Ein Bus steht auf einer Bühne. Mehrere Darstellerinnen schauen aus dem Bus heraus.Im Hintergrund ist die Ruine eines Hauses zu sehen.

Kultur

Die Schicksale entführter ukrainischer Kinder

Die Themen der "Kulturzeit" vom 20.10.2026: Oper über entführte ukrainische Kinder - Gespräch mit Nathaniel Raymond, Elfriede Jelinek zum 80., Film "Die Blutgräfin".

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Sendetermin
20.10.2026
19:23 - 20:00 Uhr

Die Themen der Sendung:

Oper "Die Mütter von Cherson" über nach Russland entführte ukrainische Kinder - Gespräch mit Nathaniel Raymon

Die Oper "Die Mütter von Cherson" basiert auf einer wahren Geschichte - die der Mütter und Großmütter, die sich aus dem Süden der Ukraine auf den Weg machten, um ihre Kinder nach Hause zu holen – fast 5000 Kilometer weit: über Polen, Weißrussland und Russland, um das Lager auf der Krim zu erreichen, in dem ihre Kinder in so genannten "Summercamps" festgehalten wurden. Nicht für alle ging diese Reise glücklich aus. Der US-Librettist George Brand hat das Libretto auf Grundlage von etlichen Interviews mit betroffenen Müttern, Großmüttern und zurückgekehrten Jugendlichen geschrieben. Die Musik zu der Oper, die von der New Yorker Metropolitan Opera und dem Teatr Wielki in Warschau in Auftrag gegeben wurden, hat Maxim Kolomiiets komponiert, der in der Ukraine zu den erfolgreichsten jungen Komponisten des Landes gehört. In "Die Mütter von Cherson" verzichtet er auf übermäßig komplexe Musik, um den Hauptfiguren der Geschichte, die keine mythologischen Helden, sondern gewöhnliche Frauen aus Cherson sind, gerecht zu werden. Die Uraufführung der Oper in Warschau und eine Dokumentation ihrer Entstehung sind ab dem 24. Oktober auf arte zu sehen.

Wir sprechen über die Schicksale der entführten Kinder und ihrer Familien mit dem Menschenrechtsermittler Nathaniel Raymond. Er leitet das Humanitarian Research Lab an der Yale School of Public Health in den USA. Seit mehr als 25 Jahren ermittelt und forscht er zu Kriegsverbrechen vom Südsudan über Bosnien bis hin zur Ukraine.

Mehr zur Ukraine

Elfriede Jelinek zum 80. Geburtstag: Uraufführung "Ein Übertritt" in Düsseldorf und Film "Die Liebhaberinnen"

Am 20. Oktober wird Elfriede Jelinek 80 Jahre alt. Zu diesem Anlass findet in Düsseldorf die Uraufführung ihres Stückes "Ein Übertritt" statt - ein neuer Jelinek-Text, der zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs entstanden ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht – und wie schnell er zum "Unwesen", zur Bestie oder zum Täter werden kann. Es geht um das Überschreiten von Grenzen, aber auch darum, wie instabil diese Grenzen sein können. Die Inszenierung stellt die Frage, wie eine Gesellschaft von Frieden wieder in Krieg und von Demokratie in Diktatur geraten kann. Zugleich läuft noch ein Film im Kino, der auf Jelineks Buch "Die Liebhaberinnen" beruht. Regie hat die junge luxemburgische Filmemacherin Caroline Kox, die Koxi genannt werden möchte.

"Die Blutgräfin" auf der Viennale

Sieben Millionen Euro, ein Starensemble und 30 Jahre Wartezeit: Ulrike Ottinger, Grande Dame des Avantgardekinos, hat endlich ihren Wien-Film gedreht. "Die Blutgräfin" ist eine opulente, queere Liebeserklärung an die Stadt – mit Isabelle Huppert, Birgit Minichmayr, Karl Markovics, Lars Eidinger und Conchita Wurst. Im Februar 2026 feierte die Abenteuer-Story auf der Berlinale Premiere. Jetzt gibt es den Film schon vor dem regulären Kinostart bei der Viennale in Wien zu sehen.

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