Kultur
Filmfestspiele von Cannes eröffnen
Die Themen der "Kulturzeit" vom 12.05.2026: Filmfestspiele von Cannes - Gespräch mit Gudula Moritz, Estland und Russland, Richard Schuberth über Antisemitismus, Sängerin Olivia Dean.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 12.05.2026
- 19:22 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Das Filmfestival von Cannes eröffnet - Gespräch mit Gudula Moritz
Viele internationale Stars und eine starke deutsche Präsenz prägen das diesjährige Filmfestival von Cannes, das am Abend mit einer Gala beginnt. Die französisch-malische Schauspielerin Eye Haïdara moderiert die Eröffnungsfeier, bei der der für seine "Herr der Ringe"-Trilogie bekannte neuseeländische Regisseur Peter Jackson eine Ehrenpalme verliehen bekommt. Unter den 22 Filmen, die im Wettbewerb um die Goldene Palme antreten, sind drei deutschsprachige: Die Regisseurin Valeska Grisebach stellt ihren Film "Das geträumte Abenteuer" vor, der in der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei spielt. Die Österreicherin Marie Kreutzer hat für ihren Film "Gentle Monster" auch französische Stars wie Léa Seydoux und Catherine Deneuve gewonnen. Und der polnische Filmemacher Pawel Pawlikowski erzählt in seinem Schwarz-Weiß-Film "Vaterland" die Rückkehr des Schriftstellers Thomas Mann mit seiner Tochter Erika 1949 aus den USA nach Deutschland. Die Hauptrollen spielen Hanns Zischler, Sandra Hüller und August Diehl.
Obwohl die großen Hollywoodstudios dieses Mal fehlen, werden zahlreiche Stars aus den USA erwartet, unter ihnen Adam Driver, Demi Moore, Kristen Stewart und Barbra Streisand. Schauspieler und Hobbypilot John Travolta stellt seinen ersten Film als Regisseur vor. Auf dem roten Teppich wird zudem viel internationale Prominenz erwartet, darunter Penélope Cruz, Marion Cotillard und Pedro Almodóvar. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi hat für seinen Film "Histoires parallèles" (Parallele Geschichten) die Schauspielerinnen Isabelle Huppert und Virginie Efira verpflichtet.
Wir sprechen mit der "Kulturzeit"-Film-Redakteurin Gudula Moritz vor Ort.
Russlands Schatten an der Nato-Grenze
Narva ist die drittgrößte estnische Stadt direkt an der Grenze zu Russland. Aktuell tauchen in sozialen Netzwerken Gruppen auf, die zur Gründung einer "Narva-Volksrepublik" nach dem Vorbild von Donezk und Luhansk aufrufen. Die estnische Regierung spricht von einer russischen Informationsoperation. Tallinn nimmt solche Entwicklungen sehr ernst. Besonders heikel wird das Thema durch aktuelle Gesetzesvorbereitungen in Russland, die militärische Einsätze zum Schutz russischsprachiger Bürger im Ausland ermöglichen sollen. 85 Prozent der Einwohner von Narva sprechen Russisch, auf der anderen Seite des Flusses liegt die russische Stadt Ivangorod. Dazwischen verläuft eine der sensibelsten Grenzen Europas. In Narva existiert bis heute eine ausgeprägte russischsprachige Öffentlichkeit: Theateraufführungen auf Russisch, orthodoxe Gottesdienste, sowjetisch geprägte Erinnerungsorte, russische Medien, Veteranenvereine und kulturelle Veranstaltungen, die stark an Russland orientiert sind. Viele Einwohner fühlen sich kulturell russisch, leben aber politisch in der Europäischen Union. Rund um den 9. Mai organisiert Russland im gegenüberliegenden Ivangorod jedes Jahr Konzerte und Parade-Übertragungen, die auch in Narva zu hören sind. In Estland gelten solche Inszenierungen als Provokation und politisches Signal an die russischsprachige Bevölkerung. Wir haben uns vor Ort umgesehen.
Richard Schuberths Buch "Vom Antisemitismus, der keiner sein will"
Wo liegt die feine Trennlinie zwischen Israelkritik und Antisemitismus? Wo jene zwischen links und rechts? Der österreichische Schriftsteller Richard Schuberth hat in seinem neuen Buch "Vom Antisemitismus, der keiner sein will" den identitätspolitischen Diskurs beleuchtet.
Olivia Dean im Interview
Mit ihrem zweiten Album hat sie es geschafft: Grammy‑Gewinnerin (Best New Artist 2026), vierfach ausgezeichnet bei den Brit Awards und eine der wichtigsten neuen Stimmen im internationalen Pop‑Soul. Olivia Dean hat mit ihrem gefeierten Debütalbum "Messy" gezeigt, dass Pop persönlich, warm und kompromisslos ehrlich sein kann. Die Songs handeln von Nähe, Selbstzweifeln und Selbstbehauptung und treffen damit den Nerv einer Generation, die genug hat von Hochglanz‑Pop.