Kultur
Friedenspreisträger Philippe Sands
Die Themen der "Kulturzeit" vom 09.10.2026: Gespräch mit Friedenspreisträger Philippe Sands, Friedensnobelpreis, Buchmessenflash: Manuel Bittorf/Leh-Wei Liao, Chrissy Angliker.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 09.10.2026
- 19:24 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Gespräch mit Friedenspreisträger Philippe Sands
Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse wird in der Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Er geht an den französisch-britischen Menschenrechtsanwalt Philippe Sands. Der Preisträger setzt sich "für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein", wie der Börsenverein die Ehrung begründet.
Der Jurist Sands vertritt vor internationalen Gerichten verschiedene Staaten in Verfahren wegen Völkermords. Derzeit ist dies Gambia, das die Regierung von Myanmar wegen des Vorwurfs eines Genozids an den Rohingya vor den Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen gebracht hat. Das anstehende Urteil könne das erste sein, in dem ein Staat für einen Genozid verantwortlich gemacht werde, so Sands. Es werde auch für Südafrikas Klage gegen Israel wegen des Vorwurfs des Völkermords große Bedeutung haben. Wir sprechen mit dem Völkerrechtler und Schriftsteller.
Friedensnobelpreis an Navanethem Pillay
Die südafrikanische Juristin Navanethem "Navi" Pillay ist mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Pillay habe maßgeblich dazu beigetragen, "dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden", sagte der Chef des Nobelkomitees, Jörgen Watne Frydnes, in Oslo. Die 85-Jährige leitete unter anderem eine von der Uno eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission, die Israel 2025 einen Völkermord im Gazastreifen vorgeworfen hat. Pillay war in Südafrika seit den 1960er Jahren als Anwältin tätig, verteidigte unter anderem Anti-Apartheid-Aktivisten und setzte sich gegen Folter ein. Später war sie als Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda tätig. Von 2003 bis 2008 war sie Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Anschließend war sie bis 2014 UN-Menschenrechtskommissarin.
Buchmessenflash: Seiteneinsteiger
Am dritten Tag der Buchmesse sind wir unterwegs mit Manuel Bittorf und Leh-Wei Liao, die mit ihren Debütromanen zum ersten Mal auf der Buchmesse sind und eigentlich einen anderen Beruf hatten, bzw. haben. Manuel Bittorf ("Golden Retriever") ist unter dem Namen Betterov als Musiker bekannt, Leh-Wei Liao war Ärztin und hat Kunst studiert, bevor sie ihren Roman "Glaszeit" geschrieben hat.
Chrissy Angliker: Eine Malerin zwischen New York und der Schweiz
Ihre Welt ist New York. Chrissy Angliker ist schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin und lebt seit fast 30 Jahren in den USA. Bereits zwölfmal musste sie umziehen. Das einzig Konstante in New York sei der Wandel, sagt sie. Es gehe in dieser Stadt nicht darum, sich zu finden, sondern sich nicht zu verlieren. In den letzten 20 Jahren hat die Künstlerin hier einen unverkennbaren Stil entwickelt. Ihre Werke sind jetzt in der Galerie 94 in Baden in der Schweiz zu sehen.