Kultur

"Kulturzeit" vom 12.01.2026: Massenproteste im Iran - wie geht es weiter?

Die Themen der Sendung: Iran - Gespräch mit Natalie Amiri, Golden Globes, Künstler*innen in Venezuela, Nachruf auf Erich von Däniken, Musiker Cid Rim.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2025
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 12.01.2028

Die Themen der Sendung:

Die Lage im Iran - Gespräch mit Natalie Amiri

Die jüngsten Demonstrationen im Iran haben sich Ende Dezember 2025 am dramatischen Verfall der Landeswährung Rial entzündet. Die Teilnehmer der Protestaktionen beklagten die schwächelnde Wirtschaft der Islamischen Republik und die schwindende Kaufkraft. Dutzende Menschen wurden getötet und Tausende verhaftet, während die täglichen Proteste sich ausweiteten und sich inzwischen gegen die theokratische Führung insgesamt richten. Die Führung in Teheran rief ihre Unterstützer zum Wochenstart auf, ebenfalls auf die Straßen zu gehen und mit Demonstrationen ihre Unterstützung für die Regierung zu bekunden. Einem Bericht des Staatsfernsehens zufolge folgten Zehntausende diesem Aufruf. Die Blockade der Kommunikationsnetze im Iran macht es schwer, die Demonstrationen aus dem Ausland zu bewerten.

US-Präsident Donald Trump hatte am 11. Januar an Bord des Regierungsfliegers Air Force One erklärt, nach seiner Androhung, militärisch einzugreifen, habe Teheran Verhandlungen vorgeschlagen. Laut US-Regierungskreisen erwägen Trump und seine nationalen Sicherheitsberater eine Reihe von Möglichkeiten, um gegen die iranische Führung aktiv zu werden. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Kalibaf hatte zuvor gedroht, dass das US-Militär und Israel legitime Ziele für den Iran sein könnten, falls die Vereinigten Staaten tatsächlich militärisch eingreifen sollten. Wir sprechen mit der Journalistin Natalie Amiri über die Lage im Iran.

Golden Globes vergeben

Glanz, Glamour, Politik und ein Überraschungssieger: Der Film "One Battle After Another" ist der große Gewinner bei den Golden Globes. Die politisch aufgeladene Tragikomödie wurde bei der Verleihung der wichtigsten US-Filmpreise nach den Oscars am 11. Januar in vier Kategorien ausgezeichnet, unter anderem als beste Komödie. Als bestes Drama wurde überraschend der Shakespeare-Film "Hamnet" geehrt. Viele Stars zeigten ihre Unterstützung für die Proteste gegen die US-Einwanderungspolizei ICE. Die Golden Globes gelten traditionell als wichtiger Indikator für die Oscars, die dieses Jahr in der Nacht zum 16. März verliehen werden sollen. "One Battle After Another" setzte sich als beste Komödie unter anderem gegen "Bugonia" und "Marty Supreme" durch. Der Film von US-Regisseur Paul Thomas Anderson war mit neun Nominierungen als Topfavorit ins Rennen gegangen und gewann mit vier Preisen auch die meisten.

Den Preis als bester Hauptdarsteller erhielt allerdings nicht Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio, sondern sein US-französischer Kollege Timothée Chalamet, der in "Marty Supreme" als ambitionierter Tischtennisspieler in den 1950er Jahren brillierte. Die Australierin Rose Byrne wurde für ihre Darstellung einer Frau, deren Leben aus den Fugen gerät, in der Tragikomödie "If I Had Legs I'd Kick You" als beste Schauspielerin in einer Komödie geehrt. Für ihre Darstellung von Shakespeares Frau in "Hamnet" erhielt die irische Schauspielerin Jessie Buckley den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einem Drama. Als bester Hauptdarsteller in einem Drama wurde der brasilianische Schauspieler Wagner Moura geehrt, der in dem Politthriller "The Secret Agent" über die Militärdiktatur in Brasilien einen Mann auf der Flucht spielt. Der Film erhielt auch die Auszeichnung als bester nicht auf Englisch gedrehter Film.

Künstlerinnen und Künstler aus Venezuela bei Kulturstaatsminister Weimer

Nach der US-Militäraktion in Venezuela fordert Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von der neuen Führung in Caracas Schritte zur Demokratisierung. Konkret verlangte er, die Deutsche Welle bald wieder in Venezuela "hörbar und sichtbar" zu machen. Er kündigte an, Exilkunst und Exiljournalismus gezielt mit Programmen zu unterstützen. Der Staatsminister besprach sich im Kanzleramt mit venezolanischen Künstler*innen, Journalist*innen und Intellektuellen im Exil. Zu Jahresbeginn hatte das US-Militär in einer Kommandoaktion den langjährigen Staatschef Nicolas Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Danach wurde Maduros ehemalige Stellvertreterin Delcy Rodríguez als Interimspräsidentin vereidigt.

Auf die Frage, ob sich die Lage für Künstler in Venezuela durch die US-Militäraktion verbessert habe oder unsicherer geworden sei, sagte Weimer: "Die Stimmungslage bei dem Gespräch war besorgt und hoffnungsvoll zugleich." Die Situation in Venezuela sei weiter repressiv und von großer Unsicherheit geprägt. Doch gebe es "die Chance auf eine Besserung, auf eine Demokratisierung, auf eine Öffnung". 

Zum Tod von Erich von Däniken

Der Schweizer Autor Erich von Däniken ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der für seine Theorien zu Außerirdischen bekannte Publizist starb am 10. Januar nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt in Unterseen im Kanton Bern, wie sein Büro mitteilte. Der Besteller-Autor schrieb Dutzende Bücher über sich und die vermeintlichen Spuren der Aliens auf der Erde. Er vertrat unter anderem die Theorie, dass die Pyramiden in Ägypten mit Hilfe von Aliens gebaut worden seien. Auf seinem Youtube-Kanal doziert der gelernte Koch in vielen Vorträgen über abgesandte Astronauten aus dem All. Er erörterte etwa die Frage, ob Außerirdische dieselben Geschlechtsorgane haben wie Menschen.

Cid Rim veröffentlicht neues Album "Sprint"

Clemens Bacher, besser bekannt als Cid Rim, ist Schlagzeuger und Musikproduzent aus Wien. Für sein neues Album "Sprint" verbindet er seine Jazzwurzeln mit elektronischer Tanzmusik. Produziert wurde das Werk in Mexiko.

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