Der Russland-Pavillon auf der Biennale in Venedig

Kultur

Venedig-Biennale: Kritik an Russland-Präsenz

Die Themen der Sendung vom 13.03.2026: Venedig-Biennale - Gespräch mit Hanno Rauterberg, Siegfried-Lenz-Doku, Otto Dix und die Neue Sachlichkeit, Katleho Mokhoabane.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Sendetermin
14.03.2026
06:20 - 07:00 Uhr

DIe Themen der Sendung:

Biennale von Venedig in Kritik wegen Russland-Teilnahme - Gesrpräch mit Hanno Rauterberg

Am 9. Mai öffnet in Venedig die Biennale für sechs Monate ihre Pforten, eine der wichtigsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst weltweit. Russland wird womöglich erstmals seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine wieder dabei sein. Grünes Licht aus Italien gibt es bereits. Biennale-Leiter Pietrangelo Buttafuoco, 2023 von der rechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ins Amt gehoben, verkündete: "Keine Boykotte, keine Vetos, keine Säuberungen: Die Biennale geht einen anderen Weg als die Politik." Russland werde genauso wenig ausgeschlossen wie alle anderen Länder, die sich im Krieg befänden: auch Israel, auch der Iran und auch die Ukraine. Buttafuoco fügte noch hinzu, eine "Biennale des Waffenstillstands" veranstalten zu wollen – auch wenn es aktuell für eine Feuerpause keine Anzeichen gebe.

Vertreter der ukrainischen Regierung haben die Entscheidung kritisiert. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha und Kulturministerin Tetjana Bereschna riefen die Veranstalter in einer Erklärung dazu auf, "ihre Entscheidung zu überdenken". Auch europäische Spitzenpolitiker kritisieren: "Diese Entscheidung der Fondazione Biennale ist nicht vereinbar mit der kollektiven Reaktion der EU auf die brutale Aggression Russlands", so der für Kultur zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef. Sollte die Fondazione dabei bleiben, werde man "weitere Maßnahmen prüfen, einschließlich der Aussetzung oder Beendigung eines laufenden EU-Zuschusses an die Biennale Foundation". Wir sprechen mit dem Journalisten Hanno Rauterberg darüber.

Siegfried Lenz und die Kraft des Gewissens

Am 17. März 2026 wäre Siegfried Lenz (1926–2014), einer der bedeutendsten deutschen Nachkriegsautoren, 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt 3sat die Kulturdoku "Siegfried Lenz und die Kraft des Gewissens". Sie beleuchtet das Leben und Schaffen des Autors sowie sein politisches Engagement nicht nur im Kontext seiner Zeit, sondern auch im Hinblick auf aktuelle Themen wie Wehrdienstpflicht, Pazifismus, Umweltschutz und das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland. 

 Der junge Siegfried Lenz sitzt vor einer Bücherwand am Schreibtisch (s/w).
Kultur -

Siegfried Lenz und die Kraft des Gewissens

Vom ernüchterten Soldaten zum prägenden Chronisten der Nachkriegszeit: Lenz wird zum eindringlichen Mahner für Frieden, Umwelt und Menschlichkeit –und bleibt damit hochaktuell.

"Otto Dix und die Neue Sachlichkeit" in Chemnitz

Mit der Ausstellung "European Realities" machte das Museum Gunzenhauser in Chemnitz im Kulturhauptstadt-Jahr 2025 Furore, jetzt wird eine deutsche Fraktion davon noch einmal aufgenommen und vertieft. Die Bilderschau "Otto Dix und die Neue Sachlichkeit" stützt sich auf den reichen Bestand an Werken des in Gera geborenen berühmt-berüchtigten Malers (1891-1969). Gut nachvollziehen lässt sich, wie rigoros sich der junge Maler, bis zu seiner Entlassung als Professor in Dresden, von seinen expressionistischen Anfängen abwendete und die "Neue Sachlichkeit" sein Werk bestimmte. Ein Schwerpunkt der Sammlung sind außerdem die Landschaften der 1930er Jahre, ganz und gar untypisch für den entlarvenden Blick, mit dem der provozierende und sozialkritische Dix bis zu seiner Diffamierung als "entartet" berühmt geworden war. In den selten gezeigten Landschaften ist zwar auch eine Anpassung an die Erwartungen der Naziherrschaft zu erkennen, aber Dix schaffte es auch damit zunehmend, die Bedrohung, die Angst, die Verzweiflung darzustellen.

Sprungbrett Staatsoper: Tenor Katleho Mokhoabane im Porträt

Katleho Mokhoabane, aufgewachsen in einer kleinen südafrikanischen Stadt, entdeckte seine Leidenschaft für die Oper im Kirchenchor seines Vaters. Nach Studien in Köln führte ihn sein Weg ins Opernstudio der Wiener Staatsoper. Am 9. März gibt der 29-jährige Tenor sein Debüt in Mozarts "La Clemenza di Tito".

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