Kultur
Serbien: Überraschungssieg für Studierende
Die Themen der "Kulturzeit" vom 26.10.2026: Serbien - Gespräch mit Breza Race Maksimovic, "Naza - The Real Story", Dubioza Kolektiv, Büchner-Preis an Christine Wunnicke, Viennale.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 26.10.2026
- 19:22 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Überraschungssieg in Serbien - Gespräch mit Breza Race Maksimovic
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien hat die offenbar siegreiche Studentenbewegung einer Hochrechnung zufolge mehr als jede zweite Stimme erhalten. Nach Angaben des renommierten Zentrums für Freie Wahlen und Demokratie kam die aus Studentenprotesten hervorgegangene Studentska Lista auf 52,9 Prozent der Stimmen. Die Serbische Fortschrittspartei (SNS) von Langzeit-Präsident Aleksandar Vucic kam bei dem Urnengang am 25. Oktober 2026 demnach auf 38,8 Prozent. Vucic räumte weniger als zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale seine Niederlage ein. Wir sprechen mit Breza Race Maksimovic. Sie ist Programmdirektorin des "Center for Applied NonViolent Action and Strategies" in Belgrad.
Dubioza Kolektiv: die coolste Band vom Balkan kommt nach Bayern
"I am from Bosnia, take me to America" war die inoffizielle Hymne der Fußball-WM. Er stammt von den Jungs von Dubioza Kolektiv aus Sarajevo, einer Band, die mit ihrer Mischung aus Ska, Punk und Hip-Hop gegen Nationalismen ansingen. Jetzt sind sie in Bayern auf Tour.
"Naza" und "Naza -The Real Story" - Israels filmische Debatte über die Rechtfertigung von Kollateralschäden
Der Film "Naza" von Yuval Abraham und Rachel Szor ist weiterhin in Israel nicht regulär im Kino zu sehen, die heftige Debatte darum wird weitgehend von Menschen geführt, die den Film nicht gesehen haben.
Sechs Tage nach der Premiere in Venedig wurde die Website "Nazadocumentary" online gestellt, bereits zwei Wochen später wurde ein 49-minütiger Film "Naza - The Real Story" durch ein angebliches "Leak" veröffentlicht - exakt zum internationalen Kinostart des ursprünglichen Films. Die Webseite ist der Originalwebseite nachempfunden, ebenso wie die Interviewsituation: nur dass hier ein Soldat darüber spricht, wie umfassend die Hamas zivile Umgebungen militärisch bzw. terroristisch nutzte. So wie der Originalfilm das massenhafte Inkaufnehmen ziviler Opfer seitens der Armee darstellte, stellt der Gegenfilm die Unvermeidbarkeit dieser Opfer dar. Welche Auswirkungen haben die beiden Filme auf den Wahlkampf in Israel?
Georg-Büchner-Preis an Christine Wunnicke
Die Autorin Christine Wunnicke ist von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung bei einem Festakt in Darmstadt mit dem Georg-Büchner-Preis 2026 ausgezeichnet worden. "Ich danke herzlich für den wunderbaren Büchner-Preis. Ich bin immer noch perplex", sagte Wunnicke im Staatstheater. Christine Wunnicke werde für ihr stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk geehrt, hatte die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung die Entscheidung begründet. Der seit 1951 vergebene und mit 50.000 Euro dotierte Preis zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.
Schriftsteller Joachim Lottmann ist gestorben
Der Schriftsteller Joachim Lottmann ist gestorben. Lottmann starb nach schwerer Krankheit am 25. Oktober im Alter von 70 Jahren. Er hatte seine Krebserkrankung öffentlich gemacht und mitgeteilt, dass er nicht mehr lange leben werde. Zuletzt lag der Autor in einem Wiener Hospiz. Seit Anfang 2026 dokumentierte er seine Erkrankung unter dem Titel "Langweiliges Tagebuch" im Internet. Lottmann wird oft der Popliteratur zugeordnet, bekannt wurde er mit dem Roman "Mai, Juni, Juli" (1987). 1956 in Hamburg geboren und anschließend in Bayern aufgewachsen, lebte er länger in Berlin und zuletzt in Wien. Wir haben den Autor einige Wochen vor seinem Tod zuhause besucht mit ihm über sein Leben und Sterben gesprochen.