Kultur
Muskismus: Technologie, Macht und Größenwahn
Die Themen der Kulturzeit vom 05.03.2026: "Muskismus", ein Schweizer Dorf kämpft gegen Elon Musk, Konstantin Richter "Dreihundert Männer", Tricia tuttle, Nachruf António Lobo Antunes.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 05.03.2027
Die Themen der Sendung:
"Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking" - Gespräch mit Quinn Slobodian
Wie wurde aus dem genialischen Nerd eine kettensägenschwingende Ikone der globalen Rechten? Quinn Slobodian und Ben Tarnoff suchen die Antwort in ihrem Buch "Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking". Sie zeichnen nach, wie sich im Silicon Valley um Musks Vorstellungen von Disruption ein regelrechter Kult bildete, wie Soziale Medien und Videospiele die Erzählung vom heldenhaften Einzelgänger etablierten und wie rassistische Memes und Verschwörungstheorien Eingang fanden in die Gedankenwelt des reichsten Menschen der Erde. Wir sprechen mit Quinn Slobodian.
Wie Elon Musks Starlink ein Dorf im Wallis spaltet
In Leuk im Oberwallis in der Schweiz plant Elon Musk neue Antennen – das sorgt im Dorf für großen Widerstand. Ein Schafzüchter hingegen unterstützt das Projekt, weil er Musks Internet für seine Schafe nutzt. Wie das funktioniert und warum gerade das anderen Dorfbewohnern Angst macht.
"Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG"
Siemens, Krupp, Bayer, Daimler - nur vier von etwa 300 Namen, die für für deutsche Unternehmen von Weltgeltung stehen. Erzählt man die Geschichte dieser "Deutschland AG" wird daraus eine epische Erzählung, die Entwicklung Deutschlands spiegelt - von den Anfängen der Industrialisierung über die Verwobenheit mit Weltkriegen und Faschismus bis hin zu den Umbrüchen unserer Zeit. Konstantin Richter erzählt davon in einem spannenden Buch - vom Aufstieg und Fall eben dieser Deutschland AG.
Tricia Tuttle äußert sich zur Berlinale
Nachdem der Berlinale-Aufsichtsrat beschlossen hat, dass Tricia Tuttle Berlinale-Chefin bleiben darf, aber mit einer Art Beirat und einem Verhaltenskodex, hat sich Tuttle selbst dazu geäußert.
Schriftsteller António Lobo Antunes gestorben
Wie sein Verlag mitteilte, starb der portugiesische Schriftsteller António Lobo Antunes am 5. März 2026 im Alter von 83 Jahren. Mit seinen inzwischen 30 Büchern, die in mehr als 50 Sprachen übersetzt worden sind, zählt Antunes, der nach eigenem Bekunden viel von William Faulkner lernte, zu den wichtigsten Autoren nicht nur der neueren portugiesischen Literatur, sondern der europäischen Gegenwartsliteratur überhaupt. Seine Romane, in denen er vor allem die portugiesische Vergangenheit und Gegenwart verarbeitet, beeindruckten die Fachkritik ob der dichten und metaphernreichen Sprache. Den Durchbruch schaffte der Autor 1979 mit seinem autobiografisch durchwirkten Roman "Der Judaskuss". Das Buch ist ein einziger, 260 Seiten starker Monolog und stellt eine Abrechnung mit Portugals Kolonialvergangenheit dar. "Ich möchte nicht gelesen werden", bekundete Antunes 2002 in der "Welt", "ich möchte, dass mein Buch eine Art Krankheit ist. Als litte man an einem Fieber." Der Schriftstelller, der auch ausgebildeter Arzt war, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur und dem Camões-Preis, der bedeutendsten Auszeichnung der portugiesischsprachigen Welt. Lange galt er als Anwärter auf den Literaturnobelpreis.