inhaftierte iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi "zwischen Leben und Tod"
Die im Iran inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi schwebt nach Angaben ihrer Anwältin zwischen Leben und Tod. "Wir hatten nie so viel Angst um ihr Leben wie jetzt, sie kann jeden Moment sterben", sagte ihre Anwältin Chirinne Ardakani am 5. Mai in Paris. Die 54-jährige Aktivistin war am 1. Mai aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus in Sandschan im Nordwesten des Landes gebracht worden. Das Nobelpreis-Komitee in Oslo hatte vergeblich gefordert, Mohammadi "umgehend in die Obhut ihres eigenen Ärzteteams in Teheran zu überstellen". Mohammadis Familie ist besorgt, dass sie zu spät ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie habe zuvor zwei Mal das Bewusstsein verloren und ernste Herzprobleme, hatte die Familie erklärt.
Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht, ihre beiden in Paris lebenden, erwachsenen Kinder hat sie seit 2015 nicht mehr gesehen. 2023 wurde Mohammadi für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend ihre beiden Kinder in Oslo entgegen.
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Film "Roya"
Eine iranische Lehrerin ist im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert, weil sie Studenten zum Aufruhr angestiftet haben soll. Nachdem sie dort eine ungewisse Zeit lang gequält und gefoltert worden ist, darf sie für eine Beerdigung drei Tage die Haftanstalt verlassen. Doch auch während dieser kurzen Zeitspanne in Freiheit drängt der erlebte Schrecken weiter auf sie ein. Ein komplexes Psychodrama über eine stille Freiheitskämpferin in den Mühlen des Mullah-Regimes, bei dem offen bleibt, wie viel real ist und wie viel nur im Kopf der Hauptfigur passiert. Der auch ästhetisch ambitionierte Film von Mahnaz Mohammadi ist mitunter erschütternd, lässt aber auch Raum für kleine Anzeichen der Hoffnung auf einen Wandel der iranischen Gesellschaft. Der Film kommt am 7. Mai in die deutschen Kinos.
Wolfram Weimer ein Jahr im Amt - Gespräch mit Olaf Zimmermann
"Der einzige Kulturkampf, den ich führen werde, ist der Kampf für die Kultur." Das hat Wolfram Weimer bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Kulturstaatsminister beim Deutschen Filmpreis im Mai 2025 verkündet. Wir blicken zurück auf ein turbulentes Jahr im Amt mit zahlreichen Kämpfen und ziehen Bilanz mit Olaf Zimmermann, Feschäftsführer des Deutschen Kulturrates.
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Epochenwechsel im Mäzenatentum
Der Beuys-Schüler und Tinguely-Gefährte Klaus Littmann eröffnet am 5. Mai die Ausstellung "Sammlung Martin und Veronika Burckhardt – von privaten Schätzen und öffentlichem Engagement" mit Werken der Erbengemeinschaft sowie aus dem Karl-August-Burckhardt-Koechlin-Fonds im Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel. Gezeigt werden sollen neben der privaten Sammlung (Werke u.a. von Mario Merz, Markus Raetz, Dieter Roth, von Louise Bourgeois oder Joseph Beuys) auch Privataufnahmen aus der Villa der beiden Kunstmäzene. Nach Werner Merzbacher (Kunsthaus Zürich) verliert die Schweiz mit dem Tod des Ehepaars Burckhardt in Basel weitere große Kunst-Mäzene. Was passiert mit dem gewaltigen Nachlass? Wohin geht die Reise in Bezug auf privates Kunst-Engagement?
Der französische Sänger und Podcaster Plumes
Picasso hatte einen Dackel, Matisse Tauben, Lagerfeld seine Choupette. Viele Künstler und Künstlerinnen sind eng mit ihren Haustieren verbunden. Sie sind geduldige Zuhörende und können eine Inspirationsquelle sein. Auch den französischen Internetstar Plumes macht die Gesellschaft von Tieren glücklich. Sogar so sehr, dass er ihnen etwas zurückgeben will: Er spielt Musik für sie. Er singt auf Weiden, in Zoos und Bauernhöfen. Die emotionalen Reaktionen der Tiere erfreuen ein Millionenpublikum.