Kultur
Blaupause Gaza? Israels Krieg im Libanon
Die Themen der "Kulturzeit" vom 27.05.2026: Israels Krieg im Libanon, die israelische Band Haze'evot, Ganymed-Projekt in Wien, Musical über den Zauberer Kalanag in Dresden.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 27.05.2027
Die Themen der Sendung:
Blaupause Gaza? Israels Krieg im Libanon - Gespräch mit Kristin Helberg
Im Krieg der israelischen Armee gegen die Terroreinheiten der Hisbollah im Libanon werfen Beobachter und die UN beiden Seiten mögliche Kriegsverbrechen vor. Insbesondere die Kritik am Vorgehen des israelischen Militärs wird immer lauter: Es setze auf unverhältnismäßige Angriffe, Massen-Vertreibungen und die Zerstörung ziviler Infrastruktur. Die israelische Regierung weist das zurück. Doch längst steht der Vorwurf im Raum, dass hier die Strategie wiederholt wird, mit der die israelische Armee weite Teile von Gaza zerstörte und die Bevölkerung vertrieb. Währenddessen setzt Deutschland die strategische Kooperation mit Israel weiter fort. Wir sprechen mit der Nahost-Expertin Kristin Helberg.
Mehr zum Libanon
Israelische Indierockband Haze’evot auf Deutschland-Tournee
Manche Auftritte wurden abgesagt, weil ihre Herkunft "zu heikel" sei. Haze’evot lassen sich davon nicht aufhalten. Die Band sagt: Frieden braucht Dialog – und gibt neben ihrer Tour Workshops an Schulen. Haze’evot ist Hebräisch und bedeutet übersetzt Wölfin. Die fünf Frauen bezeichnen sich selbst als "DIY-Band", denn sie produzieren ihre Musik und Videos nicht nur selbst, sondern organisieren auch ihre eigenen Tourneen. Aktuell sind sie in Deutschland unterwegs, schon seit Jahren touren sie regelmäßig durch Europa.
Neues Ganymed-Projekt in Wien
Das neue Ganymed-Projekt von Jacqueline Kornmüller hat dieses Jahr auf dem denkmalgeschützten Jugendstil-Areal der psychiatrischen Klinik in Wien Premiere gefeiert. Die Anlage, einst eine der modernsten Europas, mit der von Otto Wagner entworfenen Kirche, war in der NS-Zeit auch Schauplatz der Tötungsmedizin ("Am Spiegelgrund"). Heute ist sie ein Ort für Kultur und Wissenschaft. Das Ganymed-Projekt, lange im Kunsthistorisches Museum Wien beheimatet, verbindet Kunst, Ort und Geschichte zu performativen Neuinterpretationen. Auch diesmal sind zahlreiche Künstler und Künstlerinnen innen beteiligt. Das Publikum bewegt sich durch Pavillons, Pathologie, Küche und andere Räume des Areals.
Musical über den Zauberer Kalanag in Dresden
Er ist eine der umstrittensten Figuren der deutschen Nachkriegsgeschichte, der Magier Kalanag, mit bürgerlichem Namen Helmut Schreiber. Seine Geschichte ist nun auf der Bühne der Dresdner Staatsoperette zu sehen: zwischen Zauber-Revue, Politthriller und Psychogramm – schillernd, unterhaltsam und von beklemmender Aktualität.
Die Biografie Schreibers liest sich wie ein Spiegel deutscher Geschichte. Während der Zeit des Nationalsozialismus passt sich Schreiber opportunistisch an, sucht die Nähe zur Machtelite und profitiert vom System – auch auf Kosten seines jüdischen Geschäftspartners Max Heilbronner. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es ihm, sich im Zuge der Entnazifizierung neu zu positionieren und seine Vergangenheit zu verschleiern. Unter dem Künstlernamen Kalanag feiert er internationale Erfolge, bevor seine Karriere schließlich mit dem Aufkommen des Fernsehens an Strahlkraft verliert. Das Musical beleuchtet die Spannungsfelder von Schuld und Verantwortung und stellt Fragen, die bis heute nichts an Relevanz verloren haben. Das hochkarätige Kreativteam: Für diese Produktion konnten die international renommierte Komponistin Elena Kats-Chernin, der Dramatiker Dirk Laucke sowie Regisseur und Musical-Allrounder Martin G. Berger gewonnen werden. Musikalisch schöpft Elena Kats-Chernin aus einem breiten Spektrum: Zeittypische Tanzformen, revuehafte Show-Nummern, ironische Brechungen und emotionale Balladen verbinden sich zu einem facettenreichen Klangbild. Entstanden ist die Partitur in enger Zusammenarbeit mit Martin G. Berger, der zugleich die Liedtexte verantwortet. Die Grundlage für das Libretto bildet eine intensive zweijährige Recherchearbeit, in der Dirk Laucke historische Fakten, Legenden und Anekdoten zu einem dichten Bühnenstoff verdichtet hat. Die zentrale Frage des Abends lautet: Kann ein Meister der Illusion auch seine eigene Schuld verschwinden lassen?