Kultur
Protest gegen Hinrichtungen im Iran
Die Themen der "Kulturzeit" vom 22.10.2026: Iranische Opposition - Gespräch mit Stefanie Bock, Doku "Whistleblower", Pompeji Ausstellung über Kunst und Mode der 1990er.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 22.10.2027
Die Themen der Sendung:
Die iranische Opposition und ihr Protest gegen Hinrichtungen - Gespräch mit Stefanie Bock
Sie ist eine Ikone unter den iranischen Aktivisten: Sepideh Gholian hat 2023 nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis den damaligen Machthaber Khamenei unerschrocken beschimpft. Das hat sie berühmt gemacht. Dafür kam sie für zwei weitere Jahre hinter Gitter - jetzt ist sie auf freiem Fuß und möchte mit uns sprechen, auch wenn es für sie gefährlich ist. Was sie in ihren insgesamt sieben Gefängnisjahren erlebt hat, lässt sie nicht los. Seither kämpft sie gegen die Todesstrafe. Das Regime verhängt sie in beispiellosem Ausmaß: Allein 2025 wurden 2159 Menschen hingerichtet, darunter auch viele politische Gefangene.
Amnesty International dokumentiert in seinem jüngsten Bericht "Architekten des Grauens" die Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch das iranische Regime akribisch. Vier Jahre lang hat Amnesty an der in ihrem Umfang noch nie dagewesenen Recherche gearbeitet. Wir sprechen mit der Rechtswissenschaftlerin Stefanie Bock.
Mehr zu Iran
Doku "Whistleblower" - über ihren gefährlichen Einsatz für Gerechtigkeit
Whistleblower gelten als Helden oder Verräter. Marc Bauder erkundet mit seiner Doku "Whistleblower" die Welt dieser Informanten, in der es lebensnotwendig ist zu wissen, mit wem, wann und wie Wissen geteilt wird. "Whistleblower" ist in den deutschen und österreichischen Kinos zu sehen.
Pompej - ein Mythos wird neu vermessen
Als sich 79 n. Chr. der Himmel über dem römischen Pompeji verdunkelte, ahnten die wenigsten, welche Tragödie auf sie zuraste. Sie blieben im Angesicht der Apokalypse lieber zu Hause. Als alles Leben im pyroklastischen Sturm des Jahres 79 ausgelöscht wurde, befand sich Pompeji gerade im Umbruch: Die Infrastruktur bröckelte (die Stadt erholte sich noch von einem Erdbeben), die letzten Spuren republikanischen Geistes wurden getilgt und eine multiethnische Stadtgesellschaft mit großer Kluft zwischen Arm und Reich rang mit einer ungewissen Zukunft. Wir begleiten ein Studierenden-Team der Humboldt-Uni-Berlin bei der digitalen Vermessung Pompejis. Mit ihnen besuchen wir die neusten Befunde und treffen sie in Berlin, wo sie aus den 3D-Modellen die Stadt am Rechner rekonstruieren.
Ausstellung "The 90s: Art and Fashion" in London
Die Fluppe im Mundwinkel eines Supermodels, der Blick fast gleichgültig, irgendwie Luxus, aber irgendwie auch nicht. Auf einer Tapete Abdrücke eines Model-Hinterns. So war sie eben, die "Scheiß drauf, einfach machen"- Haltung der 1990er in Großbritannien. Nach rauer wirtschaftlicher Unsicherheit in den 1980ern, wird es frech, gerne respektlos und total widersprüchlich: Minimalismus und Grunge neben Supermodel-Glamour, demonstrative Alltäglichkeit neben historischer Opulenz. Vivienne Westwood stellte Models auf Schuhe, die zumindest Naomi Campell fast die Knochen brechen. Und Alexander McQueen macht aus seinem Laufsteg brutalo-Performances. Mode und Kunst sind plötzlich eins. Die Tate Britain holt die Energie der 1990er zurück – ohne aber aus den 90ern ein Nostalgie-Fest zu machen. Die Ausstellung "The 90s: Art and Fashion" ist bis zum 14. Februar 2027 in London zu sehen.