Kultur
"Polaris": ein Theaterstück aus der Antarktis
Die Themen der "Kulturzeit" vom 18.05.2026: "Polaris" - Gespräch mit Ingo Gerstmann, Cannes Filmfestspiele, Maler Norbert Bisky, Starkult.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 18.08.2026
Die Themen der Sendung:
"Polaris" - Theaterprojekt aus der Antarktis - Gespräch mit Ingo Gerstmann
Die Antarktis ist einer der letzten utopischen Räume: ein staatenloses Niemandsland. Rund 30 Nationen forschen dort friedlich nebeneinander. Auch die Neumayer-Station III des deutschen Alfred-Wegener-Instituts ist vor Ort und forscht unter anderem in Sachen Klimaschutz. Nur wenige Menschen reisen in diese Welt.
Zum ersten Mal sind nun Theaterschaffende unter der Leitung des Regisseurs Jan-Christoph Gockel vor Ort gewesen und haben ein Stück entwickelt. In "Polaris" geht es um die arktische Einsamkeit zwischen Wahnsinn und Zusammenhalt. Kleinigkeiten gewinnen in der Isolation und der endlosen kalten Weite an Bedeutung: Und so ist ein dokumentarisch belegter Fall eines Forschers Thema, der 2018 einen Kollegen niederstach, weil er ihm immer wieder den Ausgang von Büchern erzählte.
Es stellt sich die Frage: Wie reagieren Menschen in Ausnahmesituationen? Welche Bedeutung gewinnen Erzählungen, gewinnt die Kunst in der Isolation. Das Stück ist eine Koproduktion des Deutschen Theater Berlin mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und dem Théâtre National du Luxembourg, in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut. "Polaris", das bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen seine Premiere feiert, nimmt uns mit in die Antarktis, verbindet Recherche mit filmischen Elementen und Fiktion. Wolfram Koch und Julia Gräfner spielen die Hauptrollen. Wir sprechen mit Ingo Gerstmann, Leiter der Neumayer-Forschungsstation in der Antarktis.
Filmfestspiele von Cannes: Thema Familie
Mit dieser Überraschung hatte JohnTravolta nicht gerechnet: Der "Pulp Fiction"- und "Grease"-Star ist bei den Filmfestspielen in Cannes überraschend mit der Ehren-Palme für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Damit habe er am wenigsten gerechnet, sagte der 72-Jährige sichtlich gerührt. "Das ist größer als ein Oscar." Die Trophäe erhielt JohnTravolta noch vor der Vorführung seines Regiedebüts "Nachtflug nach L.A.". Die Geschichte basiert auf einem Kinderbuch, das er einst für seinen Sohn Jett schrieb, der 2009 starb. Der Hollywood-Star, selbst leidenschaftlicher Pilot, erzählt darin von einem Achtjährigen auf seiner ersten Flugreise. Mit der Auszeichnung schließt sich für Travolta ein Kreis: Der Gangsterfilm "Pulp Fiction" von Quentin Tarantino, in dem Travolta den Profikiller Vincent Vega spielt, gewann 1994 die Goldene Palme in Cannes.
Der Japaner Hirokazu Koreeda hat ebenfalls bereits 2018 für "Shoplifters" die Goldene Palme gewonnen. Jetzt zeigt er mit "Sheep in the Box" einen Film über ein Paar, das einen humanoiden Roboter wie ein Kind großzieht.
Zum ersten Mal an der Croisette ist hingegen Schauspielerin Jella Haase ("Kleo", "Fack ju Göhte"). Die 33-Jährige spielt in dem Wettbewerbsfilm "Gentle Monster" der Österreicherin Marie Kreutzer an der Seite von Léa Seydoux, Laurence Rupp und Catherine Deneuve. Das vielschichtige Drama handelt von einer Frau, deren Leben aus den Fugen gerät, als sie ein dunkles Geheimnis ihres Mannes entdeckt.
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Der Maler Norbert Bisky
Warum tun sich Männer so schwer, sich sensibel und verletzlich zu zeigen? Künstler Norbert Bisky zeigt genau dies in seinen großformatigen Porträts, oft von Männern. Der deutsche Maler ist ein genauer Beobachter.
Starkult
Wer wird warum zum Star? Dass der Starkult kein Phänomen unserer Gegenwart ist, sondern weit in der Geschichte zurück reicht, zeigt die Ausstellung "Genie, Idol, Star - Verehrung im 19. Jahrhundert" im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Sie zeigt historische Muster der Verehrung - von Goethe bis Taylor Swift und fragt, warum Geniekult, Starsysteme und Personalisierung bis heute unsere Kultur prägen.