Kultur
Mexiko - zwischen Fußballfieber und Protest
Die Themen der "Kulturzeit" vom 11.06.2026: WM in Mexiko - Gespräch mit Pia Entenmann, Doku über Frauenfußball, Kulturkampf in Sachsen-Anhalt, Kulturförderpreis 2026, neues Album der Toten Hosen.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 11.06.2026
- 19:21 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Mexiko zwischen Fußballfieber und Protest - Gespräch mit Pia Entenmann
Vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft am 11. Juni in Mexiko-Stadt ziehen Tausende Menschen durch die Straßen. Lehrer fordern höhere Löhne und bessere Renten. Angehörige von Vermissten tragen Fotos ihrer Kinder vor sich her. Die Demonstrierenden erinnern an ein anderes Mexiko. An Femizide, an verschwundene Jugendliche, an Regionen, in denen Drogenkartelle und organisierte Kriminalität oft präsenter erscheinen als der Staat. Die WM soll ein Fest werden. Doch viele nutzen genau dieses Fest, um sichtbar zu machen, was sonst unsichtbar bleibt.
Dabei gibt es kaum ein Land, das den Fußball mehr liebt als Mexiko. Zum dritten Mal nach 1970 und 1986 richtet das Land eine Männer-Weltmeisterschaft aus – das hat bislang kein anderer Gastgeber geschafft. Im Azteken-Stadion, wo am 11. Juni das Turnier beginnt, wurden Fußballmythen geschrieben. Hier gewann Pelé seinen dritten WM-Titel. Hier erzielte Maradona sein "Nicht - Tor des Jahrhunderts". Das Stadion ist nicht einfach eine Arena. Es ist ein Erinnerungsort des Weltfußballs. Wir sprechen mit Pia Entenmann, Leiterin des Goethe-Instituts in Mexiko, über die Stimmung in der Hauptstadt.
"Mädchen können kein Fußball spielen": Doku über Fußball-Pionierinnen
Im Juni startet die Fußball-WM der Männer, und wieder einmal stehen die männlichen Fußballer im Mittelpunkt des Weltinteresses. Doch inzwischen haben die Frauen im Fußball aufgeholt. Es war ein langer Weg: Auch beim Sport wurden Frauen diskriminiert, für viele Jahre war es in der Bundesrepublik sogar vom DFB untersagt, dass Mädchen und Frauen auf ihren Plätzen Fußball spielen. Wie schwer es für die ersten Sportlerinnen war, zeigt eine sehenswerte Dokumentation: "Mädchen können kein Fußball spielen". Eine Geschichte von Diskriminierung, Sexismus und von männerdominierter Berichterstattung, aber vor allem eine Erfolgsgeschichte von Frauen, die sich durchgesetzt haben. Der Film von Torsten Körner ist in der ARD Mediathek zu sehen.^
Sachsen-Anhalt: Wie frei ist die Kunst, wenn die AfD mitregiert?
Was passiert mit Kunst- und Meinungsfreiheit, falls bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt die AfD in Regierungsverantwortung kommt? Es kommen unter anderem Kulturstaatsminister Rainer Robra und Autor Arne Semsrott zu Wort.
Kulturförderpreis 2026
Auch in diesem Jahr vergibt der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft den Deutschen Kulturförderpreis. Eine Jury, in die u.a. auch der ZDF-Intendant eingebunden ist, hat drei Preisträger aus verschiedenen Unternehmen ausgewählt: Die Sparkasse Chemnitz, die mehr als 100 Projekte im Kulturhauptstadtjahr gefördert hat. Der Familienunternehmer und Hobbymusiker Gerd Röders aus Soltau, der seit Jahrzehnten Kunst und Kultur in seiner Heimat unterstützt. Und die BMW Group, die seit Jahrzehnten das internationale Theaterfestival "Spielart" in München fördert.
Das letzte Album der Toten Hosen
Neun Jahre mussten die Fans auf das neue Studioalbum der Toten Hosen warten. Es soll zugleich ihr letztes sein. "Trink aus! Wir müssen gehen" heißt es programmatisch. 1982 in Düsseldorf gegründet, machten die Hosen mit "Bis zum bitteren Ende", "Hier kommt Alex" oder "Alles aus Liebe" massentauglichen Punk und blicken auf fast 45 Jahre erfolgreiche Band-Geschichte zurück. Mit dem neuen Album schließt sich auch optisch ein Kreis: Das Covermotiv ist wieder ein Opel Rekord, wie bei der ersten LP "Opel-Gang", dieses Mal allerdings gestaltet von Fotografie-Superstar Andreas Gursky.