Kultur
Navid Kermani zur Situation in Iran
Die Themen der Sendung vom 11.03.2026: Iran - Gespräch mit Navid Kermani, Ostalgie auf TikTok, Leipziger Stasi-Museum, Film "Nouvelle Vague".
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 12.06.2026
Die Themen deer Sendung:
Iran - Gespräch mit Navid Kermani
Am zwölften Tag des Krieges, der einen Flächenbrand im Nahen Osten ausgelöst hat, greifen die USA und Israel den Iran weiterhin massiv an. Dieser schlägt zurück - und zwar in viele Richtungen. So groß die Hoffnung auf eine Befreiung ist in der iranischen Zivilbevölkerung, so tief sitzt die Angst vor dem, was kommt. Auch der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani ("Sommer 24") ist wenig optimistisch. Wir sprechen mit ihm.
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Ostalgie 2.0
Der 17-jährige Paul Donner aus Mecklenburg-Vorpommern sammelt Dinge, die älter sind als er selbst: Fahnen, Wimpel, Amiga-Platten, NVA-Uniformen, Möbel aus der DDR. Für ihn ist Ostalgie kein Rückblick auf eigene Erinnerungen, sondern ein nostalgischer Blick auf eine fremde Vergangenheit. Auch die ostdeutschen Tech- und Hip-Hop-Szene inszeniert sich mit viel Ostalgie: in Clubs, Discos und vor allem im Netz, ein Bekenntnis zu Ostdeutschland – und zur DDR. Obwohl die Jugendlichen den Staat nie erlebt haben. Was steckt hinter dieser Ostalgie? Wir haben Paul Donner in seinem DDR-Privatmuseum in Altentreptow besucht, haben Mitglieder der Band Tresensport getroffen und mit dem Soziologen Daniel Kubiak gesprochen, der selbst in der DDR aufgewachsen ist und seit Jahren Jugendkulturen in Ostdeutschland erforscht.
Droht dem Leipziger Stasi-Museum das Aus?
Seit vielen Jahren steht das Leipziger Museum in der Runden Ecke in der Kritik. Im ehemaligen Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit ist seit 1990 eine Dauerausstellung "Stasi – Macht und Banalität" zu sehen. Auf viele Besucher wirkt sie heute wie ein Kuriositätenkabinett. Vitrinen enthalten rätselhafte Dinge. Da ist die Uniform eines Generals, da sind gefälschte Poststempel und konfiszierte Briefe, mysteriöse Utensilien für das "Kerblochverfahren", Einweckgläser mit Körpergeruchsproben. Seit einem halben Menschenleben, seit mehr als 35 Jahren, trotzt dieses Arrangement allen Zeitenwechseln in nahezu unveränderter Form. Dabei forderte die Stadt Leipzig bereits 2012 eine moderne museumspädagogische Überarbeitung, die bis heute nicht erfolgt ist. Museumsleiter Tobias Hollitzer, der die Museumsleitung 2008 von seiner Mutter übernommen hat, verteidigt die Ausstellung als "authentisch" und will sie weitgehend erhalten.
Jetzt hat die Stadt Konsequenzen gezogen und alle Zuwendungen eingestellt. Auch Geldgeber aus Bund und Land werfen Trägerverein und Museumsleitung "schwerwiegende Verstöße" beim Umgang mit den finanziellen Mitteln vor. Genannt wird das Fehlen von Nachweisen für die Verwendung von Geldern, "zweckwidriger Einsatz", "häufige Missachtung von gesetzten Fristen". Der komplette Entzug der Förderung steht im Raum. Drei Jahre vor dem 40. Jahrestag der friedlichen Revolution droht Leipzig an einem zentralen Ort des Gedenkens in der Stadt ein erinnerungspolitisches Fiasko.
Filmstart von "Nouvelle Vague"
US-Regisseur Richard Linklater erzählt humorvoll und stilbewusst die Entstehung von Jean-Luc Godards Klassiker "Außer Atem" nach. In edlem Schwarz-Weiß und auf Französisch gedreht, ist der Film eine Hommage an die französische Nouvelle Vague, eine Filmströmung, die mit Handkamera, Straßendrehs und spontanen Dialogen das Kino revolutionierte. Guillaume Marbeck spielt Godard als genialischen, selbstverliebten Künstler, der während der nur 23 Drehtage seines Films alle um sich herum strapaziert - besonders Hauptdarstellerin Jean Seberg (Zoey Deutch) und Jean-Paul Belmondo (Aubry Dullin). Ohne festes Drehbuch jagt Godard dem "Unmittelbaren und Unerwarteten" hinterher und bringt Produzent und Team an ihre Grenzen. Linklater verbindet cinephile Detailfreude mit leichter Ironie. Zoey Deutch überzeugt als Seberg mit Charme und Verletzlichkeit, während Dullin den jungen Belmondo voller Energie verkörpert. "Nouvelle Vague" ist damit sowohl liebevolle Filmgeschichtsstunde als auch unterhaltsames Kino.