Kultur
Wolfram Weimer und der Kulturkampf
Die Themen der Sendung vom 06.03.2026: Kritik zum Buchhandlungspreis - Gespräch mit Sebastian Guggolz, AfD-Kulturpolitik, syrischer Bürgermeister in Schwaben, 500 Jahre Frauen-Frage, Ella Maillart.
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2025
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 06.03.2027
Die Themen der Sendung:
Wolfram Weimers Kulturkampf und der Buchhandlungsspreis - Gespräch mit Sebastian Guggolz
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eine neue Debatte über staatliche Eingriffe in den Kulturbetrieb ausgelöst. Anlass diesmal: Weimer strich wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" drei linke Buchläden von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis. Die Buchbranche zeigt sich tief besorgt, die Opposition beklagt Willkür. Öffentlich ist nicht bekannt, was gegen die drei Läden in Berlin, Bremen und Göttingen vorliegt. Die Betroffenen wollen vor Gericht ziehen.
Damit steht der parteilose Weimer nach der Aufregung um die Berlinale abermals in der Kritik. Wieder geht es im Kern um die Frage, wie sich Institutionen politisch positionieren dürfen, wenn sie staatliche Unterstützung bekommen. Der Deutsche Buchhandlungspreis für etwa 100 besonders engagierte kleine Buchläden ist mit Preisgeldern von 7000 bis 25.000 Euro auch eine Finanzspritze. Was den drei Buchläden vorgeworfen wird, gab Weimers Behörde auch auf Nachfrage nicht preis. Wir sprechen mit Sebastian Guggolz, dem neuen Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Verleger beim Fischer-Verlag.
"Flucht nach vorn" - der syrische Bürgermeister Ryyan Alshebl zeigt in Schwaben, wie gute Politik gehen kann
Ryyan Alshebl ist vor Assads-Regime aus Syrien geflohen. Ein neues Zuhause fand er im baden-württembergischen Ostelsheim. Er erwarb die deutsche Staatsbürgerschaft und wurde mit nur 29 Jahren dort zum Bürgermeister gewählt. Nun hat er ein Buch darüber geschrieben, in dem er Ratschläge gibt, wie gute Politik gelingen kann. Sein Erfolgsrezept: Er packt Probleme an und sucht pragmatische Lösungen. Er schildert prägende Begegnungen, seinen alltäglichen Umgang mit der deutschen Bürokratie und warum er trotz allem zuversichtlich bleibt, weil ihm Demokratie als zu wertvoll erscheint, um sie Populisten zu überlassen.
Die Frauen-Frage – Mega-Schau weiblicher Kunst in Warschau
Warschau hat seit 2025 ein neues Museum für moderne Kunst – ein monumentaler weißer Kubus in unmittelbarer Nähe zum ikonischen Kulturpalast. Von den Einheimischen liebevoll "Schuhschachtel" genannt, hat sich das Haus zu einem Anziehungspunkt für Menschen aus dem In- und Ausland entwickelt. Mit ihrer aktuellen Schau zeigt Direktorin Joanna Mytkowska auf: Unter dem Titel "The Woman Question 1550–2025" hat sie eine der weltweit größten Ausstellungen weiblicher Kunst auf die Beine gestellt. 200 Exponate aus aller Welt und aller Epochen sind zu sehen: von Artemisia Gentileschi bis Yoko Ono, von Frida Kahlo bis Tracey Emin.
Ausstellung über die Weltreisende Ella Maillart in Lausanne
Unterwegs zu sein war ihr Ziel. Die Genferin Ella Maillart berichtete mit Fotos und Texten über die Fremde. 1930 reiste sie nach Moskau, lernte Russisch und hielt den sowjetischen Alltag fest. Von dort reiste sie weiter bis nach Kaschmir, Nepal oder Indien. Viele weitere Reisen folgten. Ella Maillart war eine Pionierin. Eine Ausstellung im Photo Elysee in Lausanne zeigt ihre wichtigsten Reisen in den 1930er Jahren. Der Anlass: Ihre Fotos und Reiseberichte wurden jüngst ins Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen. Die Neugierde trieb sie an. Und als Frau hatte Ella Maillart einen besonderen Zugang zu Frauen. Sie sah, was die mänlichen Entdecker und Abenteurer vor ihr nicht sahen: wie Frauen leben.