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Schatzjagd an der Seidenstraße

China, das "Reich der Mitte", gilt in seiner Entwicklung als vom Westen völlig unabhängig. Bis in das 4. vorchristliche Jahrtausend hinein reichen die Aufzeichnungen des Landes zurück.

Produktionsland und -jahr:
2013
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 30.08.2022
Ton
UT

Sie untermauern das Bild vom isolierten China, das sich ohne große Berührungspunkte zum Westen entwickelt hat. Der Mythos von der Isoliertheit und Unabhängigkeit Chinas ist bis heute verbreitet. Erst durch einige neue Entdeckungen wird er infrage gestellt.

Bereits vor 100 Jahren begannen europäische Archäologen, die Wüste Taklamakan im Westen Chinas zu erforschen. Einst führte die berühmte Seidenstraße durch die Wüste und sorgte - wie die Wissenschaftler schnell herausfanden - seit dem Mittelalter für einen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Ost und West. Doch erst in jüngster Zeit entdecken chinesische Archäologen, dass sich unter den Spuren der mittelalterlichen Seidenstraße Zeugnisse aus noch viel fernerer Vergangenheit finden lassen: Mitten in der Wüste entdecken sie einen riesigen Friedhof mit einzigartig erhaltenen Mumien. Sie gehören einem vergessenen Volk an, das bereits vor 4000 Jahren in der Region siedelte.

Neben dem einmaligen Erhaltungszustand der Mumien ist vor allem ihr Aussehen überraschend. Denn die Mumien wirken mit ihren kräftigen Gesichtszügen, Bärten und hellbraunen oder sogar blonden Haaren alles andere als chinesisch. Könnten sie zu einem europäischen Volk gehören, das die Menschen in China schon in der Bronzezeit in Kontakt mit dem Westen brachte? Brachten sie sogar wichtige Kulturtechniken wie den Bronzeguss mit nach China? Der renommierte Mumien-Experte Professor Victor Mair will diesen Fragen nun mit modernsten Methoden auf den Grund gehen. Eine DNA-Untersuchung soll zeigen, ob die Mumien tatsächlich europäische Wurzeln haben.

Doch nicht nur die Mumien werfen Fragen auf - auch andere im Westen bisher unbekannte Funde rütteln am bekannten Geschichtsbild. So überrascht ein geheimnisvolles Königsgrab in Ostchina mit deutlich westlich geprägten Fundstücken - zu einer Zeit, zu der es noch gar keinen Kontakt zum Westen gegeben haben soll. Für den deutschen Kunsthistoriker Dr. Lukas Nickel ist die Ausgrabung ein erstes Indiz, das noch viele weitere Entdeckungen nach sich ziehen könnte.

Dabei gerät auch die weltberühmte Terrakotta-Armee in sein Blickfeld. Sie gehörte zur Grabausstattung des ersten chinesischen Kaisers und damit zum Gründungsmythos Chinas. Ausgerechnet hier will Lukas Nickel seinen Verdacht überprüfen - und erhält Zugang zu Figuren, die bisher noch nie gezeigt werden durften. Ihr Stil ist für die chinesische Kunst der Zeit so ungewöhnlich, dass die Skulpturen für Lukas Nickel nur einen Schluss zulassen: Sie müssen von den chinesischen Künstlern nach dem Vorbild griechischer Statuen gefertigt sein. Spannende Entdeckungen, die ein neues Licht auf die Geschichte der Beziehung zwischen Ost und West werfen.

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