Kultur
Literaturnobelpreis an Anne Carson
Die Themen der "Kulturzeit" vom 08.10.2026: Literaturnobelpreis an Anne Carson - Gespräch mit Marie Louise Knott, einfache Sprache für Klassiker, Buchmessenflash: Familie, Anna Lapwood.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 08.10.2026
- 19:24 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Literaturnobelpreis 2026 an Anne Carlson - Gespräch mit Marie Louise Knott
Der Nobelpreis für Literatur 2026 geht an die kanadische Schriftstellerin Anne Carson. Die Altphilologin verbindet in ihren Werken antike Mythen und Erzählungen, griechische und lateinische Sprache mit Geschichte, Anthropologie und moderner Kulturwissenschaft. Dabei mischt sie auch verschiedene literarische Formen miteinander: Lyrik, Poesie, Prosa, Drama und Essay gehen eine literarisch wie intellektuell anspruchsvolle Verbindung ein. Besonders deutlich wird das in ihren erfolgreichen Büchern der 1990er Jahre wie "Short Talks", "Goddesses & Wise Women" (beide 1992), in "Glas, Ironie und Gott. und in fünf epischen Gedichte und einem Essay über das "Geschlecht des Klanges" sowie in "Irdischer Durst".
In ihrem bisher bekanntesten Buch "Rot. Ein Roman in Versen", schilderte Carson die Geschichte des mythischen Außenseiters Geryon, eines antiken Monsters mit roter Hautfarbe, das von Herakles getötet wird. Sie transformiert den antiken griechischen Mythos in eine moderne Geschichte von unerwiderter Liebe in Form eines Poems von 47 Abschnitten, welche die Frage thematisieren, wie Menschen übereinander Gewalt erlangen können. Die 76-Jährige werde geehrt "für ihr mutiges und erfinderisches Œuvre, das in spielerischem Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die Gegenwartsliteratur geschaffen hat", so die Schwedische Akademie in Stockholm zur Begründung zur Vergabe des Nobelpreises. Wir sprechen mit Marie Louise Knott, die Bücher von Anne Carson ins Deutsche übersetzt hat.
Mehr zum Nobelpreis
Debatte um Klassiker in einfacher Sprache
Thomas Mann ohne Genitiv, Fontane ohne sprachliche Feinheiten: Was wie ein absurder Feuilletonstreit klingt, erzählt in Wahrheit von einem großen gesellschaftlichen Konflikt unserer Zeit. Wer hat überhaupt noch Zugang zu Kultur – und was passiert mit Literatur, wenn eine Gesellschaft das komplizierte Lesen verlernt? Wir beleuchten einen Kulturkampf zwischen Bildungsanspruch und Teilhabe. Zwischen Literaturkritikern, die in vereinfachten Fassungen eine Verstümmelung der Hochkultur sehen, und Menschen, die klassische Literatur ohne einfache Sprache niemals lesen könnten.
Buchmessenflash: Familie
Die Buchmesse hat ihre Tore für das Fachpublikum geöffnet. Wir haben Autor*innen getroffen, die sich in ihren Romanen mit dem Thema Familie auseinandergesetzt haben: Miriam Carbe verarbeitet ihre eigene Familiengeschichte in "Unerwünschte Töchter", Mareike Fallwinkel beleuchtet alternative Familienformen in "Haltet euch fest" und Thomas von Steinaecker erzählt die Geschichte einer Ablösung von der Familie in "Schwestern".
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Organistin Anna Lapwood
Die britische Organistin Anna Lapwood ist in der Kirchenmusik-Szene ein Star. Als sie im Rahmen der internationalen Orgelfeierstunden im Kölner Dom ein konstenloses Konzert gab, war der Andrang so groß, dass die Veranstalter den Auftritt spontan ausweiteten und sie zwei Konzerte hintereinander spielte. Bei Instagram hat Lapwood 1,1 Millionen Follower. Ihre Kurzvideos, in denen sie die nächtliche Probenarbeit im menschenleeren Kölner Dom zeigt, wurden über 39.000-mal mit "Gefällt mir" markiert. Jetzt ist sie neben Hayato Sumino und Marcin in der arte-Doku "Die neuen Klassikstars" zu sehen.