Kultur

"Kulturzeit" vom 08.12.2023: Candice Breitz wegen Israel-Kritik ausgeladen

Die Themen der Sendung: Canceln im Kulturbetrieb, Doku über Amateurbands in der DDR, Iris Radisch zu Jon Fosse, Emeli Sandé, Krimibuchtipps.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2023
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 08.12.2024

Die Themen der Sendung:

Künstlerin Candice Breitz wegen Israelkritik ausgeladen

Eine seit drei Jahren geplante Ausstellung der jüdischen Künstlerin Candice Breitz wird abgesagt, aufgrund der "Medienberichterstattung" über die Künstlerin im Zusammenhang mit ihren kontroversen Äußerungen im Kontext des Angriffskrieges der Hamas auf den Staat Israel." Wir sprechen mit der Künstlerin selbst, z.B. über die Vorwürfe sie spreche in Bezug auf Israel über Apartheid und wolle anhand ihres Falles der Frage nachgehen: Was verschiebt sich da gerade im deutschen Kulturbetrieb, und vor allem in der Debatte und Definition von Antisemitismus, historischem Relativismus, und Opfer-Täter-Umkehr?

Doku "Wie Tina Turner nach Niedertrebra kam - Amateurbands in der DDR"

Sie waren die Stars zum Anfassen: Wochenende für Wochenende tingelten in der DDR Cover-Bands, Tanz-Combos und Liedermacher im Nebenberuf übers Land, schleppten ihr oft selbstgebautes Equipment in die Säle der Dorfgaststätten oder Kulturhäuser – und ließen es krachen. Fast alle Rockmusiker in der DDR haben einmal so - als "Amateurtanzmusiker" - angefangen. Auch Dirk Michaelis: Der Sänger und Komponist ("Als ich fortging"), gelernter Maurer, fuhr jahrelang jedes Wochenende von Jugendclub zu Jugendclub, um dort aufzutreten: "Durch dieses Hobby hatten wir die Möglichkeit, so ein Stück Freiheit zu spüren. Auch wenn es mit Trabant und Anhänger nur nach Eisenach ging, fühlte es sich an wie ein 'Raus in die Welt'." Er ist einer von fünf Musikern, die in der MDR-Dokumentation "Wie Tina Turner nach Niedertrebra kam – Amateurbands in der DDR", die am 11. Dezember im MDR gesendet wird und dann auch in der ARD-Mediathek zu sehen ist, ihre Geschichten erzählen. Sie handeln von selbstgebauten Lichtanlagen aus Backformen, den Schwierigkeiten, ein Auto mit Anhängerkupplung zu finden und dem Gefühl, sich auf der Bühne einer Dorfgaststätte in Tina Turner zu verwandeln. Ein Film, der einem Lebensgefühl nachspürt: Eine Reise zurück in die Jugend, als die Musik laut und die Nächte lang waren.

Jon Fosse hält Nobelpreisvorlesung – Gespräch mit Iris Radisch

In Schweden und Norwegen haben die Feierlichkeiten zur Übergabe der diesjährigen Nobelpreise begonnen. Literaturnobelpreisträger Jon Fosse will nur das Pflichtprogramm absolvieren und sagte alle anderen Feierlichkeiten ab. Bei seiner Nobelvorlesung in Stockholm meinte der norwegische Autor, Lyriker und Dramatiker, dass Schreiben Leben retten kann. "In meinem Werk gibt es viele Suizide", sagte Fosse in seiner Rede im Börshuset, dem Sitz der Schwedischen Akademie und setzte fort: "Ich fürchtete, dass ich damit zu einer Legitimierung von Suizid beigetragen haben könnte." Deshalb habe es ihn sehr berührt, als ihm Leser schrieben, dass seine Worte deren Leben gerettet hätten, erklärte der 64-Jährige. "In gewisser Weise wusste ich schon immer, dass Schreiben Leben retten kann - vielleicht hat es sogar mein eigenes Leben gerettet", sagte Fosse in seiner Vorlesung. "Und wenn das, was ich schreibe, auch helfen kann, die Leben anderer Menschen zu retten, dann würde mich das glücklicher machen als alles andere." Die Schwedische Akademie hatte im Oktober bekanntgegeben, dass Fosse die wichtigste Literaturauszeichnung der Welt für seine innovativen Theaterstücke und seine Prosa bekommen soll. Feierlich überreicht wird der mit elf Millionen Kronen (circa 950.000 Euro) dotierte Preis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896). Wir sprechen mit der Literaturkritikerin Iris Radisch über den Autor.

Interview mit Emeli Sandé über ihr neues Album

Ihr erstes Album brach 2012 in Großbritannien alle Rekorde, Emeli Sandé wurde überschüttet mit Auszeichnungen. Vor allem "Next to me" machte die schottische R’n‘B-Sängerin weltweit bekannt. Sandé brachte drei weitere Alben im Eilflug heraus, dann wurde es still um sie. Heute liegen hinter ihr eine gescheiterte Ehe, ein Outing, und die Trennung vom Plattenlabel Virgin Records. Rassistische Diskriminierungen inbegriffen. In ihrer britischen Heimat ist Emeli Sandé ein Topstar. In Deutschland hingegen braucht es noch etwas Nachhilfe, was ihren Bekanntheitsgrad angeht. Ihr neues fünftes Studioalbum "How Were We To Know" ist gerade erschienen. Der "Rolling Stone" schreibt darüber: "Jetzt hat Emeli Sandé neues Selbstvertrauen entwickelt – das man auch sehen kann!" Wir haben mit Emeli Sandé über ihr neues Album gesprochen.

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