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Wissen

Klimawandel verschiebt Weinlese

Weltweit schmelzen Gletscher, brennen Wälder und Umweltkatastrophen aller Art nehmen zu. Jetzt zeigt eine Studie, dass Pflanzen besonders von den veränderten Klimabedingungen betroffen sind und immer früher anfangen zu blühen. Von Fabian Wolff

Weinlese

Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersuchten 550 Pflanzenarten in Europa und Nordamerika und fanden heraus, dass sich der Beginn der Blüte seit Aufzeichnungsbeginn vor 50 Jahren deutlich nach vorne verschoben hat. Entscheidend dafür ist neben der höheren Temperatur vor allem der geringere Niederschlag. Jede Pflanzenart reagiert unterschiedlich auf die veränderten Verhältnisse, allerdings blühen 80 Prozent der Pflanzen früher und die restlichen 20 Prozent später. Dabei ist die Größe der Pflanze offenbar entscheidend. Denn: Je kleiner die Pflanze ist, desto deutlicher ist auch die Verschiebung des Blühbeginns nach vorne. Die Forscher vermuten, dass die kleineren Pflanzen dies tun, um den größeren zuvorzukommen und sich so einen sonnigen Platz zu sichern.

In Frankreich beeinflusst der Klimawandel eine ganz bestimmte Kulturpflanze: die Weinrebe. Winzer in der Region Burgund führen seit 664 Jahren Protokoll über den Zeitpunkt der Weinlese. Eine Analyse dieser Daten hat nun gezeigt, dass die Weintrauben-Ernte 600 Jahre lang im Mittel am 28. September stattfand. Seit 1988 jedoch hat sich das Datum der Weinlese innerhalb von 30 Jahren auf den 15. September verschoben. Dies ist ein Indiz für eine viel höhere Temperatur, da Trauben bei heißen und trockenen Sommern früher reif werden als bei kühlen und feuchten.

Der Winter wird immer kürzer

Anhand der veränderten Blühzeiten konnte nachgewiesen werden, dass Frühling, Sommer und Herbst seit Jahrzehnten früher beginnen. Das bedeutet, dass der Winter immer kürzer wird - seit 1961 ist er um 26 Tage kürzer geworden.

Die veränderten Klimabedingungen setzten neben Pflanzen auch Tieren zu und stören den natürlichen Kreislauf. So können etwa Blüten nicht bestäubt werden, weil die Insekten, die dies tun, noch nicht geschlüpft sind. Andere Insekten wiederum können verhungern, weil die Pflanzen, die ihnen als Nahrung dienen, nicht mehr da oder noch nicht gewachsen sind. Den Forschern können diese Erkenntnisse helfen, Veränderungen im Wachstum von Pflanzen in Zukunft besser vorherzusagen.

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