Kultur
Angriff auf den Iran: Gibt es einen Plan?
Die Themen der "Kulturzeit" vom 09.03.2026: Angriff auf den Iran - Gespräch mit Ali Fathollah-Nejad, ein Tag ohne Frauen, Film "No Mercy", Schweizer Halbierungsinitiative, politische Plakate.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 05.06.2026
Die Themen der Sendung:
Angriff auf Iran: Was ist der Plan? - Gespräch mit Ali Fathollah-Nejad
Der Angriff der USA und Israels auf den Iran wird mit zwei großen Zielen verbunden: mehr Sicherheit im Nahen Osten und der Sturz des Mullah-Regimes in Teheran. Was aber ist der Plan zum Erreichen dieser Ziele außer wochenlanger Luftangriffe? Fachleute haben Zweifel, ob es einen solchen Plan überhaupt gibt und erinnern an die erzwungenen Umstürze im Irak, in Afghanistan und in Libyen, die zu noch mehr Terror und Chaos geführt haben. Wir sprechen mit Ali Fathollah-Nejad, Direktor des Center for Middle East and Global Order. Er lehrt Nahost-Politik und internationale Sicherheit an der Hertie School in Berlin. Zuletzt erschien sein Buch "Iran - Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät".
Ein Tag ohne Frauen
Einen Tag nach dem internationalen Frauentag sind weltweit auf zahlreichen Demonstrationen Frauen für mehr Gleichberechtigung auf die Straße gegangen. In Berlin versammelten sich auf dem Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor am Mittag mehrere Hundert Frauen unter dem Motto "Genug - Enough". Insgesamt waren an diesem Tag in Berlin laut Versammlungsbehörde 15 Demonstrationen zum globalen Frauenstreik angemeldet worden, darunter mehrere Kundgebungen über die Mittagszeit. Im Aufruf zum globalen Frauenstreik vor dem Brandenburger Tor wendeten sich die Organisatorinnen unter anderem gegen "wachsende Bedrohungen" von Frauen, trans, inter und nicht-binären Menschen. Kritisiert wurde ein Rechtsruck in der Politik und zunehmende Angriffe auf Gleichstellungspolitik, Frauenrechte und die Rechte queerer Menschen. Frauen wollten nicht länger die Auswirkungen von Kriegen, Krisen und globaler Ungleichheit hinnehmen, hieß es weiter. Bereits am 8. März waren zum internationalen Frauentag Zehntausende Menschen bei mehreren Versammlungen in Berlin auf die Straße gegangen.
"No Mercy" - Machen Frauen die härteren Filme?
In einem Gespräch mit der Dokumentaristin Isa Willinger erklärte die Filmemacherin Kira Muratowa: "Frauen machen die härteren Filme". Von diesem Satz aus entfaltet der Film einen Parcours durch das Filmschaffen von Regisseurinnen, deren Werke als radikal gelten, weil sie sich zur herrschenden patriarchalen Macht in ein Verhältnis setzen.
Filmtipp: "No Mercy"
Der Film folgt Regisseurinnen weltweit und verwebt ihre Perspektiven auf Geschlecht, Macht und Freiheit zu einer kraftvollen feministischen Doku.
Schweizer lehnen deutliche Senkung der Haushaltsabgabe für die SRG ab
Die Schweiz hat sich gegen eine drastische Reduzierung der Rundfunkabgabe entschieden. Laut ersten Hochrechnungen vom 8. März sprachen sich bei einer Volksabstimmung mehr als 60 Prozent gegen eine entsprechende Initiative aus. Nach dem Willen der Initiatoren sollte die Medienabgabe von derzeit 335 Franken (rund 370 Euro) pro Jahr für Privathaushalte auf 200 Franken gesenkt werden. Die Beitragspflicht für Unternehmen wäre ganz entfallen. In der Öffentlichkeit war von einer "Halbierungsinitiative" die Rede, weil die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft SRG befürchtete kommerzielle Einbußen hinzurechnete. "Für die Zukunft der SRG war der heutige Tag entscheidend. Es freut uns sehr, dass uns die Stimmbevölkerung erneut das Vertrauen ausgesprochen hat", kommentierte SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina das Ergebnis. "Wir sind erleichtert, dass es gelungen ist, den Mehrwert der SRG für die ganze Schweiz sichtbar zu machen." Die SRG/SSR ist als Verein organisiert und sendet in den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.
Das Abstimmungsergebnis wird dennoch zu einer Reduzierung des Rundfunkbeitrags führen. Denn mit Ablehnung der "Halbierungsinitiative" wird automatisch ein von der Regierung vorgelegtes Kompromissangebot angenommen. Demnach soll der Beitrag bis 2029 schrittweise auf 300 Franken pro Jahr sinken. Zudem soll es Entlastungen für Unternehmen geben. Von diesen sollen dann nur noch die umsatzstärksten 20 Prozent beitragspflichtig sein. Bereits 2018 hatte es in der Schweiz einen Volksentscheid in Sachen Rundfunk gegeben - damals ging es um eine Komplett-Abschaffung von SRG/SSR. Damals votierten mehr als 70 Prozent gegen eine Einstellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Politische Propaganda - gestern und heute
Wie funktioniert politische Propaganda auf Social Media? Welche neuen ästhetischen, affektiven und narrativen Formen haben sich herausgebildet? Wie verführen sie? Und was waren ihre historischen Vorbilder? Letzteres zeigt die Plakatausstellung "Unter Druck" im Museum Wiesbaden. Bis zum 9. August 2026 verdeutlichen 80 Plakate aus der Zeit der Weimarer Republik, wie einfach Bilder Emotionen schüren, Feindbilder schaffen oder politische Stimmungen anheizen können. "Nur wenn es gelingt, ein Wissen um die künstlerischen und werbenden Strategien aufzubauen, die hinter einer vielleicht manipulierenden und subversiven Propaganda stehen, kann verhindert werden, dass die gleichen Mechanismen erneut erfolgreich eingesetzt werden", sagt Kurator Peter Forster.