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Kultur

Jüdisches Museum Frankfurt

Nach fünf Jahren Um- und Ausbau öffnete das Jüdische Museum Frankfurt im Oktober 2020 wieder seine Pforten. "Wir sind jetzt", lautet der Titel der neuen Dauerausstellung. Ausgehend von der Gegenwart wird hier jüdisches Leben in all seinen Facetten erfahrbar. Markus Brock "checkt" das Museum und begrüßt als Gast die jüdische Publizistin und Politikerin Marina Weisband.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 11.04.2026
Eine Frau in Winterjacke vor einem skurrilen Baum im Hof des Museums.
Diplom-Psychologin, Publizistin und Politikerin Marina Weisband
Quelle: SWR/Martina Klug

Wie keine andere deutsche Stadt war und ist Frankfurt von der jüdischen Kultur geprägt. Frankfurt war auch die erste Anlaufstation von Marina Weisband, als sie 1994 im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie aus Kiew nach Deutschland kam. Oft sei ihr gesagt worden, dass sie die erste Jüdin wäre, die man kennenlerne. "Wir waren diese Fabelwesen, die man nur aus dem Geschichtsunterricht kannte", sagt sie.

Heute lebt die Diplom-Psychologin in Münster und erfährt noch immer antisemitische Beleidigungen. Als Publizistin und Politikerin bei Bündnis 90/Die Grünen macht sie auch auf die gegenwärtige Situation der Juden in Deutschland aufmerksam. Außerdem setzt sie sich für die Vermittlung demokratischer Grundwerte an Jugendliche ein. Seit 2014 leitet sie das Projekt "aula - Schule gemeinsam gestalten". Und wann immer es ihre Zeit erlaubt, arbeitet sie als freischaffende Künstlerin.

Ariel Schlesingers Skultpur 'Untitled' zeigt einen entwurzelten Baum der kopfüber auf dem Baum eines anderen Baumes steht.
Ariel Schlesingers Skultpur 'Untitled' auf dem Vorplatz des neuen Jüdischen Museums in Frankfurt
Quelle: WR/ Jüdisches Museum Frankfurt/Norbert Miguletz

Mit Markus Brock erkundet Marina Weisband die beiden Standorte des Jüdischen Museums: das Museum Judengasse und das klassizistische Rothschild-Palais am Mainufer mit dem modernen Lichtbau der "Staab Architekten". Der weiße Kubus mit großen Fenstern repräsentiert das Neue, Offene im bewussten Kontrast zum denkmalgeschützten Rothschild-Palais, das quasi ein Museum im Museum ist. Hier wohnte einst die berühmte jüdische Bankiersfamilie Rothschild. Ihre Geschichte erzählt beispielhaft von den Traditionen der Juden Frankfurts, von Erfolg, Exil, Gewalt und Gegenwehr.

Der Kinderstuhl von Anne Frank, die 1945 im KZ Bergen-Belsen ermordet wurde, ist eine Ikone des Museums. Das Leben des bekanntesten Opfers des Holocausts wird mit Briefen, Alltagsgegenständen und Fotos veranschaulicht. Auch Kunsthandwerk und Kunst spielen im Jüdischen Museum eine zentrale Rolle, etwa in Zeichnungen und Gemälden über die jüdische Kultur und Werke von jüdischen Malern. Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler sind hier regelmäßig zu sehen.

Eine Frau und der Moderator stehen neben einem großen Tisch, dessen Platte leuchtet. Die Frau berührt ein Objekt unter der Platte mit einem Stift. Daneben eine Fernsehkamera.
Marina Weisband mit Markus Brock
Quelle: SWR/Martina Klug

Im Rahmen der Neueröffnung des Museums zeigt das Jüdische Museum außerdem die Sonderausstellung "Die weibliche Seite Gottes". Seit der Spätantike spielen Frauen in den monotheistischen Religionen eine wichtige Rolle, was Exponate wie antike Figurinen aus Israel, hebräische Bibelillustrationen und Madonnenbilder verdeutlichen.

Eine Frau und ein Mann in Winterjacken vor einem skurrilen Baum im Hof des Museums.
Marina Weisband mit Museums-Check-Moderator Markus Brock
Quelle: SWR/Martina Klug

Das Jüdische Museum Frankfurt versteht sich als Ort der Zuversicht, der aktiv an einer offenen, toleranten Gesellschaft mitwirken möchte.

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