Kultur
"Looksmaxxing" - männliche Selbstoptimierung
Die Themen der "Kulturzeit" vom 19.05.2026: "Looksmaxxing", der Fall Collien Fernandes, re:publica und Gewalt in Netz, Jack Antonoff im Interview, Nachruf auf Alexander Held, 80 Jahre Defa.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 19.05.2027
Die Themen der Sendung:
Gefährlicher Internet-Trend "Looksmaxxing"
Looksmaxxer – das sind Influencer, die auf TikTok, Instagram und YouTube ihren männlichen Followern die totale Selbstoptimierung predigen. Die Logik von Looksmaxxing: Schönheit als der einzige Schlüssel zu Macht, Status, Dominanz. Nur wer attraktiv ist, hat Erfolg. Der Rest: "Subs", "Untermenschen". Die Anklänge an rechtsradikale bis rassistische Denkmuster sind nicht zufällig – denn dort ist Looksmaxxing entstanden, in den Echo-Kammern der frauenfeindlichen "Menosphere".
"Menosphere" - das Comeback der Machos
Frauenfeindliche Meinungen und patriarchale Rollenbilder erleben global ein Revival – insbesondere bei jungen Männern.
Kampf der Frauen - Wann wird die Scham die Seite wechseln?
Wer über sexualisierte Gewalt spricht, braucht Mut. Wer an die Öffentlichkeit geht, riskiert Anfeindungen, Hass und Bedrohungen. So wie Collien Fernandes. Nachdem sie Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann öffentlich gemacht hat, schlägt ihr neben einer großen Solidarität auch Feindseligkeit entgegen. Drohungen, juristischer Druck, öffentlicher Zweifel. Sie schildert, wie sehr nicht nur die Tat selbst, sondern auch die gesellschaftliche Reaktion verletzt – und warum das Schweigen für viele Frauen immer noch der vermeintlich leichtere Weg ist. Doch mit dem Fall Fernandes bricht etwas los. In Köln, Hannover, München, Berlin und zig anderen Städten gehen vor allem Frauen auf die Straße - eine Bewegung entsteht. Collien Fernandes ist zur Identifikationsfigur im Kampf gegen sexualisierte Gewalt geworden, hat in Deutschland eine zweite #metoo Welle ausgelöst.
Rolf Pohl über Männergewalt
Ausgehend vom Fall Fernandes/Ulmen, fragt sich, wie ein neues Verständnis von Männlichkeit notwendig ist. Wir haben mit dem Sozialpsychologen Rolf Pohl gesprochen.
Re:publica: Gewalt im Netz
Die Re:publica in Berlin, die jährliche Konferenz für die digitale Gesellschaft Europas, lockt mittlerweile Tausende von Besucherinnen und Besuchern an. Ihre Themen betreffen alle Lebensbereiche. Es geht um die Beziehungen zwischen Technologie, Kultur, Medien und Politik. Und somit auch um Gewalt im Netz.
Jack Antonoff im Interview
Kritiker attestieren dem Songwriter und Produzenten Jack Antonoff, die Popmusik der letzten zwei Jahrzehnte geprägt zu haben - er hat mit Taylor Swift und Lana del Rey, Lorde und Kendrick Lamar gearbeitet. Und bislang 13 Grammy Awards gewonnen. Dazu hat er auch eigene Projekte – neben seiner ersten Band Fun, sind das vor allem die Bleachers, deren neues Album am 22. Mai erscheint. In einem ersten Video spielt Maragarete Quailey, seine Frau, die Hauptrolle. Wir sprechen mit ihm über seine Musik, aber auch die Schattenseiten: Antonoff leidet unter Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen.
Schauspieler Alexander Held gestorben
Das TV-Publikum kennt ihn aus den ZDF-Samstagskrimis "Stralsund" und "München Mord": Der beliebte Fernsehschauspieler Alexander Held ist tot. Er starb bereits vor einer Woche im Alter von 67 Jahren "überraschend nach kurzer Krankheit", teilte das ZDF mit. Seit 2010 spielte Held in "Stralsund" den Polizisten Karl Hidde und seit 2014 in "München Mord" den Ermittler Ludwig Schaller. Die beiden fiktiven Kriminalhauptkommissare hatten wenig gemeinsam. Auf der einen Seite Hidde: "ein kontrollierter, spröder, aber loyaler Kommissar". Und andererseits Schaller: "ein chaotisches Genie, das mit Empathie und Bauchgefühl die Fälle löst". Für beide Formate stand er bis zuletzt vor der Kamera.
80 Jahre Defa
Die Defa wurde am 17. Mai 1946 in Potsdam-Babelsberg als zentrale Filmproduktionsgesellschaft der DDR gegründet und prägte die ostdeutsche Filmkultur. Sie bestand bis 1992. 1998 wurde die Defa-Stiftung gegründet, um das filmische Erbe zu bewahren und der Nachwelt zugänglich zu machen. Das 1912 gegründete Studio Babelsberg ist eigenen Angaben zufolge das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt und mit 21 Studios einer der größten Studiokomplexe Europas. Unter anderem wurden dort Filme wie "Inglorious Basterds", "Die Tribute von Panem" und "Grand Budapest Hotel" produziert.