Jugendlicher schaut auf sein Smartphone, Schattenriss vor dunklen Wolken.

Kultur

Social Media: Regulieren oder Verbieten?

Die Themen der Sendung vom 23.02.2026: Altersgrenze für Social Media - Gespräch mit Julia Brailovskaia, Berlinale-Gewinner, Sandra Hüller in "Rose", VR-Theater.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2025
Datum:
Sendetermin
23.02.2026
19:22 - 20:00 Uhr

Die Themen der Sendung:

Debatte um Altersgrenzen für Social Media - Gespräch mit Julia Brailovskaia

Ein Mindestalter für soziale Medien wie TikTok und Instagram zum Schutz von Kindern und Jugendlichen rückt immer näher. Nach der SPD plädiert nun auch die CDU dafür. Der Parteitag in Stuttgart nahm einen Antrag an, der die Bundesregierung auffordert, "eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen". Sie wird außerdem aufgefordert, das "besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr im digitalen Raum" auszugestalten. Der Koalitionspartner SPD dringt jetzt darauf, dass die Idee schnell zum Gesetz wird und auch die Grünen unterstützen den Vorschlag der CDU. Das vom Parteitag beschlossene Mindestalter von 14 Jahren sei richtig. Wir sprechen mit Julia Brailovskaia, Professorin für Klinische Psychologie. Sie forscht zum Zusammenhang zwischen Online-Mediennutzung und psychischer Gesundheit.

Berlinale Zoom: Die Gewinner

Der Film "Gelbe Briefe" des deutschen Regisseurs Ilker Çatak hat den Goldenen Bären als bester Film der 76. Berlinale gewonnen. Der Film dreht sich um ein Künstlerpaar, das ins Visier des türkischen Staats gerät. Die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller gewann einen Silbernen Bären für die beste Hauptrolle. In "Rose" von Markus Schleinzer spielt sie eine Frau im 17. Jahrhundert, die sich als Mann ausgibt. Insgesamt hatten 22 Filme im Wettbewerb der Berlinale um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurriert. Die Internationale Jury wurde in diesem Jahr von dem deutschen Regisseur Wim Wenders geleitet.

Die festliche Gala am Abend des 21. Februar im Berlinale-Palast war auch von politischen Statements und der Debatte um das Verhältnis von Kunst und Politik geprägt, die die diesjährige Ausgabe des Festivals begleitet hatte. So warf etwa der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib, der für seinen Debütfilm "Chronicles From the Siege" ausgezeichnet wurde, auf der Bühne mit Palästinensertuch und palästinensischer Flagge der Bundesregierung vor, einen Genozid Israels im Gazastreifen zu unterstützen. Der türkische Regisseur Emin Alper, Gewinner des Großen Preises der Jury für "Kurtulus" (Erlösung), erinnerte ebenfalls an die Palästinenser, aber auch an die Menschen im Iran, die Kurden und das türkische Volk und insbesondere die dort aus politischen Gründen Inhaftierten. Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle sagte zum Abschluss der Gala, dass das Festival kein Ort des Stillseins sei. Das sei manchmal unbequem und werde kritisiert, aber es sei wichtig, dass es passiere. Die Berlinale verteidige das Recht eines jeden Menschen, seine Stimme zu erheben. Man stelle sich gegen jede Form von Diskriminierung, Rassismus und Entmenschlichung und schaffe Orte und Räume für Komplexität. Zu Beginn der Gala hatte Tuttle betont, dass die Berlinale als Festival die Konflikte nicht lösen könne.

Sandra Hüller in "Rose"

Im 17. Jahrhundert taucht in einem abgelegenen protestantischen Dorf in deutschen Landen ein mysteriöser Soldat auf. Der 30-jährige Krieg hat in den Landschaften und Menschen seine Spuren und Narben hinterlassen. "Rose", der seltsame und wortkarge Fremde, dessen Gesicht von einer Narbe entstellt ist, gibt sich als Erbe eines verlassenen Gehöfts aus. Um seinen Anspruch zu untermauern, legt er den misstrauischen Dorfbewohnern ein Dokument vor. Mit der Zeit geben sie ihre Zweifel auf. Er erweist sich als fleißiger und gottesfürchtiger Mann und wird Teil der Gemeinschaft, wenngleich sein Wunsch nach Zugehörigkeit auf einer unhaltbaren Lüge fußt. Denn "Rose" ist in Wahrheit eine Frau, die sich als Mann ausgibt. Eine Lüge, die ihr zu einem besseren, selbstbestimmteren Leben verhelfen soll, mit Freiheiten und Akzeptanz in der Dorfgemeinschaft. Die wahre Geschichte einer Land-und-Leute-Betrügerin, die als Frau geboren wurde, sich wie ein Mann verhielt und ein ganzes Dorf täuschte. Sandra Hüller spielt "Rose" so einnehmend gut, einerseits so drastisch ihr Mann-Sein behauptend und andererseits geradezu innerlich verletzt durch die Lebens-Verstellung. Das Historiendrama in schwarz-weiß von Markus Schleinzer wurde auf der Berlinale gefeiert.

Mehr zur Berlinale

Immersive Performance "Tremens" in München

William Shakespeares Tragödie um den Misanthropen "Timon von Athen" dient als Ausgangspunkt für "Tremens", eine immersive Erfahrung zwischen Schauspiel und Virtual Reality. Das belgische Kollektiv CREW lädt dazu ein, eine Welt zu betreten, in der sich die Frage stellt, was von uns bleibt, wenn wir nur noch als Daten erscheinen. Im Foyer des Münchner Residenztheaters verschmelzen Realität und digitale Illusion: Das Publikum durchquert zerfließende Architekturen, trifft Avatare und bewegt sich durch Räume, die sich ständig verwandeln. Das preisgekrönte belgische Kollektiv CREW, seit langem Vorreiter im Zusammenspiel von Theater und neuen Medien, nutzt den digitalen Raum, um unsere Wahrnehmung des Menschlichen herauszufordern. Nach mehr als 18 Monaten Entwicklung entsteht eine Performance, die vertraute Theaterformen sprengt und das Publikum zu aktiven Mitgestaltenden eines lebendigen, ständig reagierenden Systems macht. "Tremens" lädt dazu ein, Gewohnheiten abzulegen – und das Foyer mit Virtual-Reality-Brille als grenzenlosen, sinnlich vibrierenden Erfahrungsraum neu zu entdecken.

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