Kultur
Die neue autoritäre Linke und die Demokratie
Die Themen der "Kulturzeit" vom 23.03.2026: Die neue autoritäre Linke - Nicholas Potter im Gespräch, Roman "Sanditz", Sammlung Campendonk in Not, Ballett "Nurejew", Betterov
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 23.03.2026
- 19:23 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
"Die neue autoritäre Linke. Eine akute Bedrohung für die demokratische Gesellschaft" - Gespräch mit Nicholas Potter
Nicht nur dass die Partei "Die Linke" gerade ein großes Antisemitismus-Problem in den eigenen Reihen hat. Darüber hinaus gibt es außerparlamentarische radikale linke Gruppierungen, die seit dem Angriff der Hamas auf Israel immer dogmatischer auftreten, islamistischen Terror feiern und zum dekolonialen Widerstand umdeuten. Da ist ihnen auch die Propaganda autokratischer Regime wie Iran recht. Wer widerspricht, der wird als Feind markiert. Wird unsere Demokratie nicht nur von Rechtsextremen bedroht, sondern auch von einer zunehmend autoritären Linken? Das untersucht der Journalist und Autor Nicholas Potter in seinem neuen Buch. Wir sprechen mit ihm.
Lukas Rietzschels neuer Roman "Sanditz"
Pünktlich zur Leipziger Buchmesse meldete sich Lukas Rietzschel zurück - mit seinem knapp 500-seitigen Roman, "Sanditz". In den letzten Jahren sorgte der Görlitzer Autor vor allem mit Arbeiten für das Theater für Aufsehen. In Dresden, Zittau, Bautzen, Heilbronn und weiteren Städten sind seine Stücke zu sehen. Am Schauspiel Leipzig etwa läuft gerade erfolgreich seine Tschechow-Adaption "Der Girschkarten". Wir sprechen mit Rietzschel, dem "Ost-Beauftragten der Herzen", über seinen neuen Roman, der sich erneut mit den Umbrüchen in den immer noch "neu" genannten Ländern beschäftigt und von der DDR der 1970er Jahre bis in die unmittelbare Gegenwart reicht. Woran liegt es, dass viele Ostdeutsche so "anders" ticken und die Debatten darüber kein Ende nehmen? Wie schreibt man in so aufgeregten Zeiten, in denen Kriege die Welt und Wahlen das Land erschüttern, einen Roman? Wie findet man eine künstlerische Sprache, die zugleich der scheinbar polarisierten Gesellschaft gerecht wird? Eine Begegnung mit einem, dem es gelingt. Zum Beispiel mit Sätzen wie diesem: "Mit Großmutter war auch das zwanzigste Jahrhundert gestorben, in dessen schwachen Schatten er hineingeboren war. Ihr Leben hatte drei deutsche Staatsformen überdauert, einen Krieg, die Vertreibung aus Schlesien und später durch den Tagebau, vier Währungen und das Internet. Sie war der einzige Mensch gewesen, den er kannte, der noch nie mit einem Flugzeug geflogen war."
Mehr zu Lukas Rietzschel
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Mehr als nur Ballett – "Nurejew" kommt nach Berlin
Rudolf Nurejew ist wohl der berühmteste Tänzer der Ballettgeschichte. Er startete in der Sowjetunion, flüchtete Anfang der 1960er Jahre in den Westen, machte eine Weltkarriere. Nurejew definierte die Männerrolle im klassischen Ballett neu, war virtuos und athletisch und lebte offen seine Homosexualität. Er starb 1993 an Aids. 2017 hatte "Nurejew", ein Ballett über Nurejews Leben, Premiere am Bolschoi-Theater in Moskau. Der Brasilianer David Soares war damals als Tänzer mit dabei. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine, wurde das Stück wegen der Darstellung von Homosexualität aus dem Programm genommen. Soares flüchtete aus Russland. Jetzt tanzt er die Hauptrolle in der Premiere von "Nurejew" am Staatsballett Berlin.
Doku über bedrohte Orang-Utans
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