Kultur
Wird die KI zur Gefahr für die Menschheit?
Die Themen der "Kulturzeit" vom 05.10.2026: Nate Soares' Warnung vor der Superintelligenz, Film "Frau Winkler verlässt das Haus", Deutscher Buchpreis - Gespräch mit Sandra Kegel, Todesstrafe.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 05.10.2026
- 19:20 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Überleben wir die Superintelligenz? - Ein Weckruf aus dem Silicon Valley
Sind wir gerade dabei, die Büchse der Pandora zu öffnen? Die KI wird immer besser, entwickelt sich immer weiter und könnte irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft zur Superintelligenz werden – also zu einer KI, die den Menschen in praktisch allen geistigen Fähigkeiten deutlich übertrifft. Um ihn dann vielleicht irgendwann umzubringen, wie viele gerade warnen. Genau darum geht es auch in dem Buch von Eliezer Yudkowsky und Nate Soares, beide Experten des "Machine Intelligence Research Institute" (MIRI) mit dem Titel: "If Anyone Builds It, Everyone Dies. Warum eine superintelligente KI uns alle vernichten würde". Sie warnen darin eindringlich: Eine unkontrollierte künstliche Superintelligenz werde menschliche Werte nicht teilen. Und eben nicht nur das. Sie werde uns Menschen irgendwann auch schlicht nicht mehr benötigen. Mit diesem Weckruf sind Yudkowsky und Soares inzwischen nicht mehr allein: Mitte September veröffentlichte Anthropic-Chef Dario Amodei seinen Weckruf "We Must Pace the Frontier", in dem er eindringlich darauf hinwies, dass die KI-Entwicklung inzwischen so schnell voranschreite, dass Sicherheitsmaßnahmen möglicherweise nicht mehr hinterherkommen könnten. Mehrere andere KI-Forscher warnen inzwischen, dass eine Superintelligenz noch in diesem Jahrzehnt entstehen und im Extremfall die Menschheit auslöschen könnte.
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Doris Dörries neuer Film: "Frau Winkler verlässt das Haus"
Eine alte Frau und ein Pflegeroboter: Man könnte daraus eine Dystopie machen oder eine Liebesgeschichte. Doris Dörrie erschafft daraus in ihrem neuen Kinofilm eine Tragikomödie, die drängende Fragen verhandelt: Wie wichtig ist Fürsorge, was ist sie uns wert, und wie gehen wir mit der technologischen Allmacht in einer alternden Gesellschaft um?
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Eine 80-Jährige freundet sich nach einem Unfall mit ihrem Pflegeroboter an. Doris Dörries Tragikomödie besticht durch einfühlsame Darstellung und leisen Humor.
Deutscher Buchpreis - Gespräch mit Sandra Kegel
Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse wird am 5. Oktober im Kaisersaal des Frankfurter Römers der Deutsche Buchpreis verliehen. Auf der Shortlist der renommierten Auszeichnung stehen sechs Romane von fünf Schriftstellerinnen und einem Schriftsteller. Der Preisträger oder die Preisträgerin erhalten 25.000 Euro, die weiteren fünf Finalisten jeweils 2500 Euro. Nominiert sind Shida Bazyar mit "Die Lücken", Franziska Gänsler mit "Orca", Valeria Gordeev mit "Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle", Elias Hirschl mit "Schleifen", Peggy Mädler mit "Selbstregulierung des Herzens" und Dana Vowinckel mit "Anton und Alma". 2026 Jahr gewann Dorothee Elmiger mit "Die Holländerinnen" den Preis. Wir sprechen mit der Literaturkritikerin Sandra Kegel vor Ort.
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Todesstrafe in den USA
Nach dem beispiellosen Scheitern der Hinrichtung der US-Todeskandidatin Christa Pike ist in den USA erneut eine hitzige Debatte um die Todesstrafe und die Art der Vollstreckung entbrannt. Pike hatte am 30. September zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt, warum ist weiterhin unklar. Die 50-Jährige war nach Angaben ihrer Anwälte zuletzt weiter bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Der Leiter der Strafvollzugsbehörde von Tennessee kündigte seinen Rücktritt an. Es gibt auch wachsende Kritik an der Qualifikation und Ausbildung des an der Hinrichtung beteiligten Personals.
Pike war 1996 für den Mord an der 19 Jahre alten Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.
Die letzten Worte von Todeskandidaten werden seit 2001 auf der Website der texanischen Strafjustizbehörden veröffentlich. Sie sind ein Versuch, in Würde zu sterben. Wir waren 2006 vor Ort und zeigen aus aktuellem Anlass die Reportage erneut.