Kultur
Eine Reporterin "Undercover unter Nazis"
Die Themen der "Kulturzeit" vom 04.05.2026: "Undercover unter Nazis", Biennale ohne Jury - Gespräch mit Elke Buhr, Ragnar Kjartansson bei den Ruhrfestspielen, Stickerei Müller, "United Queerness".
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 16.05.2026
Die Themen der Sendung:
Angelique Geray: "Undercover unter Nazis"
Die Investigationsjournalistin Angelique Geray wollte wissen, warum die Neonazi-Szene immer erfolgreicher Jugendliche anzieht, vor allem in Ostdeutschland. Getarnt als Altenpflegerin Isa, die sich radikalisiert, hat sie sich in die Szene eingeschleust und mit versteckter Kamera dokumentiert, wie das Gemeinschaftsgefühl und die Gewaltbereitschaft in diesen Kreisen gestärkt und sich auf den bewaffneten Umsturz vorbereitet wird. Aus ihren Rechercheergebnissen ist ein Film für RTL entstanden und das Buch "Undercover unter Nazis".
Biennale ohne Jury - Gespräch mit Elke Buhr
Kurz vor dem offiziellen Beginn am 9. Mai steht die Kunstbiennale in Venedig vor einem Scherbenhaufen. Im Streit um den Umgang mit Russland und Israel trat die Jury geschlossen zurück. Die Eröffnungsfeier wurde abgesagt, ebenso wie die übliche Vergabe der Goldenen Löwen zu Beginn. Die Preise sollen jetzt erst am letzten Tag der Ausstellung im November vergeben werden. Entscheiden darüber wird keine Jury mehr, sondern eine Abstimmung unter den Besuchern. Wir sprechen mit Elke Buhr, Chefredakteurin der Kunstzeitschrift "Monopol".
Ragnar Kjartansson bei den Ruhrfestspielen
Der Isländer Ragnar Kjartansson ist Musiker und Künstler - und wird in Skandinavien wie ein Star gefeiert. Erstmals ist nun auch in Deutschland eine umfassende Ausstellung seiner Werke zu sehen. Die Ausstellung "Sunday Without Love" in der Kunsthalle Recklinghausen versammelt Arbeiten, die sich im Spannungsfeld zwischen Musik und Bildender Kunst bewegen, Kooperationen mit bekannten Bands wie "The National" zum Beispiel sind für ihn selbstverständlich. Kjartansson verbindet Themen wie Musik und Identität und schreckt auch nicht vor persönlichen Emotionen zurück. Er stellt Rollenbilder und kulturelle Traditionen in Frage. Seine Werke sind zugänglich und humorvoll und leben oft von der Wiederholung oder sind auf mehrere Jahre angelegt - wie ein Videoserie, die seine Mutter und ihn zeigt, wie sie ihn anspuckt. Kjartansson scheut nicht davor zurück, vom eigenen Scheitern zu erzählen, von der Liebe und von der Melancholie als künstlerische Strategie. Erstmals wird in Deutschland ein Überblick seiner Arbeiten gezeigt und das garantiert sehr humorvoll und ironisch - wie es seine Art ist.
Fränkische Näh-Kunst für Balenciaga und Co
Wenn die großen Designstudios in Paris nicht mehr weiterwissen, rufen sie im mittelfränkischen Diespeck an. Vor 120 Jahren begann dort alles mit einfachen Kittelschürzen. Heute steht die Stickerei Müller für Handwerkskunst auf Weltniveau.
Ausstellung "United Queerness" in Wien
Der Eurovision Song Contest ist ein buntes, internationales Ereignis mit unterschiedlichsten Fankulturen. Auch für die queere Community, also für jene Menschen, die nicht heterosexuell sind, ist er ein wichtiger Ort der Sichtbarkeit. Die Entwicklung des ESC hin zur Plattform für queere Menschen zeigt die Ausstellung "United by Queerness" im Qwien, dem Zentrum für queere Geschichte. Schon 1961 etwa gewann Jean-Claude Pascal mit dem schwulen Liebeslied "Nous les amoureux". Das wird auch als frühes Beispiel queerer Codierung in der Popkultur gelesen.