Kultur
Wenn die Demokratie schleichend erodiert
Die Themen der "Kulturzeit" vom 14.09.2026: Deutschland 2033, "Der Rückfall" - Gespräch mit Philipp Ruch, "Abend für den Iran", Doku "All My Sisters", Gewinner beim Filmfestival in Venedig.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 20.11.2026
Die Themen der Sendung:
"Deutschland 2033 – Wenn die Demokratie leise kippt"
Was geschieht, wenn die AfD die Bundesregierung übernimmt und Alice Weidel Kanzlerin wird? In seinem Buch "Deutschland 2033" entwirft der Journalist und langjährige AfD-Beobachter Justus Bender ein beklemmendes Zukunftsszenario. Die Demokratie wird hier nicht durch einen Staatsstreich abgeschafft, sie wird schrittweise ausgehöhlt: Kritische Beamte geraten unter Druck, Behörden werden mit loyalem Personal besetzt, Medien eingeschüchtert und politische Gegner zunehmend ausgegrenzt. Das Beunruhigende: der Alltag geht normal weiter. Menschen fahren zur Arbeit, die Verwaltung funktioniert, Cafés und Geschäfte bleiben geöffnet. "Die Destabilisierung und Erosion unserer Demokratie kann sehr langsam, auch über Jahre kommen", so Bender. Am Ende stünde "nicht das Vierte Reich, sondern eine illiberale Demokratie, wie es sie in Ungarn gab". Wie realistisch ist das? Und würden wir überhaupt bemerken, wenn unsere freiheitliche Ordnung zu kippen beginnt?
"Der Rückfall: Der rätselhafte Triumph der NSDAP am 14. September 1930" - Gespräch mit Philipp Ruch
Wie eine Demokratie in nur einer Wahlnacht sterben kann, das versucht Philipp Ruch in seinem Buch "Der Rückfall" zu ergründen. Der Gründer des Zentrums für Politische Schönheit und Aktivist gegen die AfD fragt, was den Zulauf der NSDAP-Wähler seit den Wahlen vom 20. Mai 1928 mit 2,63 Prozent der Stimmen zu 18,3 Prozent am 14. September 1930 erklärt. Warum begeisterte die NSDAP plötzlich so viele Menschen? Welche Versprechungen waren derart unwiderstehlich? Und wie vermeiden wir, dass sich keine 100 Jahre später dieselben Falltüren in den Abgrund öffnen? Wir sprechen mit dem Autor darüber.
PEN Berlin lädt zum "Abend für den Iran"
Der 21-jährige Rapper Erfan Mirzaei wurde in Iran ermordet. Noch ist ungeklärt, ob er, der im Zusammenhang mit den Protesten Anfang des Jahres verhaftet und laut seinen Angehörigen dort schwer gefoltert worden war, hingerichtet wurde oder unter der Einwirkung von Folter starb. Dies nimmt der PEN Berlin zum Anlass, einen "Abend für Iran" im Haus der Berliner Festspiele zu veranstalten. "Während die Bundesregierung zur Menschenrechtslage in Iran schweigt und einen Tunnelblick auf die Straße von Hormuz hat, verschärft das iranische Regime seine Repression in dramatischem Ausmaß. Es braucht viel mehr Sichtbarkeit für die Freiheitsbewegung in Iran", sagte Daniela Sepehri, Boardmitglied von PEN Berlin. In Kooperation mit dem Internationalen Literaturfestival Berlin möchte der PEN Berlin sich der aktuellen Situation, der Rolle von Autor*innen und Künstler*innen in der Freiheitsbewegung sowie den politischen und globalen Folgen des Krieges widmen.
"All My Sisters" – Ein Dokumentarfilm über das Aufwachsen in Iran
Mahya und Zahra sind zwei und drei Jahre alt, als ihr Onkel – der iranische Filmemacher Massoud Bakhshi – im Jahr 2007 beginnt, sie zu filmen. Die beiden wachsen in Teheran in einer liberalen Familie auf. Ihre Großmutter ist dagegen streng religiös und versucht Einfluss zu nehmen. Massoud Bakhshi, der seine Nichten achtzehn Jahre lang filmisch begleitet hat, wollte sie auch dazu anregen, kritisch zu sein, ihnen beibringen, Fragen zu stellen, statt alles hinzunehmen. Die Doku läuft in Deutschland im Kino.
Gewinner des 83. Filmfestivals von Venedig
Die dänisch-ägyptische Regisseurin May el-Toukhy ist beim Filmfestival in Venedig für ihren Film "Woman Unknown" mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. El-Toukhy nahm den Hauptpreis des renommierten Festivals am Lido am Abend des 12. September entgegen. Die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. John Malkovich wurde für seine Rolle als CIA-Agent in dem Film "Wild Horse Nine" als bester Schauspieler geehrt. Die Gaza-Dokumentation "Naza" gewann den Spezialpreis der Jury. "