Kultur
Gisèle Pelicots Kampf zurück ins Leben
Die Themen der "Kulturzeit" vom 16.02.2026: Gisèle Pelicot, Berlinale, Prozess um AfD-Verbot am Thalia Theater, Nachruf auf Henrike Naumann, Malerfreunde.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Sendetermin
- 17.02.2026
- 06:20 - 07:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Gisèle Pelicots Memoiren: "Die Scham muss die Seite wechseln. Eine Hymne an das Leben"
Damit die Scham die Seite wechselt, verzichtete Gisèle Pelicot 2024 im Prozess gegen ihren Ex-Mann und mehr als 50 weitere Täter auf Anonymität – und wurde zur Stimme von Millionen. Ihr Mut löste internationale Debatten aus, brachte Gesetze ins Wanken und gab Betroffenen weltweit neue Kraft, so beschreibt der Verlag das Porträt, beziehungsweise die Memoiren von Gisèle Pelicot, die ab dem 17. Februar in deutschen Buchläden zu kaufen sind. Das Porträt einer Frau, die das Schweigen überwindet, Gerechtigkeit einfordert und dabei allen Widerständen zum Trotz nie den Glauben an die Liebe verliert.
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Berlinale Zoom: Weibliche Star-Power
Pop-Star Charlie xcx stellt "The Moment", eine Satire aufs Musikgeschäft, vor und Haley Lu Richardson, die in der dystopischen Horror-Komödie "Good Luck, Have Fun, Don't Die!" von Gore Verbinski mitspielt, zeigt ihr Brakedance-Talent. Wir berichten vom Berlinale-Wochenende.
Berlinale - Gespräch mit Rüdiger Suchsland
Auch wenn bei einem Filmfestival die Filme im Mittelpunkt stehen, das ganze Drumherum spielt natürlich auch eine große Rolle. Wer trägt was auf dem roten Teppich, wer sagt was in welchem Interview hinter den Kino-Kulissen? Eine Aussage des diesjährigen Wettbewerbs-Jurypräsidenten der Berlinale sorgt seit Tagen für Diskussionen. Wim Wenders wurde bei der Pressekonferenz zur Vorstellung seiner Jury zur politischen Positionierung der Berlinale zur Situation in Gaza gefragt, und antwortete, dass sie sich nicht auf das Feld der Politik begeben könnten. Filmschaffende müssten sich aus der Politik heraushalten, sie seien ein Gegengewicht zur Politik. Das führte dazu, dass die indische Schriftstellerin Arundhati Roy ihre Teilnahme an der Berlinale absagte. Die Berlinale macht deutlich, dass kulturelle Veranstaltungen zunehmend als moralische Foren verstanden werden. Dabei wächst auch die Erwartung an Prominente, Haltung zu zeigen. Ist das fair? Das fragen wir den Journalisten und Filmemacher Rüdiger Suchsland.
Künstlerin für deutschen Venedig-Pavillon Henrike Naumann gestorben
Die erst vor wenigen Monaten als Mitgestalterin des Deutschen Pavillons auf der Kunstbiennale 2026 in Venedig ausgesuchte Künstlerin Henrike Naumann ist tot. Die 1984 in Zwickau geborene Künstlerin sei "nach einer viel zu spät diagnostizierten Krebserkrankung" im Kreis von Familie und Freunden in Berlin gestorben, teilte ihre Familie mit. Auch das für den Deutschen Pavillon zuständige Institut für Auslandsbeziehungen bestätigte den Tod von Naumann. Ihr Tod hinterlasse eine "schmerzhafte Lücke". Naumann und die vietnamesisch-deutsche Künstlerin Sung Tieu waren 2025 als Gestalterinnen des Deutschen Pavillons bei der Kunstbiennale 2026 in Venedig ausgewählt worden, die vom 9. Mai bis 22. November geplant ist und neben der documenta in Kassel als wichtigste Präsentation zeitgenössischer Kunst gilt. Es sei Naumann wichtig gewesen, die Arbeit konzeptionell zu vollenden und fertig zu stellen, damit sie gemäß ihrer künstlerischen Vision umgesetzt werden könne, hieß es. In ihrer künstlerischen Arbeit hatte Naumann Möbel und Design benutzt, um über Gesellschaft und Politik zu sprechen. Dafür war sie vielfach ausgezeichnet und mit Ausstellungen auf der ganzen Welt geehrt worden.
Ziemlich beste Malerfreunde
Ein Besuch bei Matthias Göhr, dessen traurigschöne Bilder wohl jeden in den Bann ziehen – auch Tim Schulz, seinen Freundkumpel mit Downsyndrom, der zu den Bildern Göhrs Interpretationen malt.