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Unendlich müde: Die Krankheit ME/CFS
In Deutschland, Österreich und Schweiz sind schätzungsweise 740.000 Menschen vom "Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom" (kurz: ME/CFS) betroffen. Wie kann ihnen geholfen werden?
- Produktionsland und -jahr:
-
Deutschland 2026
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 12.05.2031
Zwischen Hoffnung und Realität – ME/CFS im Fokus Ist ME/CFS heilbar? Diese Frage wird kontrovers diskutiert: Während einzelne Genesungsberichte Hoffnung wecken, betonen Fachleute, dass es bislang keine verlässliche, evidenzbasierte Therapie gibt. Die Gefahr falscher Erwartungen ist groß – ebenso wie die eines falschen Umgangs mit der Erkrankung. Denn ME/CFS verursacht erhebliche volkswirtschaftliche Schäden: Rund 30 Milliarden Euro jährlich entstehen in Deutschland durch Arbeitsausfälle, Pflegebedarf und den Verlust von Erwerbsfähigkeit; gemeinsam mit Long COVID sind es über 60 Milliarden Euro pro Jahr.
Im NANO Studio ordnet der Sportmediziner Prof. Wilhelm Bloch die Situation aus biologischer Perspektive ein. Er erklärt, warum klassische Trainingsansätze bei ME/CFS nicht greifen und sogar schaden können. Zentral ist das sogenannte Pacing: eine individuell angepasste Begrenzung von Aktivität, um Überlastungen und Rückfälle zu vermeiden.
Einzel-Themen in der Sendung
Die ME/CFS - Kontroverse
Ob ME/CFS heilbar ist, wird kontrovers diskutiert: Während einzelne Genesungsberichte Hoffnung nähren, betonen Fachleute, dass eine verlässliche Therapie bislang fehlt. Kritiker warnen vor falschen Erwartungen und riskanter Aktivierung. Befürworter stärkerer Forschung sehen dagegen Potenzial für Verbesserungen. Konsens ist: Der Fokus muss derzeit auf Stabilisierung statt Heilungsversprechen liegen.
Die Kosten von ME/CFS
ME/CFS ist nicht nur eine schwere chronische Erkrankung, sondern auch ein erhebliches volkswirtschaftliches Problem: In Deutschland entstehen jährlich rund 30 Milliarden Euro Kosten – vor allem durch dauerhafte Arbeitsunfähigkeit, Produktivitätsverluste und Pflegebedarf. Gemeinsam mit Long COVID summieren sich die Be-lastungen auf über 60 Milliarden Euro pro Jahr. Schon kleine therapeutische Fortschritte könnten Milliarden einsparen.
Therapie gegen Long COVID
Einfache Alltagsaufgaben können für Menschen mit Long COVID schnell zur Überlastung werden. Selbst kurze körperliche oder mentale Anstrengungen führen bei vielen Betroffenen zu einer deutlichen Verschlechterung der Symptome. Um solche Rückfälle zu vermeiden, setzen Ärzte und Sportwissenschaftler auf das sogenannte Pacing: Dabei lernen Betroffene, ihre verfügbare Energie bewusst einzuteilen und Belastungen individuell anzupassen. Forschende entwickeln dafür neue Ansätze zur Belastungssteuerung – etwa mithilfe von Pulswerten und speziell angepassten Trainingsprogrammen.