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NANO Talk: Ist die Menschheit noch zu retten?
Noch steht der Mensch im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns. Dieses Selbstbild kann uns jetzt unsere Existenz kosten. Neue Perspektiven bespricht Stephanie Rohde mit ihren Gästen.
- Produktionsland und -jahr:
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Deutschland 2026
- Datum:
- Sendetermin
- 05.11.2026
- 21:00 - 22:00 Uhr
Wie uns Krisen und KI entzaubern
Angesichts der Folgen von Klimakrise, Artensterben, Künstlicher Intelligenz und weltweiten kriegerischen Auseinandersetzungen wachsen die Zweifel an der Rolle des Menschen als Maß aller Dinge und Herrscher über die Welt. Insbesondere die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz führt uns vor Augen: Die Ära des Menschen als intelligentestes Wesen geht zu Ende.
KI-Systeme drohen außer Kontrolle zu geraten und sind inzwischen eine existenzielle Bedrohung für die gesamte Menschheit. Mächtige KI-Entwickler bitten aktuell Regierungen um Hilfe, manche verlassen ihre milliardenschweren Unternehmen. Die selbstkritische Frage nach einem Gegenentwurf zum vorherrschenden anthropozentrischen Weltbild ist nicht neu und wird gerade zur Überlebensfrage.
Anderes Selbstverständnis des Menschen
Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs stießen diese zentrale ethische Diskussion an, die die Ideale des traditionellen Humanismus vom souveränen vernunftbegabten Menschen als Maßstab der Welt als widerlegt sah. Es entstand die Forderung nach einer neuen Perspektive, nach einem anderen Selbstverständnis des Menschen und seinem Platz in der Natur, die heute vor dem Hintergrund ganz anderer Dimensionen neu geführt werden muss.
Grenzen müssen neu definiert werden
Bislang träumten Transhumanisten vor allem davon, den Menschen zu perfektionieren und seine biologischen Schwächen, allen voran die Sterblichkeit, durch Technologien zu überwinden. Neuroimplantate, genetische Optimierung und digitale Unsterblichkeit klang vor wenigen Jahrzehnten noch nach Science-Fiction, heute ist Vieles davon bereits möglich. Mittlerweile geht es um Eingriffe in die gesamte planetare Evolution.
KI revolutioniert die Möglichkeiten mit unabsehbaren Folgen. Die Grenzen von menschlichem, tierischem und maschinellem Leben müssen deshalb neu definiert werden. Nur so kann eine neue Vision von Zusammenleben entstehen - mit intelligenten Maschinen, empfindungsfähigen Tieren und komplexen Ökosystemen.
Als einen Teil der Natur verstehen
Weshalb ist eine andere Perspektive zur Lösung vieler existenzieller Probleme und Krisen nötig? Wie lässt sich die wachsende Bedrohung durch KI noch auffangen? Inwiefern hat die Wissenschaft schon längst einen Großteil von Fakten und Annahmen zum "souveränen und vernünftigen" Menschen widerlegt? Warum ist es wichtig, dass wir uns endlich als einen Teil der Natur verstehen und nicht länger als Herrscher über sie? Über diese und viele weitere drängende Fragen diskutiert Moderatorin Stephanie Rohde im "NANO Talk" mit Ihren Gästen.
NANO Talk - Die Gäste
Mojib Latif ist Professor für Ozeanographie und Klimaforschung am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sowie Seniorprofessor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seine Forschungsschwerpunkte sind Klimavariabilität, anthropogene Klimaänderungen und die Entwicklung von Klimamodellen. Er bringt die naturwissenschaftliche Perspektive auf die Klimakrise ein und erklärt, warum der Klimawandel zunehmend zu unserem „neuen Normal“ wird.
Annette Peters ist Inhaberin des Lehrstuhls für Epidemiologie an der LMU München und Direktorin des Instituts für Epidemiologie bei Helmholtz Munich. In ihrer Forschung untersucht sie die Auswirkungen von Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und Klimawandel auf die Gesundheit sowie gesundes Altern und chronische Erkrankungen. Sie zeigt, wie sich die Klimakrise bereits heute auf die menschliche Gesundheit auswirkt und welche Risiken künftig zum Alltag gehören könnten.
Stephan Rammler ist Transformationsforscher, Sozialwissenschaftler und Zukunftsexperten sowie Autor des Buches „Eurotopia 2050 – Ein Kontinent wird resilient“. Seine Arbeit beschäftigt sich mit gesellschaftlicher Transformation, nachhaltiger Mobilität und der Entwicklung klimaresilienter Zukunftsszenarien. Er diskutiert, wie Gesellschaften, Städte und Wirtschaftssysteme auf die Klimakrise reagieren können und welche Visionen für ein lebenswertes Europa der Zukunft denkbar sind.