Kultur
Bröckelt Putins Macht?
Die Themen der "Kulturzeit" vom 03.06.2026: Aufstand gegen Putin, "Das können wir uns nicht leisten" - Gespräch mit Miriam Davoudvandi, Film "Ich verstehe Ihren Unmut", Comiczeichnerin Alison Bechdel.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 03.06.2026
- 19:23 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Miriam Davoudvandi: "Das können wir uns nicht leisten" - Gespräch mit der Autorin
Die Journalistin und Podcasterin Miriam Davoudvandi wurde 1992 in Bukarest als Tochter einer rumänischen Mutter und eines iranischen Vaters geboren und wuchs in einer Kleinstadt in Baden Württemberg auf. Heute lebt sie in Berlin, arbeitet für bekannte Medien, wie "Spiegel" und "Zeit" und ist Host des WDR-COSMO-Podcasts "Danke, gut.", in dem sie Gespräche über mentale Gesundheit führt. In ihrem Buch "Das können wir uns nicht leisten" verarbeitet sie ihre eigene Biografie und schreibt über das Aufwachsen in Armut, das Gefühl von Scham und die Herausforderungen eines Lebens im Sozialbau. Wir sprechen mit der Autorin.
Sozialdrama "Ich verstehe Ihren Unmut"
Heike (Sabine Thalau) arbeitet als Objektleiterin einer Münchner Gebäudereinigungsfirma. Sie organisiert Vertretungen, springt selbst ein und telefoniert pausenlos mit Kunden, die sich über Schmutz und mangelnde Hygiene beschweren. Kilian Armando Friedrichs Spielfilmdebüt "Ich verstehe Ihren Unmut" begleitet die 59-Jährige durch eine Arbeitswelt, die von Personalmangel, Zeitdruck und permanenter Überforderung geprägt ist. Die Handkamera bleibt dicht an ihrer Seite, während sie durch Hintereingänge, Parkhäuser und Treppenhäuser hetzt. Beschwerden wandern durch die Hierarchien nach unten, Verantwortung ebenso. In der Tradition von Ken Loach und den Dardenne-Brüdern zeichnet Friedrich kein Heldenporträt. Heike sabotiert Streikversuche und trifft fragwürdige Entscheidungen, um den Betrieb am Laufen zu halten. Gerade diese Ambivalenz macht die Figur glaubwürdig. Sabine Thalau, selbst aus der Reinigungsbranche, verleiht ihr große Präsenz. Ein präzises, körperlich spürbares Sozialdrama über Arbeit, Erschöpfung und die Unsichtbarkeit derjenigen, die unseren Alltag sauber halten.