Kultur
Die Folgen des Terrors - 25 Jahre 9/11
Die Themen der "Kulturzeit" vom 11.09.2026: 25 Jahre 11. September 2001 - Gespräch mit Stefan Weidner, Filmfestival Venedig, Gaza-Doku "NAZA", Goethe-Institute in Russland, Teppich von Bayeux.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 11.09.2026
- 19:24 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
25 Jahre 11. September: der lange Schatten des Terrors - Gespräch mit Stefan Weidner
Die USA erinnern an die Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001. Zum 25. Jahrestag der Anschläge sind an vielen Orten Gedenkveranstaltungen mit Kranzniederlegungen, Schweigeminuten, Mahnwachen und weitere Veranstaltungen geplant. Bei den von der Terrororganisation Al-Kaida verübten Attacken am 11. September 2001 steuerten islamistische Attentäter entführte Passagierflugzeuge in das New Yorker World Trade Center und das Pentagon, eine vierte Maschine stürzte auf ein Feld in der Nähe von Shanksville, Pennsylvania. Fast 3000 Menschen wurden getötet. Die Doku-Reihe "9/11 - der lange Schatten des Terrors" ist im ZDF zu sehen.
Über die Folgen der Anschläge sperchen wir mit dem Islamwissenschaftler Stefan Weidner.
Filmfestspiele von Venedig 2026: eine Bilanz
Wir schauen auf Tops und Flops des Festival-Jahrgangs 2026 und stellen unsere Favoriten für den Goldenen Löwen vor. Darunter sind "A Bit Of Light" von Ali Asghari, "Woman Unknown" von May el-Toukhy, der einzigen Regisseurin im Wettbewerb, "Primetime" mit Robert Pattinson und "Wild Horse Nine" von Martin McDonagh mit John Malkovich und Sam Rockwell.
Mehr zum Filmfestival in Venedig
Gaza-Doku "NAZA" beim Filmfest in Venedig
Auf diesen Film war in Venedig mit Spannung gewartet worden: Die Regisseure des Films "No Other Land", der weltweit für Furore sorgte, haben bei den Filmfestspielen ihr neues Werk über den Gaza-Krieg präsentiert. Yuval Abraham und Rachel Szor beleuchten in "NAZA" mutmaßliche Mechanismen hinter den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen. Die Filmemacher zeigen in der Dokumentation anonymisierte Interviews mit 24 israelischen Geheimdienstmitarbeitern, die detaillierte Einblicke in ihre Operationen geben. Sie wurden nachts auf Dächern in Tel Aviv befragt. Der Titel "NAZA" bezeichnet einen internen Code des israelischen Geheimdienstes. Dieser Begriff steht als militärisches Kürzel für die Anzahl von Zivilisten, die bei einem Angriff sterben.
Goethe-Institute in Russland müssen schließen
Nach der angekündigten Schließung aller Goethe-Institute in Russland sucht das deutsche Kulturinstitut nach Wegen, den Austausch mit Menschen im Land trotzdem aufrechtzuerhalten. Alle Goethe-Institute in Russland werden laut einer Mitteilung des russischen Außenministeriums geschlossen, die Mitarbeiter müssen das Land bis spätestens zum 13. September verlassen. Dies betrifft dem Goethe-Institut zufolge zwei Mitarbeiter, die aus Deutschland entsandt wurden. Betroffen von der Schließung seien die Goethe-Institute in Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk. "Das Interesse an deutscher Sprache, Kultur und internationalem Austausch bleibt bestehen", sagte Gitte Zschoch, Generalsekretärin des Goethe-Instituts, laut einer Mitteilung. Als Möglichkeit sieht sie etwa digitale Angebote. "Dazu stimmen wir uns eng mit dem Auswärtigen Amt ab."
Teppich von Bayeux fasziniert Besucher in London
Mehr als 950 Jahre alt und ganze 70 Meter lang: Kunst- und Geschichtsinteressierte können den legendären Teppich von Bayeux erstmals in der britischen Hauptstadt bestaunen. Das mehrfarbige Werk zeigt in erstaunlicher Lebendigkeit die Ereignisse um die normannische Eroberung Englands unter Wilhelm dem Eroberer im Jahr 1066. Die Machtübernahme der französischsprachigen Normannen im bis dahin weitgehend von Angelsachsen dominierten England sollte das Land und deren Sprache für immer verändern.
Zahlreiche Menschen versammelten sich am Vormittag des 10. September zur Eröffnung der besonderen Ausstellung im British Museum. Wer das Bildzeugnis zu Gesicht bekommen möchte, muss sich allerdings gedulden: Dem British Museum zufolge sind alle Tickets bis zum Ende des Jahres ausverkauft. Der Vorverkauf für das kommende Jahr startet am 21. Oktober. Zum ersten Mal seit seiner Entstehung war der Teppich im Juli in London eingetroffen. Das extrem zerbrechliche Stück wurde unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und mit äußerster Vorsicht vom französischen Bayeux ins Vereinigte Königreich gebracht. Das Artefakt ist streng genommen kein Teppich, sondern ein besticktes Tuch, das wahrscheinlich vom Bischof von Bayeux, Odo, einem Halbbruder von Wilhelm dem Eroberer, in Auftrag gegeben wurde. Die Stickarbeiten wurden wohl von Frauen, womöglich sogar in England ausgeführt. Der Teppich gehört dem französischen Staat und wird bis Juli 2027 in London zu sehen sein.