Donnerstags um 20.15 Uhr
Kalender
Dezember 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Risiken und Nebenwirkungen trägt der Esser
Thema zur Sendung "Gutes Salz, böses Salz"
Deutschland, so hieß es über Jahrzehnte, sei ein Jodmangelgebiet. In landwirtschaftlich genutzten Böden gäbe es zu wenig Jod - entsprechend sei die Jodaufnahme über Lebensmittel nicht ausreichend. Und das könne Schilddrüsenprobleme verursachen.
Deswegen wird in den meisten Fällen Jod dem Salz zugesetzt. Aber auch zu viel Jod kann krank machen. Laut einer dänischen Studie haben Fälle von Schilddrüsenunterfunktion während der Jodierung in Dänemark deutlich zugenommen. Mögliche Folgen: Atemnot, Depressionen, Blutdruck- und Herzprobleme. Die Schilddrüse ist ein hoch sensibles, lebenswichtiges Organ. Erkrankt sie, geraten Stoffwechsel und Hormonhaushalt außer Kontrolle.

Lupe
In Stuttgart lebt Matthias Hank. Er litt unter Erschöpfung, Atemnot. Lange war ihm nicht klar, was die Ursache für die Beschwerden sein könnte. Er hat sich ausgewogen ernährt und sogar Nahrungsergänzungsmittel eingenommen - wie Millionen andere Menschen auch. Sein Arzt Joachim Strienz fällt die Diagnose: Hashimoto. Eine Autoimmunerkrankungn der Schilddrüse. Was kann die Krankheit bei Matthias Hank ausgelöst haben?

Joachim Strienz, Facharzt für Innere Medizin:
"Wir haben den Verdacht, das Jod in dem Krankheitsprozess eine Rolle spielt. Dass das Jod quasi den ganzen Prozess in Gang setzt."

Deutschland ist kein Jodmangelgebiet
Matthias Hank versucht, den Empfehlungen seines Arztes, weniger Jod zu sich zu nehmen, Folge zu leisten. Nur ist es gar nicht so leicht, den Jodkonsum zu kontrollieren. Selbst in vielen Bioprodukten steckt Jod.

Lupe
Matthias Hank, Hashimoto-Patient:
"Bei Wurst ist es so, dass ich ganz oft in Läden gehe, und find überhaupt keine Wurst ohne Jodzusatz, ohne Jodsalz. Es ist ganz oft so, dass ich dann Packung für Packung in die Hand nehme, muss alle Zutaten durchschauen, wieder Jodsalz. Dann steht manchmal nur Salz in Klammern jodiert. Das ist vor allem auch nicht einheitlich die Bezeichnung des Jodsalzes."

Selbst wenn Jod auf der Verpackung vermerkt ist, weiß der Verbraucher immer noch nicht, wie viel auch wirklich darin steckt. Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer hält die künstliche Jodierung für problematisch. Zumal die Weltgesundheitsorganisation Deutschland schon seit 2007 nicht mehr als Jodmangelgebiet einstuft. Das Expertengremium vom "Arbeitskreis Jodmangel" treibt die Jodversorgung trotzdem voran. Zu den Vertretern zählen auch Ärzte und Ernährungswissenschaftler. Ein Mitglied des Arbeitskreises war unter anderem mitverantwortlich für die so genannte Donald-Studie. Darin heißt es: Bei Kindern zwischen 6 und 12 Jahren in Deutschland habe sich die Jodversorgung verschlechtert. Untersucht wurden knapp 300 Kinder aus Dortmund. Die Aussagekraft dieser und ähnlicher Studien ist umstritten - unter anderem wegen der Messmethoden.

Sendedaten
08.05.2014, 20.15 Uhr
Navigation
© colourbox.de
Mediathek
VideoDie Sendung "Gutes Salz, böses Salz" ansehen