Kind auf der Toilette © werwiewas medienproduktion
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Wissenschaftsdoku: Tabu Inkontinenz
Eine Diagnose, die vor allem mit Scham behaftet ist
Kann man "es" riechen? Wie reagieren die Kollegen? Wie die Familie? Ein Albtraum für alle, die von Blasenschwäche betroffen sind.
Urin fließt kontinuierlich von den Nieren in die Blase. Dort wird er gesammelt. © werwiewas medienproduktion Urin fließt kontinuierlich von den Nieren in die Blase. Dort wird er gesammelt.
Ist die Harnblase gefüllt, wird die Information "Harndrang an das Gehirn gesendet.  © werwiewas medienproduktion Ist die Harnblase gefüllt, wird die Information "Harndrang an das Gehirn gesendet.
Erst wenn wir auf der Toilette sitzen, lassen wir los, damit der Urin fließen kann. © werwiewas medienproduktion Erst wenn wir auf der Toilette sitzen, lassen wir los, damit der Urin fließen kann.

Inkontinenz tritt in allen Altersgruppen auf

Grundsätzlich sind allerdings Frauen wesentlich häufiger betroffen als Männer, auch im Senioren- und Greisenalter. Die Ursache dafür ist in der Verwundbarkeit des weiblichen Schließmuskelsystems zu suchen.

Durch eine Schwangerschaft oder Geburt wird die Beckenbodenmuskulatur der Frau besonders belastet, was zu unterschiedlich schwerer Inkontinenz führen kann. Deshalb ist bei Blasenschwäche das Training der Beckenbodenmuskulatur oft der erste Therapieansatz. Und zwar beim Mann wie bei der Frau. Wenn das nicht hilft, können operative Eingriffe, wie der Einsatz eines "Blasenschrittmachers", Linderung bringen. Dennoch sind viele Patienten darauf angewiesen, sich selbst mehrmals täglich einen Einmalkatheter zu legen oder Einlagen und Windeln zu tragen.

Es gibt zwei Hauptformen der Harninkontinenz

Mediziner unterscheiden vor allem Belastungs- und Dranginkontinenz. Bei der Belastungsinkontinenz - auch als Stressinkontinenz bezeichnet - ist der Auslöser für den Harnverlust nicht psychischer Stress, sondern körperliche Belastung - schweres Tragen oder auch Husten, Niesen und Lachen. Bei der Dranginkontinenz - sie wird oft auch Reizblase genannt - tritt der Harndrang überfallartig auf. Die Patienten verspüren auch ohne körperliche Belastung einen starken, kaum zu bändigenden Harndrang. Der Urin geht schwallartig ab, obwohl die Blase noch nicht voll ist.

Die Hersteller von Inkontinenzhilfsmitteln schätzen die Zahl der Betroffenen allein in Deutschland auf über zehn Millionen Menschen. Die Dunkelziffer ist hoch, der Leidensdruck auch, denn viele gehen erst zum Arzt, wenn sich die Inkontinenz nicht mehr verbergen lässt. Von den in Deutschland mit einer behandlungs- oder versorgungsbedürftigen Inkontinenz lebenden Menschen sind mehr als zwei Millionen älter als 60 Jahre.

Ein Film von John A. Kantara
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Inkontinenz? Wie gehen Betroffene mit ihrer Blasenschwäche um? Wie kann eine Stigmatisierung verhindert und die Tabuisierung überwunden werden, damit auch mit Inkontinenz ein menschenwürdiges Leben möglich wird? Autor John A. Kantara geht in der Doku "Tabu Inkontinez" diesen Fragen nach.





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scobel: Scham und Schuld
Menschen schämen sich für ihren Körper und seine Ausscheidungen oder für ihre soziale Herkunft.
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