Kultur
Antisemitismusvorwurf gegen Die Linke Berlin
Die Themen der "Kulturzeit" am 23.09.2026: Die Linke und der Antisemitismus - Gespräch mit Shai Hoffmann, Fotograf Lukas Beck, Doku "Eine Krankheit wie ein Gedicht", Musikerin Agnes Obel.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 23.09.2026
- 19:23 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
Die Berliner Linke und Antisemitismusvorwürfe
Die Berliner Linke steht nach ihrem Wahlerfolg vor einer schwierigen Debatte: Spitzenkandidatin Elif Eralp hat sich ausdrücklich zum Schutz jüdischen Lebens in der Hauptstadt bekannt. Gleichzeitig sorgen Vorwürfe wegen antisemitischer und israelfeindlicher Positionen sowie problematische Verbindungen einzelner Politiker für Kritik. Dazu zählen auch Kontakte zu Personen aus dem palästinensischen Spektrum und zum Umfeld des Remmo-Clans. Für die jüdische Gemeinde stellt sich damit die Frage, wie konsequent die Berliner Linke ihr Schutzversprechen auch innerhalb der eigenen Partei umsetzt.
Gespräch mit Shai Hoffmann über Antisemitismus
Der jüdische Sozialunternehmer Shai Hoffmann hat gemeinsam mit der deutsch-Palästinenserin Jouanna Hassoun die sogenannten Trialoge gegründet. Sie gehen an Schulen, um mit Schülern den Nahost-Konflikt zu diskutieren. In den Gesprächen mit den Schülern suchen sie gemeinsam nach Antworten. Der ungefilterte Zugang zu Kriegsbildern radikalisiert die Meinungen. Nicht selten geht Shai Hoffmann betroffen aus diesen Begegnungen. "In fast jedem Trialog begegnen mir antisemitische Aussagen", sagt er. Wir sprechen mit dem Schauspieler, Musiker und Aktivisten Shai Hoffmann über Antisemitismus in Deutschland.
Mehr zum Thema Antisemitismus
Intime Momente: Kreative Fotos von Kulturschaffenden
Der österreichische Fotograf Lukas Beck zeigt in seinem Porträtprojekt "One Hour With" Kulturschaffende wie John Malkovich, Tobias Moretti, Verena Altenberger oder Kurdwin Ayub von einer ungewohnten Seite - intim, verspielt und ungefiltert. Für jedes Shooting gilt eine besondere Regel: Fotograf und porträtierte Person sprechen eine Stunde lang kein Wort miteinander. Dabei entstehen besonders persönliche Bilder. "One Hour With" ist als Fotobuch erschienen.
Dokumentarfilm "Eine Krankheit wie ein Gedicht" von Jelena Ilić
Was, wenn der eigene Vater psychisch krank ist? Jelena Ilić‘ Vater leidet seit seiner Jugend an einer drogenbedingten Psychose. Wegen schwerer Körperverletzung sitzt er seit einigen Jahren in der Psychiatrie.
Als seine Wohnung geräumt wird, birgt die Regisseurin schippenweise Schutt, darunter aber auch seine künstlerisch inszenierten Selbstportraits und Fotos aus ihrer Kindheit. Nun rückt der Tag seiner Entlassung näher. Wie kann die Regisseurin sicher sein, dass ihr Vater keinen Rückfall erleidet? Ist eine Versöhnung möglich, und wenn ja, wie? In ihrem autobiographischen Dokumentarfilm "Eine Krankheit wie ein Gedicht" erzählt Regisseurin Jelena Ilić voller Wärme und Humor von umgekehrten Eltern-Kind-Rollen, von der Poesie im Chaos und von dem Mut zu lieben, auch wenn es schwer bleibt. Der Film startet am 8. Oktober in Deutschland im Kino Kino, vorab gibt es eine Kinotour.
"The Meaning of Flowers" von Agnes Obel
Auf ihrem neuen Album erzählt Agnes Obel über ihre Musik Geschichten, die sich nur schwerlich in Worte fassen lassen. Die dänische Künstlerin lebt in Berlin und ist ein Multitalent: Sie hat eine elfenhaft schöne Stimme, spielt virtuos Klavier, komponiert und textet selbst. Ihr neues Album handelt auch von einem Einschnitt in ihrem Leben: Als sie vor sechs Jahren wegen der Pandemie ihre Tour abbrechen muss und wenig später zwei blaue Streifen auf einem Teststäbchen entdeckt. "Ich dachte, ich sei krank, aber dann stellte sich heraus, dass ich schwanger bin. Und sofort hatte ich das Gefühl, dass sich meine Wahrnehmung der Welt veränderte", sagt Agnes Obel. Diesem Gefühl von Verbundenheit mit allem Lebendigen geht sie auch auf ihrem neuen Album nach.