Kultur
Ukrainische Veteranen spielen Theater
Die Themen der "Kulturzeit" vom 23.06.2026: Veteranen, 75 Jahre Goethe-Institut - Gespräch mit Maria Kalesnikava, Art-Basl-Initiative "Zero 10", 50 Jahre Bachmannpreis - Gespräch mit Cécile Schortmann.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 20.07.2027
Die Themen der Sendung:
Veteranen-Theater in der Ukraine
Die Ukraine hat inzwischen Millionen Menschen mit Kriegserfahrung. Hunderttausende Soldaten werden mit schweren Verwundungen, psychischen Traumata und oft auch ohne Arme oder Beine in das zivile Leben zurückkehren. Wie diese Menschen nach dem Krieg wieder ihren Platz in der Gesellschaft finden, wird wohl eine der größten Herausforderungen der Ukraine sein.
Das Projekt "Veteranen-Theater" versucht schon heute darauf eine Antwort zu finden. Einige hundert Veteranen wurden per Open Call eingeladen, eigene Stücke auf die Bühne zu bringen und ihre Geschichten selbst zu erzählen. Erblindete, amputierte und schwer traumatisierte Soldaten touren inzwischen durch die Ukraine und erreichen ein Publikum, das mit ihren Erfahrungen sonst kaum in Berührung kommt.
Viele Veteranen ziehen sich nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg vollständig zurück. Das Theater soll ihnen helfen, aus Isolation und Depression herauszufinden. Gleichzeitig entsteht ein direkter Dialog zwischen Soldaten und Zivilgesellschaft. Es geht um Traumaverarbeitung, um Würde und darum, wieder Teil des Lebens zu werden.
75 Jahre Goethe-Institut - Gespräch mit Maria Kalesnikava
1951 gründete eine Hand voll Lehrer einen Verein: Das Goethe-Institut soll die deutsche Kultur und Sprache fördern und Deutschlands Weg zurück in die zivilisierte Welt ebnen. Nach dem Desaster der Nazi-Diktatur will man ein völlig neues Bild von Deutschland in die Welt tragen. Heute unterhält das Goethe-Institut weltweit 154 Institute in 100 Ländern. Die Sprachschulen sind Orte der Begegnung und des kulturellen Austausches.
Sprachkurse und Prüfungen bringen rund ein Drittel des Jahresetats ein. Die anderen zwei Drittel - in diesem Jahr 232 Millionen Euro - stammen vom Auswärtigen Amt. Doch seit einigen Jahren werden diese Gelder kontinuierlich gekürzt. Deshalb hat sich das Goethe-Institut einen harten Sparkurs auferlegt. In der Folge mussten Institute schließen und der Fokus wurde noch stärker auf das außereuropäische Ausland gerichtet, auch um Deutschland in Zeiten des Fachkräftemangels attraktiver zu machen.
Außerdem hat sich das Goethe-Institut die Förderung von Demokratie und zivilem Zusammenleben auf die Fahnen geschrieben, etwa in Belarus. Dort arbeitete das Goehte-Instiut mit der Musikerin Maria Kalesnikava zusammen. Kalesnikava wurde 2020 verhaftet, das Goethe-Institut musste 2021 das Land verlassen. Wir sprechen mit Kalesnikava, die 2025 aus der Haft frei kam und heute in Deutschland lebt.
"Zero 10" feiert Europapremiere in Basel - Kunst zwischen KI, Krypto und Kontrolle
Nach Miami und Hongkong landet die spektakuläre Art-Basel-Initiative "Zero 10" erstmals in Europa – mitten in Basel. Was wie ein futuristisches Kunstexperiment begann, wird zum Statement über unsere Gegenwart: Technologien, die unser Denken, Sehen und Handeln prägen.
Zuletzt sorgten in Miami Roboterhunde mit den Köpfen von Warhol bis Zuckerberg für Aufsehen. Nun bringen die Kuratoren Eli Scheinman und Trevor Paglen unter dem Titel "The Condition" die Debatte auf die nächste Stufe: Wie verändert Künstliche Intelligenz die Kunst – und uns?
50 Jahre Ingeborg-Bachmann-Preis - Gespräch mit Cécile Schortmann
Bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur, dem sogenannten Ingeborg-Bachmann-Preis, wird seit 50 Jahren kontrovers gelesen, diskutiert und bewertet – radikal anders als der Zeitgeist. In ihren Frankfurter Vorlesungen schreibt Ingeborg Bachmann, Poesie müsse wie Brot - nämlich "scharf von Erkenntnis und bitter von Sehnsucht" sein. In Klagenfurt, das sein Image als Literaturgerichtshof vor allem in den letzten Jahren erfolgreich losgeworden ist, hat man das bis heute nicht vergessen. Dieses Jahr werden in Klagenfurt gleich zwei Jubiläen gefeiert: 100 Jahre Ingeborg Bachmann und 50 Jahre Bachmann-Preis. Wir sprechen mit Cécile Schortmann vor Ort.