Kultur
Israels Künstler und die Biennale
Die Themen der "Kulturzeit" vom 02.06.2026: Israels Künstler und die Biennale, "Das amerikanische Beben" - Gespräch mit Christina Morina, Fernando Aramburu "Fabula", Otto in der Albertina, Arlo Parks.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 27.04.2027
Die Themen der Sendung:
Israels Künstler und die Biennale
Belu-Simion Fainaru, der Israel mit der Installation "Rose of Nothingness" auf der Biennale vertritt, versteht die Welt nicht mehr. "Ich komme aus einer Region, in der Kunst der einzige Raum ist, in dem Dialog und Kritik frei geführt werden können und in dem für jeden Platz ist", sagt er. Doch in Venedig, das doch der Ort für offenen Dialog sein sollte, wird er oft gemieden, nur weil er aus Israel kommt. "Selbst die Künstler und Kuratoren, die neben mir ausstellten, hatten einen offeneren Brief unterschrieben, der in den Pavillons die Runde machte und meinen Ausschluss forderte. Es gab null Interaktion - und das, obwohl ich mich freundlich vorstellte.
Die Tragödie war abzusehen. Der Völkermord-Vorwurf, die Gaza-Flotten Greta Thunbergs, der internationale akademische und kulturelle Boykott gaben auch der Biennale eine klare Stoßrichtung. Viele israelische Künstler haben von vornherein gepasst, als ihre Beteiligung zur Diskussion stand.
Die Komplexität rührt daher, dass Israels Künstler größtenteils regierungskritisch sind, die internationale Kritik an ihnen aber einem pauschalen Antizionismus verfallen ist, der keine Grauzonen sehen will. Die Künstler sind dem Sturm kaum gewachsen. Im Zuge der Schlagzeilen um Belu-Simion Fainarus Teilnahme an der Biennale entschied seine Galerie Plan B in Berlin, ihn von ihrer Künstlerliste zu streichen. Für Fainaru eine herbe Enttäuschung. "(...) In der Kunst musst du Mut zeigen, sowohl als Künstler und ganz sicher als Galerie, die sich hinter ihre Künstler stellen muss", sagt er. "Das ist absolut grundlegend. Sonst erlauben wir der Angst, die Welt zu regieren."
Mehr zur Biennale
"Das amerikanische Beben" - Gespräch mit Christina Morina
"I want to keep our republic." – "Ich möchte unsere Republik bewahren." Diesen Satz findet Christina Morina in der Hausarbeit eines ihrer Studenten an der New School in New York. Er wird zum Leitmotiv ihres neuen Buches "Das amerikanische Beben - Erfahrungen und Konsequenzen für die deutsche Demokratie". Morina beschreibt und verbindet sehr persönlich ihre Erlebnisse und Eindrücke aus ihrem Jahr als Gastdozentin in den USA mit ihrem Blick als Historikerin. Wir sprechen mit ihr.
Fernando Aramburus "Fabula"
Wenn er in Spanien unterwegs ist, wird er auf der Straße erkannt. Fernando Aramburu zählt zu den bekanntesten spanischen Schriftstellern der Gegenwart. Zum internationalen Star wurde der in San Sebastian Geborene und seit mehr als 40 Jahren in Hannover Lebende mit seinem Roman "Patria". "Patria" wurde für HBO, einen renommierten US-amerikanischen Pay-TV-Sender, verfilmt, sein Roman "Der Junge" für Netflix. Weitere Verfilmungen seines Werks sind in Arbeit. Obwohl Aramburu seit geraumer Zeit in Deutschland lebt, schreibt er nach wie vor auf Spanisch. Seine konfliktreiche Herkunftslandschaft, das Baskenland, bleibt sein literarisches Übungsfeld.
Ausstellung "Otto Meets Albertina"
Der Komiker und einstige Kunststudent Otto Waalkes hat sich zwölf Bilder aus der Sammlung der Albertina in Wien ausgesucht, sich von ihnen inspieren lassen, sie nachgezeichnet, nachgemalt, und nach Otto-Manier bereichert, etwa um einen Rüssel, oder um eine ganze Pointe. Mit Liebe zum Detail, aber auch mit viel Respekt nähert sich Otto Waalkes den großen Meistern und ihren Werken an. Die außergewöhnliche, fast schon außerfriesische Melange aus meisterhaften Strichen, charmanten Parodien und prunkvollen Räumen ist bis zum 10. Januar 2027 in der Albertina zu sehen.
Liebe heute: Arlo Parks
Arlo Parks, britische Sängerin und Dichterin, hat gerade das Album "Ambiguous Desire" herausgebracht, in dem es um Liebe und Begehren geht. Sie gilt als Stimme der Gen Z und ist bekennende Romantikerin. Für sie ist die "face-to-face"-Kontaktaufnahme nicht zuletzt nach Corona essenziell. Liebe ist für sie eine Entscheidung.