Kultur
60 Jahre "Star Trek" – Utopie der Vielfalt
Die Themen der "Kulturzeit" vom 08.09.2026: "Star Trek" und die AfD - Gespräch mit Klaus Vieweg, Transparenz des Staates, Filmfest Venedig, Sven Regeners "Frankie und Freddie".
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 08.09.2026
- 19:22 - 20:00 Uhr
Die Themen der Sendung:
"Star Trek", die AfD und der Traum von einer offenen Gesellschaft
Am 8. September 1966 wurde "Star Trek" erstmals im US-Fernsehen gezeigt. 60 Jahre später umfasst die Reihe rund 900 Fernsehfolgen, 13 Kinofilme sowie unzählige Romane, Comics und Computerspiele. Dass die Serie "eine optimistische Vision der menschlichen Zukunft" darstellt, sieht auch der Philosoph Klaus Vieweg so, der zusammen mit seiner Tochter Olivia das Buch "Die Philosophie in Star Trek" geschrieben hat. In kurzen Essays behandelt er darin philosophische Fragen, die in der "Star Trek"-Originalserie thematisiert werden. Viele Themen seien heute auch nach 60 Jahren immer noch brennend aktuell, so Vieweg in der "FR": Nationalismus, Diktatoren oder Umweltprobleme. Die Gleichheit aller Menschen (oder Humanoiden) werde vorbildlich in der Serie vorgelebt, so wie auf der Kommandobrücke mit Vertretern unterschiedlicher ethnischer Gruppen. Der schwarzen Kommunikationsoffizierin kam beispielsweise eine besonders wichtige Position zu. Wir sprechen mit dem Philosophen über den Traum einer offenen Gesellschaft und was "Star Trek" uns gerade jetzt lehren kann.
Das Ende der Transparenz? Wer den Staat künftig noch kontrollieren darf
Die Online-Plattform "FragDenStaat" hat in den vergangenen Jahren tausende Behördenakten öffentlich gemacht. Mautverträge, RKI-Protokolle, Lobbykontakte, Maskengeschäfte oder interne Ministeriumsunterlagen – vieles, was Journalisten recherchieren konnten, wurde erst durch das Informationsfreiheitsgesetz möglich. Jetzt will die Bundesregierung dieses Recht grundlegend verändern. Künftig sollen Informationen nur noch natürliche Personen erhalten, die ein "berechtigtes Interesse" nachweisen können. NGOs könnten ausgeschlossen werden. Wer Akteneinsicht beantragt, müsste seinen Antrag begründen. Gebühren sollen steigen, sensible Bereiche deutlich ausgeweitet werden. Kritiker sprechen von einem historischen Rückschritt für Transparenz und Pressefreiheit. Für Arne Semsrott von "FragDenStaat" steht viel auf dem Spiel. Seine Plattform hat wie kaum eine andere das Informationsfreiheitsgesetz genutzt, um staatliches Handeln sichtbar zu machen. Für ihn ist die geplante Reform nicht weniger als ein Paradigmenwechsel: Nicht mehr der Staat muss begründen, warum Informationen geheim bleiben – künftig sollen Bürger begründen, warum sie überhaupt etwas wissen wollen. Die Bundesregierung verweist dagegen auf den Schutz von Beschäftigten, auf Sicherheitsinteressen und den Bürokratieabbau. Namen von Beamten sollen künftig grundsätzlich geschwärzt, Zugänge eingeschränkt werden. Transparenz müsse dort enden, wo staatliche Sicherheit gefährdet werde. Wir fragen: Wie viel Öffentlichkeit verträgt der demokratische Staat?
Filmfestival von Venedig: Unsere Favoriten in den Nebenreihen
Oasis sind zurück und haben in Venedig eine Doku über ihre spektakuläre Reunion-Tour präsentiert. Im Film geben die Noel und Liam Gallagher nach mehr als 20 Jahren erstmals wieder gemeinsam ein Interview vor der Kamera und deuten an, wie die Versöhnung ablief. "Oasis: Don’t look back in Anger" läuft in Venedig außer Konkurrenz.
Ebenfalls in einer Nebenreihe feiert Wim Wenders neuer Film "From Inside Out - The Architecture of Peter Zumthor" Premiere. In der Doku, die in 3D gedreht ist, erzählt er vom Werk des Schweizer Architekten Peter Zumthor und nähert sich dessen legendären Bauwerken, etwa der Therme Vals.
Das Spielfilmdebüt "Eklipse" des Tiroler Regisseurs Manuel Wetscher läuft in der renommierten Festivalreihe Orizzonti bei den Internationalen Filmfestspielen. Der Film hat zudem Chancen auf einen Nachwuchs-Filmpreis. "Eklipse" erzählt vor dem Hintergrund der Sonnenfinsternis von 1999 von zwei Jungs, die den Sommer in den Bergen verbringen. Doch die Aids-Erkrankung des Vaters des einen Jungen wirft einen Schatten auf die Freundschaft.
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Sven Regeners neuer Roman "Frankie und Freddie"
"Frankie und Freddie" heißt der neue Roman von Sven Regener. Vor mehr als 35 Jahren erfand er die Figur Frank Lehmann für eine Kurzgeschichte. Daraus wurde ein Roman - und mittlerweile ein ganzes Lehmann-Universum, angewachsen auf sieben Bücher. "Frankie und Freddie" spielt 1980 in West-Berlin. Es ist der 23. Dezember. Fast wie in Echtzeit folgt man den zwei Lehmann-Brüdern auf einer Odyssee durch die Stadt - 24 Stunden lang. Der ältere, Freddie, will nach New York. Frankie will erstmal in Kreuzberg bleiben. Seine Figuren denken, reden und handeln gleichzeitig. Typisch Regener. Er nennt diesen Schreibstil "kampfszenenhaft". Wir haben den Autor in Berlin getroffen.