Dokumentation

Mit dem Postauto durch die Schweiz: Durchs mystische Val Müstair nach Südtirol (Folge 3)

Die Engadin-Meran-Linie führt durch zwei Länder, sie verbindet die Schweiz mit Italien.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 16.11.2022

Erst schiebt sich das Postauto über den Ofenpass, an den östlichsten Zipfel der Schweiz, dann geht es durch das mystische Val Müstair, bevor man das Ziel, den Bahnhof von Mals, im mediterranen Südtirol erreicht.

Auf seiner Reise legt das Postauto rund 1000 Höhenmeter in eineinhalb Stunden zurück. Unterwegs spricht man Schweizerdeutsch, Rätoromanisch, Südtirolerisch. Es geht nicht nur über einen Pass, sondern auch durch ein entlegenes Tal voll ursprünglichem Charme, vorbei am UNESCO-Welterbe Kloster St. Johann. Die Gegend ist in vielerlei Hinsicht besonders: So zählt ein Teil der Strecke zum UNESCO Biosphärenreservats Engiadina Val Müstair; gen Streckenende im mediterranen Südtirol, verspürt man südländisches Flair.

Wir lernen Mensch und Natur entlang der Strecke kennen und beginnen unsere Reise auf etwa 1400 Meter über Null in Zernez. Postautofahrer Tino Hohenegger fährt die Engadin-Meran-Linie fast täglich, zunächst geht es bergauf, dann ein Stück durch den Schweizerischen Nationalpark. Mit Biologin Pia Anderwald und Parkwächter Domenic Godly machen wir uns auf Fuchsspurensuche und entdecken allerhand Wildtiere. – Zurück im Postauto ist die Ofenpasshöhe mit 2149 Metern der Lieblingsort von Postautofahrer Tino, hier kann er auf sein Tal blicken: das Val Müstair, auf Deutsch Münstertal, italienisch Val Monastero. Auf der Passhöhe treffen wir auch Bikerin Nicole Tschenett und begleiten sie in die Berge oberhalb der Route. Sie zeigt uns die besten Bike-Trails und ihre schöne, farbenreiche Heimat mit ihren mystischen Geschichten. -

Von der Passhöhe windet sich das Postauto danach die Serpentinen herunter ins Tal. Am östlichsten Zipfel der Schweiz lebt man naturverbunden, wie Gisella und Luciano Beretta, die hier eine kleine Brennerei in Tschierv betreiben. Dank des südlichen Klimas aus Italien wächst noch auf etwa 1800 Metern Höhe Bio-Bergweizen und Bio-Gerste, die sie für ihre Brände nutzen. - Nur wenige Kilometer weiter kracht und klappert es an der Postautoroute. Im 300-Seelenort Santa Maria steht eine der letzten Handwebereien der Schweiz, die Tessanda. Das Handwerk wird hier von Generation zu Generation weitergegeben. Weberin Martina Marcona Moser hat es von ihrer Mutter gelernt, Weberin Nino fährt täglich als Grenzgängerin von Südtirol in die Schweiz und ist Quereinsteigerin. - Nur ein paar Meter weiter fließt der Rombach, der sich wie eine Lebensader parallel zur Postautoroute durchs Tal schlängelt; auch vorbei am Welterbe-Kloster St. Johann. Bereits 775 von Karl dem Großen gegründet, sind seine letzten Hüterinnen heute 9 Benediktinerinnen, die hier arbeiten und wohnen. Die Kirche beherbergt den größten und besterhaltenen Freskenzyklus aus dem Frühmittelalter, ein wahres Schmuckstück.

Nimmt man das Postauto, das direkt vor dem Kloster hält, so erreicht man nach knapp einem Kilometer Südtirol. Es wird mediterraner entlang der Strecke. Oberhalb am steilen Hang, begeben wir uns mit Hans-Ueli Grunder, Nino aus der Weberei und Bernd Christandl auf die Suche nach Schmetterlingen.

Kurz vor Ende unserer Postautoreise geht es noch durch die mittelalterlichen Stadtmauern von Glurns. Hier muss sich Fahrer Tino besonders konzentrieren, denn das Stadttor ist schmal, das Postauto schiebt sich langsam und mühevoll hindurch. Unsere Reise endet nach gut 50 Kilometern in Mals. Eine abwechslungseiche Tour: geprägt von der Schweiz und Italien, von Passhöhe und mediterranem Flair, geprägt von Naturverbundenheit und ursprünglichem, mystischem Charme.

Ein Film von Heike Dickebohm.

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