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Wissen

Wirbelstürme - ein Instrument der Evolution?

In Zeiten des Klimawandels stehen alle Spezies vor großen Herausforderungen. Die große Frage: wer passt sich am Schnellsten an? Wer wird als Art überleben?

Spinne
Auch Spinnen haben Charakter: Manche sind eher gutmütig, andere eher die Rambo-Typen.

Der voranschreitende Klimawandel bringt mehr Wetterextreme und verändert die Bedingungen, mit denen Lebewesen zurechtkommen müssen. Für eine sozial lebende Spinnenart, Anelosimus Studiosus, heißt das: Die aggressiveren unter ihnen haben die besseren Chancen zu überleben.

Das haben Forscher der kanadischen McMaster University herausgefunden. Sie untersuchen die Auswirkungen tropischer Wirbelstürme auf hunderte Arten des Ökosystems. „Wir wollen die Auswirkungen von Extremwetter-Ereignissen auf die Evolution und die natürliche Selektion besser verstehen“, sagt  Autor und Evolutions-Biologe Jonathan Pruitt. Sind bei der Anpassung an den Wandel evolutionäre Prozesse im Gang? Ja, sagen die Forscher: Die Veranlagung zu aggressiverem Verhalten hat sich bei Spinnen, die häufig Wirbelstürmen ausgesetzt sind, durchgesetzt.

Die aggressiv veranlagten Spinnen sind im Vorteil

Anelosimus studiosus lebt in Sozialverbänden. Aus vorhergegangenen Untersuchungen wussten die Forscher, dass sich die Spinnen eines Verbands charakterlich unterscheiden: in eher zurückhaltende und in aggressivere Tiere. So gab es Kolonien mit einem aggressiveren oder auch mit einem sanfteren Grundverhalten. Die aggressiveren Kolonien sind besser darin, Nahrung zu beschaffen, auch wenn sie knapp ist. Sie bekämpfen sich wegen Beute oder wenn es zu heiß wird.   

Die Forscher untersuchten die Spinnenpopulationen im Golf von Mexico und an der US-Atlantikküste, die direkt in der Schneise tropischer Wirbelstürme lagen, vor und nach Wirbelstürmen. Ein  Ergebnis: Die aggressiveren Spinnen legten mehr Eier und von den Jungspinnen überlebten mehr Tiere bis in den frühen Winter.

Das Fazit der Wissenschaftler: Extremwetter-Ereignisse wie die tropischen Wirbelstürme tragen dazu bei, die Veranlagungen einzelner Arten weiter zu differenzieren und begünstigen so eine bessere Anpassung an lokale Bedingungen.

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